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Heute die Stadt von morgen gestalten

25 Jahre Mauerfall Berlin Lichtgrenze
E-Government, Mobilität und Energie sind wichtige Themen für die Entwicklung von Städten.
Foto: Sonja Trabandt

Berufe für die moderne Stadt – Interview

Heute die Stadt von morgen gestalten

In den vergangenen fünf Jahren hat das Thema Smart City in vielen Kommunen eine rasante Dynamik entwickelt. Worum es dabei geht, erklärt Roman Soike vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin.

abi>> Herr Soike, was ist mit „Smart City“ überhaupt gemeint?

Roman Soike: Es gibt keine festgelegte Definition. Generell kann man sagen, dass damit Prozesse gemeint sind, die mithilfe moderner, digitaler Technologie das Stadtleben besser und nachhaltiger organisieren.

abi>> Welche Themen treiben die Entwicklung voran?

Ein Porträt-Foto von Roman Soike

Roman Soike

Foto: Difu / David Ausserhofer

Roman Soike: Zum einen ist da das Thema E-Government: Wie kann ich das Rathaus serviceorientierter gestalten, etwa Termine beim Bürgeramt besser koordinieren, mehr Dienstleistungen online anbieten und Bürger bei Entscheidungen einbeziehen? Weitere große Treiber sind die Themen Mobilität und Energie. Viele Städte haben allein schon aufgrund der Verkehrs- und Feinstaubbelastung ein hohes Interesse an nachhaltigen, umweltschonenden Mobilitätsdienstleistungen. Außerdem geht es um die Energieversorgung: Wie kann man mithilfe von IT die Energieerzeugung, die Bereitstellung und auch den Verbrauch effizienter steuern, um so auch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten?

abi>> Wie ist die Situation in den Regionen, aus denen immer mehr Menschen wegziehen?

Roman Soike: Da bringt die Digitalisierung Vor- und Nachteile. Sie birgt die Gefahr, dass sich diejenigen, die kaum Zugang zu digitalen Angeboten haben oder sich mit digitalen Medien nicht auskennen, abgehängt fühlen. Andererseits bietet die Digitalisierung auch Chancen für den ländlichen Raum. Sie kann helfen, räumliche Distanz zu überwinden und etwa eine digitale Sprechstunde beim Arzt ermöglichen. Immer mehr Kommunen schließen sich zusammen und arbeiten gemeinsam an Konzepten.

abi>> Wieso ist es überhaupt so wichtig, dass die Städte „smarter“ werden?

Roman Soike: Naive Technikeuphorie ist sicherlich fehl am Platz. Städte müssen sich Gedanken machen, wie die digitale Technologie helfen kann, ihre Ziele in der Stadtentwicklung zu erreichen.

abi>> Ist die smarte Stadt auch ein Thema für die Forschung?

Roman Soike: Auf jeden Fall. Bei uns am Deutschen Institut für Urbanistik schauen wir uns zum Beispiel an, wie die Städte mit der Digitalisierung umgehen, welche Projekte sie anstoßen und welche Fragen sich dabei ergeben. Wir versuchen im Dialog mit den Städten einen Erfahrungsaustausch anzuregen. Wir untersuchen aber beispielsweise auch, welche Effekte konkrete Smart-City-Anwendungen auf die Umwelt haben. Natürlich beschäftigen sich auch viele Forscher mit Pilotprojekten, in denen technische Anwendungen getestet werden. In Oldenburg zum Beispiel wird aktuell eine neue Wohnsiedlung auf einem ehemaligen Fliegerhorst zum Reallabor entwickelt. Die Stadtplaner beschäftigen sich mit der Frage: Wie sieht die Stadt von morgen aus?

abi>> Wie steht es um die derzeitigen Arbeitsmarktchancen in diesem Bereich?

Roman Soike: Viele Kommunen suchen Fachleute, die sich mit der Digitalisierung befassen. Dass sie dabei mit der Wirtschaft und mit einer dynamischen Tec-Szene konkurrieren, macht es sicherlich nicht einfach.

abi>> Welche Fachkräfte werden gebraucht?

Roman Soike: „Smart-City“ ist ein Querschnittsthema, spricht also viele Fachgebiete an. Gefragt sind Menschen, die zum einen die Technologie verstehen und die sich zum anderen in die interdisziplinären Themen eindenken können. Da arbeiten dann etwa Ingenieure, Soziologen, Stadtplaner, Elektrotechniker und IT-Fachleute in einem Team.

abi>> 05.11.2018

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