Der Kampf um gute Mitarbeiter

Junge Frau in grauem Jacket öffnet eine Tür und lächelt.
Um ihre Angestellten zufriedenzustellen setzen immer mehr Unternehmen auf Zusatzleistungen wie Dienstwagen oder flexible Arbeitszeiten sowie die Möglichkeit zum Homeoffice.
Foto: Julien Fertl

Kriterien bei der Arbeitgeberwahl – Hintergrund

Der Kampf um gute Mitarbeiter

Bei der Entscheidung für einen Job spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Ein gutes Gehalt ist sicherlich vielen wichtig – aber längst nicht alles. Immer mehr Arbeitnehmer achten auf weitere Zusatzleistungen: von Dienstwagen und Firmenhandy über flexible Arbeitszeit und Homeoffice bis hin zu Kinderbetreuung und Gratiskantine.

Als Robin Naussen nach Abschluss seines Masterstudiums „Technologie-orientiertes Management“ auf Jobsuche ging, war ihm das Gehalt natürlich nicht egal. Bei der Wahl seines Arbeitgebers berücksichtigte er aber auch noch weitere Aspekte. Das Softwareunternehmen Msg David GmbH im niedersächsischen Braunschweig überzeugte ihn schließlich. „Mich hat die Vielzahl an Vorteilen dazu bewogen, die Stelle anzunehmen“, erzählt der 27-Jährige. Als IT-Projektleiter kann er von flexiblen Arbeitszeitregelungen, Homeoffice-Lösungen und einem umfangreichen Angebot an internen und externen Schulungen profitieren.

„Hinzu kommt, dass ich die Möglichkeit habe, ein Sabbatical einzulegen“, sagt Robin Naussen. „Das empfinde ich als eine einmalige Chance.“ Auch bietet ihm das mittelständische Unternehmen einen unbefristeten Arbeitsvertrag, eine betriebliche Altersvorsorge und eine vergünstigte Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Darüber hinaus werden ihm ein Notebook und ein Smartphone bereitgestellt. Und wenn eine berufliche Reise ansteht, kann er sich einfach einen Firmenwagen ausleihen.

Ein hohes Gehalt ist nicht alles

Das klingt alles zu schön, um wahr zu sein? Es stimmt aber – und ist längst kein Einzelfall mehr. Mittlerweile lassen sich viele Unternehmen so einiges einfallen, um leistungsstarke Mitarbeiter für sich zu gewinnen und sie dann auch zu halten. „Jedes Unternehmen sucht gute Mitarbeiter – aber nur ein hohes Gehalt anzubieten, reicht nicht mehr“, bestätigt Professor Tim Weitzel, der beim Centre of Human Resource Information Systems (CHRIS) an der Universität Bamberg seit über 15 Jahren zu genau diesen Themen forscht und Studien erhebt. „In den 70er Jahren standen viele Bewerber um einen Job an, heute müssen sich Unternehmen oft um gute Mitarbeiter bemühen.“

Die aktuelle CHRIS-Studie „Recruiting Trends 2017“ ergab, dass die 1.000 größten Unternehmen in Deutschland für das Jahr 2017 freie Stellen erwarten: „Etwa ein Drittel rechnet mit 100 bis 499 Vakanzen. Mehr als die Hälfte der Top-Unternehmen geht sogar davon aus, dass sie Ende des Jahres mehr Mitarbeiter beschäftigen werden als zu Jahresbeginn.“

In vielen Branchen ist der Bedarf an neuen Mitarbeitern groß – doch ob er gedeckt wird, bleibt fraglich. „Unsere Studie ergab, dass rund 35 Prozent der prognostizierten Vakanzen nur schwer zu besetzen sein werden“, sagt der Experte. „Im IT-Bereich sind es sogar fast 50 Prozent.“ Die Konkurrenz um gute und qualifizierte Mitarbeiter ist hier besonders ausgeprägt.

Harte und weiche Faktoren

Entscheidend ist zudem, dass sich in den letzten Jahren die Einstellung der Mitarbeiter stark verändert hat. Einen Job annehmen oder behalten, egal, wie unzufrieden man ist – das macht längst nicht mehr jeder mit. „Man verbringt schließlich einen großen Teil seines Lebens im Beruf“, gibt Tim Weitzel zu bedenken. „Viele fragen sich daher: Was erwarte ich von einer Stelle?“

Ein angenehmes Arbeitsklima und ein gutes Gehalt zählen zu den sogenannten harten Faktoren – die müssen einfach stimmen. Hinzu kommen zahlreiche weichere Faktoren, wie etwa flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien, Homeoffice und Firmenhandy, aber auch Weiterbildungen, Gratiskantinen, Fitnessstudios und Kinderbetreuung durch Tagesmütter im Haus. Manchmal stellen die Unternehmen sogar extra Mitarbeiter ein, die sich nur um die Zufriedenheit des Personals kümmern. (Mehr über sogenannte Feelgood-Manager in der Reportage Die Allrounderin.)

Die Wünsche der Berufseinsteiger

„Mittlerweile misst die gesamte Gesellschaft diesen Benefits eine große Bedeutung bei – nicht nur die jüngere Generation“, betont der Experte. Allerdings wird auf unterschiedliche Faktoren Wert gelegt. Während etwa für einen Vater die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidend ist, achten Berufsanfänger eher auf Entwicklungsmöglichkeiten.

Eine nicht-repräsentative Studie der Unternehmensberatung Kienbaum ergab 2016, dass für Studienabsolventen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und fachlich anspruchsvolle Aufgaben am wichtigsten sind. Der Wunsch nach einer angemessenen Bezahlung landete nur auf Platz 8. Tim Weitzel kann das bestätigen. „Bei der ersten Stelle ist das Gehalt oft nicht so wichtig, sondern der Winkel der Steigung, der die Weichen für die Zukunft legt“, erklärt er und rät: „Berufseinsteiger sollten dem Arbeitgeber schon im Vorstellungsgespräch signalisieren, dass sie eine spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit suchen, an der sie wachsen können.“

Weitere Informationen

Arbeitsagentur

www.arbeitsagentur.de

Staufenbiel Institut

Das Staufenbiel Institut bringt Studierende, Absolventen und junge Berufseinsteiger zusammen.
www.staufenbiel.de

Top Employers Institute

Das Institut infomiert über Arbeitgeber mit herausragender Personalführung und -strategie.
www.top-employers.com/de-DE/

Unternehmensberatung Kienbaum

Die Absolventenstudie 2015/2016 ist hier zu finden:
http://assets.kienbaum.com/downloads/Absolventenstudie-Ergebnisbericht_Kienbaum-Studie-2015-2016.pdf?mtime=20160906135157

Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS)

Auf der Internetseite der Universität Bamberg warten zahlreiche Studien zu Kriterien bei der Arbeitgeberwahl.
www.uni-bamberg.de/isdl/chris

 

Kriterien bei der Arbeitgeberwahl – Reportage

Kreativ dank ungewöhnlicher Benefits

Jan Müller arbeitet als Key Account Manager bei Google in Hamburg. Er mag seinen Job – nicht nur, weil er viel Verantwortung tragen darf, sondern auch wegen zahlreicher Zusatzleistungen, die sein Arbeitgeber bietet: Von schiefen Räumen über Mikro Kitchens bis hin zur Kinderbetreuung reicht das Angebot. All das führt dazu, dass sich der 28-Jährige bei der Arbeit „extrem wohlfühlt“.

Der Job bei Google ist Jan Müllers zweite Anstellung, seit er sein Studium der Volkswirtschaft an der Universität Köln abgeschlossen hat. Bei seiner ersten Stelle war ihm vor allem ein festes Gehalt wichtig. „Da habe ich mir erst einmal eine gewisse Sicherheit und ein geregeltes Einkommen gewünscht“, erinnert er sich. Schnell merkte er aber, dass auch andere Faktoren für ihn an Bedeutung gewannen. „Ich wollte einen Job, der mich in einem netten Umfeld lernen und weiterentwickeln lässt und wo ich Führungsaufgaben übernehmen kann.“ Deswegen wechselte er nach zwei Jahren zu Google.

Er habe die Stelle in erster Linie angenommen, weil er die Leute beim Vorstellungsgespräch sympathisch fand und die Entwicklungsmöglichkeiten mochte, die ihm in Aussicht gestellt wurden. Als Analyst im Sales Team stieg er in das Unternehmen ein, inzwischen ist er Key Account Manager und betreut Großkunden aus der Versicherungsbranche. An seinem Job gefällt ihm die Verantwortung, aber auch das Arbeitsumfeld sagt ihm zu: „Google wählt seine Mitarbeiter genau aus und überlegt, wer in ein Team passen könnte“, erzählt er. „Ich habe deswegen sehr nette und sozial kompetente Kollegen, das schafft ein enorm angenehmes Arbeitsklima.“

Schiefe Räume zur Entspannung

Ein Porträt-Foto von Jan Müller

Jan Müller

Foto: Google Inc.

Positiv findet er auch die vielen Benefits, die das Unternehmen bietet. Mit so vielen Zusatzleistungen hatte er nicht gerechnet. Beispielsweise ist das Angebot an Weiterbildungen für Mitarbeiter groß: Man kann sowohl interne Maßnahmen in Anspruch nehmen, wird aber auch dabei unterstützt, externe Möglichkeiten zu nutzen. Außerdem werden flexible Arbeitszeiten angeboten. „Da gibt es fast keine Grenzen, außer wenn ich für bestimmte Aufgaben vor Ort sein muss.“ Auch das firmeneigene Fitnessstudio im Haus weiß er zu schätzen. Als weiteres Plus empfindet er das Essen: Zum Frühstück und Mittagessen bereitet ein Koch jeden Tag verschiedene Gerichte zu – für alle Mitarbeiter kostenfrei. „Das Essen ist ausgewogen, gesund und schmeckt super“, findet Jan Müller. Außerdem wurden in jedem Stockwerk so genannte Mikro Kitchens eingebaut, wo immer Snacks, Müsli und Getränke bereit stehen.

Google zeichnet sich darüber hinaus durch eine sehr ungewöhnliche Arbeitsplatzgestaltung aus: Auf allen zehn Etagen in Hamburg gibt es Räume, die kreativ eingerichtet sind. Der 28-Jährige geht zum Beispiel gerne in den Raum „Seegang“, wo alles schief ist. „Das holt mich total aus dem Alltag raus, hilft mir mich abzulenken und zu entspannen, sodass ich danach wieder kreativ sein kann.“

Mitbestimmung wird großgeschrieben

„All das sorgt nicht nur für ein gutes Arbeitsklima, sondern verringert auch ganz praktisch Energieverluste im Alltag“, sagt er. „Ich verliere keine Zeit für die Fahrt zum Sport und muss mir auch kein durchschnittliches Imbiss-Essen kaufen.“ Und wenn sich doch einmal Probleme einschleichen, können die Mitarbeiter diese in den anonymen Befragungen angeben, die jedes Jahr bei der Belegschaft durchgeführt werden. Fühlst du dich wohl? Passt unsere Vision noch? Was hast du für Wünsche? Fragen wie diese geben den Mitarbeitern Raum für Kritik und die Möglichkeit zur Mitbestimmung.

So eine starke Mitarbeiterbindung wird von Kritikern zwar gern als Vereinnahmung gesehen, doch Jan Müller hält dagegen: „Ich bin ein selbstbestimmter Mensch und kann entscheiden, wie viel ich arbeite. Wichtig ist natürlich, dass ich meine Aufgaben erledige.“ Er schätzt die Benefits so sehr, dass er sie auch für ein höheres Gehalt bei einem anderen Unternehmen nicht aufgeben würde. „Mir sind die sozialen Zusatzleistungen sehr wichtig. Sie sorgen dafür, dass ich mich hier extrem wohlfühle“, betont er. Ihm mache die Arbeit auch gerade deswegen Spaß. „Ich glaube sogar, dass es sich künftig noch mehr durchsetzen wird und wir uns irgendwann fragen, warum Arbeitgeber nicht schon früher den beidseitigen Mehrwert darin erkannt haben, sich für das Wohlbefinden ihrer Angestellten zu engagieren.”

 

Kriterien bei der Arbeitgeberwahl – Umfrage

Auf was Studierende bei der Arbeitgeberwahl achten

Soll einfach nur das Gehalt stimmen? Oder wünschen sich junge Arbeitnehmer noch mehr? Wie relevant sind Entfaltungsmöglichkeiten? Studierende verschiedener Fachrichtungen berichten, welche Kriterien ihnen bei der Wahl eines Jobs wichtig sind.

Malte Paul (20) befindet sich im vierten Semester des Bachelor-Studiengangs „Angewandte Geoinformatik“ an der Universität Trier.

Ein Porträt-Foto von Malte Paul

Malte Paul

Foto: privat

Für mich gibt es eigentlich kaum Kriterien, die bei der Wahl meines zukünftigen Arbeitgebers auf jeden Fall erfüllt sein müssen. Wichtig sind mir aber eine interessante Tätigkeit, die mir Spaß macht, flexible Arbeitszeiten sowie ein Umfeld, in dem ich mich wohlfühle. Natürlich ist auch das Gehalt ein Aspekt, aber für mich ist das nicht so entscheidend. Ich glaube einfach, dass mich langfristig gesehen die Freude am Job glücklicher machen wird als ein hohes Einkommen. Alle anderen Benefits, wie zum Beispiel Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge und so weiter, sind natürlich nette Zusätze, für mich allerdings eher zweitrangig.

Mareike Gabele (29) studiert an der Hochschule Magdeburg-Stendal den Masterstudiengang „Interaction Design“.

Ein Porträt-Foto von Mareika Gabele

Mareike Gabele

Foto: privat

Wichtig ist mir eine inhaltlich interessante, vielfältige Tätigkeit in einem positiven Arbeitsklima. Das bedeutet für mich: nette Kollegen und flache Hierarchien, regelmäßiger konstruktiver Austausch im kleinen Team, eine Mischung aus Spaß, Ernst und Begeisterung für Projekte und Ziele. Ich möchte keine „Ellenbogengesellschaft“, sondern die Freiheit haben, meine Kreativität und meine Ideen einzubringen. Ich will neue Konzepte entwickeln und die Möglichkeit haben mich weiterzubilden. Gleichzeitig ist mir eine gute Work-Life-Balance wichtig. Gleitzeit und Tage mit Homeoffice senken das Stress-Level und steigern meine Produktivität und Motivation.

Für mich eher zweitrangig ist eine dem Abschluss entsprechende finanzielle Vergütung. Sie ist zwar ein wichtiger Punkt für die Sicherung der aktuellen Lebenssituation und zur Planung der Zukunft, aber nicht der Grund, mich in einem Unternehmen wohlzufühlen. Beim Standort des Unternehmens bin ich recht flexibel, er sollte aber höchstens zwei Autostunden von meiner Familie entfernt sein.

Svenja Hartmann (24) hat einen Abschluss als staatlich anerkannte Sozialarbeiterin und befindet sich aktuell im dritten Semester des Master-Studiengangs „Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik“ an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin.

Ein Porträt-Foto von Svenja Hartmann

Svenja Hartmann

Foto: privat

Die Suche nach dem ersten Arbeitsplatz scheint mir besonders komplex: Gerade in der Sozialen Arbeit gibt es sehr viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Das kann manchmal wortwörtlich zur „Qual der Wahl“ werden. Hinzu kommen dann noch die Erwartungen der Eltern, der Freunde oder Partner – die nicht immer mit den eigenen Vorstellungen zusammenpassen. Mir war es deswegen umso wichtiger, hierbei tatsächlich mich und meine Bedürfnisse in den Vordergrund zu rücken und nicht die der anderen.

Neben meinem Masterstudium arbeite ich mittlerweile als Einrichtungsleiterin in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Nach den finanziellen Unsicherheiten, die das Studium mit sich brachte, war mir für den ersten Job finanzielle Unabhängigkeit wichtig – um mir auch mal ohne schlechtes Gewissen etwas leisten zu können. Extras wie Firmenwagen, Kinderbetreuung oder betriebliche Gesundheitsangebote waren für mich eher zweitrangig.

Außerdem stand bei mir der Wunsch im Vordergrund, nun endlich in das Arbeitsleben starten zu können. Der Job sollte interessant sein, Spaß machen und mir die Freiräume bieten, mich als Sozialarbeiterin auszuleben. Wichtig waren für mich also sowohl die inhaltlichen als auch finanziellen Konditionen des Arbeitsverhältnisses: eine solide Vergütung, ein Job, in dem ich mich verwirklichen kann – und im besten Falle eine unbefristete Anstellung.

 

Kriterien bei der Arbeitgeberwahl – Reportage

Mit Rückenwind nach oben

Vom Trainee zur Führungskraft: Christine Tolk hat es seit ihrem Berufseinstieg bei der Deutschen Bahn weit gebracht und arbeitet inzwischen als Ingenieurin für Fahrzeugtechnik in Berlin. Zu verdanken hat die 33-Jährige den Aufstieg auch ihrem Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter mit verschiedenen Zusatzleistungen und Weiterbildungsangeboten unterstützt.

Gleich der erste Job führte Christine Tolk zur Deutschen Bahn: Nach ihrem Diplomstudium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Universität Rostock begann sie 2008 als Trainee bei dem Konzern. „Als ich damals bei der Deutschen Bahn anfing, waren mir der unbefristete Arbeitsvertrag und das soziale Ansehen des Arbeitgebers viel wert“, erinnert sie sich. Zusatzleistungen, die das Unternehmen anbietet, interessierten sie anfangs nicht. „Ich wollte erst einmal den Einstieg ins Berufsleben schaffen.“

Noch heute arbeitet die 33-Jährige für die Deutsche Bahn und hat inzwischen Karriere gemacht. Benefits sind für sie nun durchaus relevant – vor allem fachliche Zusatzleistungen. So absolvierte sie bereits die Weiterbildung „Zerstörungsfreie Prüfung“, die sie für ihre jetzige Stelle qualifizierte: Im ICE Werk Berlin-Rummelsburg ist sie für die Prüfung von Radsatzwellen, Rädern und tragenden Strukturen der ICE-Züge verantwortlich und als fachliche Führungskraft für gut 100 Mitarbeiter zuständig.

Ein Fernstudium? Kein Problem!

Ein Porträt-Foto von Christine Tolk

Christine Tolk

Foto: privat

Um sich beruflich noch weiterzuentwickeln, hat sie vor knapp zwei Jahren ein berufsbegleitendes Fernstudium aufgenommen. Der Masterstudiengang „Quality Management“ wird zwar von der Fernuniversität Wismar angeboten, aber über das „DB Masterprogramm“ entscheidend gefördert. „Das Unternehmen übernimmt 50 Prozent der Studiengebühren, erstattet mir die Anreisekosten und hat mir zusätzliche Urlaubstage pro Jahr gegeben, damit ich den Lernaufwand etwas auffangen kann“, erzählt Christine Tolk und versichert: „Würde ich diese Förderung nicht bekommen, hätte ich das Fernstudium nicht gewagt. Das wäre zeitlich und finanziell einfach eine zu große Belastung gewesen.“ Wenn alles gut läuft, hat sie den Abschluss in wenigen Monaten in der Tasche.

Fachliche Qualifikationen und Business Skills

Darüber hinaus plant sie weitere Fortbildungen. Die Angebote der Deutschen Bahn umfassen neben einer Vielzahl von fachlichen Qualifikationen für die verschiedenen Gewerke auch Business Skills wie zum Beispiel Präsentationstechniken, Fremdsprachen oder Projektmanagement. Für die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter ist der Geschäftsbereich „DB Training, Learning & Consulting“ zuständig. „Wir können selbst online schauen, welche Angebote es gibt und uns in Absprache mit unseren Vorgesetzten für einzelne Kurse anmelden“, erklärt Christine Tolk.

Das Seminar zu „Frauen in Führungspositionen“ reizt sie besonders – immerhin arbeiten in ihrem Team fast nur Männer. „Das klappt alles prima, aber ich erhoffe mir von der Weiterbildung noch ein paar Tipps, wie man sich als Frau in einer solchen Männerdomäne verhalten und durchsetzen kann“, sagt sie. Außerdem würde sie sich gerne im Management-Bereich fortbilden, um als Projektleiterin komplexe Verbesserungsprojekte durchführen zu können.

Attraktive Benefits für Mitarbeiter

Zusätzlich zu diesen fachlichen Förderungen können Bahn-Mitarbeiter noch einige andere Angebote des Unternehmens nutzen: „Wir haben jährlich 16 Freifahrten innerhalb Deutschlands, bekommen Vergünstigungen beim Kauf bestimmter technischer Geräte sowie bei Urlaubsbuchungen über den DB-Reisemarkt“, berichtet Christine Tolk. „Auch können wir uns steuerlich vergünstigt ein Firmenrad kaufen und monatlich abbezahlen.“ Ein weiterer Benefit: Mit dem aktuellen Tarifvertrag konnten Mitarbeiter kürzlich entscheiden, ob sie zum 1. Januar 2018 eine Gehaltserhöhung von 2,6 Prozent oder sechs Tage mehr Jahresurlaub wollten. Christine Tolk entschied sich für mehr Urlaub.

Insgesamt stellt sie fest: „Ich bin mit dem Job sehr zufrieden – auch wegen der fachlichen Förderung und all der Zusatzleistungen.“ Schließlich wäre sie ohne die Unterstützung nicht so schnell so weit gekommen – fachlich und persönlich.

 

Kriterien bei der Arbeitgeberwahl – Übersicht

Zusatzleistungen im Blick

IT-Konzerne wie Google, Apple und Facebook waren die Vorreiter in Sachen Benefits für Mitarbeiter. Aber auch mittelständische Betriebe und Start-ups versuchen mittlerweile, mit Firmenwagen, Homeoffice & Co. zu punkten. abi>> stellt die beliebtesten Zusatzleistungen vor.

Firmenwagen: Wer Termine bei Kunden wahrnimmt, bekommt oft ein Auto gestellt. Häufig gehört auch eine Tank-Karte dazu, sodass man das Benzin nicht privat bezahlen muss.

Flexible Arbeitszeiten: Viele Unternehmen legen eine Kernarbeitszeit fest und überlassen den Arbeitnehmern, ob sie früher kommen oder später gehen. Diese Flexibilität ist gerade Mitarbeitern mit Familie wichtig, damit sie beispielsweise ihre Kinder rechtzeitig vom Kindergarten abholen können. Auch Homeoffice ist oft möglich. Das geht aber nicht immer, selbst wenn Unternehmen und Arbeitnehmer das wollen. Denn manche Aufgaben müssen einfach im Team oder im Büro erfüllt werden.

Betriebliche Altersvorsorge: Bei diesen Modellen kümmert sich der Arbeitgeber um Angebote wie etwa eine private Rente und beteiligt sich finanziell mit einem gewissen Anteil an den monatlichen Kosten.

Essen: Manchmal gibt es Zuschüsse zum Mittagessen oder Essensanbieter kommen ins Büro, sodass man nicht nach draußen gehen muss. Vor allem große IT-Unternehmen werben damit, dass sie eigene Köche haben, die die Mahlzeiten zubereiten. Meist gibt es dann Gratiskantinen mit täglich wechselnden Gerichten. Auch können sich die Mitarbeiter oft den ganzen Tag umsonst Getränke und Snacks nehmen.

Gesundheitsangebote: Zuschüsse zu Sportkursen oder sogar ein eigenes Fitnessstudio im Haus – Unternehmen lassen sich für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter einiges einfallen.

Kinderbetreuung: Betriebsinterne Kindergärten ermöglichen die Betreuung der Kleinsten in der Nähe des Arbeitsplatzes. Hin und wieder werden auch Tagesmütter eingestellt, um die Kinder in kleinen Gruppen zu umsorgen.

Auszeiten: Nach dem Studium eine Vollzeitstelle annehmen und bis zur Rente durcharbeiten – das wollen viele nicht. Unternehmen stellen sich darauf ein und bieten Sabbaticals an. Diese Auszeiten können für wenige Monate oder ein Jahr genommen werden. Oft funktioniert es so, dass beispielsweise ein Jahr lang nur 80 Prozent des Gehalts ausgezahlt werden und man den angesparten Rest dann während der Auszeit erhält.

Technik: Firmenhandy und Laptop sind mittlerweile in vielen Jobs üblich. Hinzu können moderne Arbeitsplätze kommen, die mit besonders guten Rechnern, Curved Monitors oder speziellen Programmen ausgestattet sind.

Gewinnbeteiligung: Bonuszahlungen am Jahresende, Aktien für Anteile am Unternehmen oder eine Beteiligung am Gewinn: Viele Unternehmen bieten auch finanzielle Zusatzleistungen.


Diese Beiträge im abi-Portal könnten dich auch interessieren:

  • Kreativ dank ungewöhnlicher Benefits

  • Auf was Studierende bei der Arbeitgeberwahl achten

  • Zusatzleistungen im Blick

  • Mit Rückenwind nach oben

Logo Bundesagentur f�r Arbeit
Stand: 19.06.2018