Karriere für Wissbegierige

Eine junge Frau bearbeitet ein Bild von einem Fundstück digital
Die Arbeit als Ägyptologe ist eine von zahlreichen Berufsmöglichkeiten im Bereich Wissenschaft und Forschung.
Foto: Jens Oellermann

Arbeiten in Wissenschaft und Forschung

Karriere für Wissbegierige

Etwas ganz Neues entdecken, die Welt um uns herum verstehen und Wege aufspüren, um sie zu verbessern – diese Ziele treiben viele Nachwuchswissenschaftler an. Doch wie sieht ihr beruflicher Alltag in der Realität aus? Welche Karrieremöglichkeiten gibt es an Hochschulen und Forschungseinrichtungen? abi>> hat nachgefragt.

Den Duft von Papyrus riechen und in eine fremde, faszinierende Welt eintauchen, die mehr als 2.000 Jahre zurückliegt: Das ist der Alltag von Nadja Böckler (27). Seit Ende 2014 promoviert sie am Lehrstuhl für Ägyptologie und Koptologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. In ihrer Doktorarbeit, Dissertation genannt, beschäftigt sie sich mit einem literarischen Text, der 70 Jahre vor Christus entstanden ist. Er heißt „Der Kampf um die Pfründe des Amun“.

„Zunächst lese und übersetze ich den Originaltext aus dem Demotischen, eine altägyptische Schrift und Sprache. Dann analysiere ich beispielsweise seine Grammatikstruktur und vergleiche ihn mit drei weiteren, jüngeren Textvarianten“, erklärt die Ägyptologin. Um den Text im Original auf Papyrus zu lesen, reist sie zu den Aufbewahrungsorten, beispielsweise nach Kopenhagen. Zurück an der LMU bespricht sie mit ihrem Doktorvater die Ergebnisse.

Für Nadja Böckler stand seit Beginn ihres Studiums fest, dass sie promovieren würde. Zu dem Thema kam sie über ihre persönliche Vorliebe fürs Demotische.

Promotion mit Gehalt?

Ein Porträt-Foto von Nadja Böckler

Nadja Böckler

Foto: Munich Sedcard

Während viele Doktoranden ihre Promotion über Stipendien oder als wissenschaftliche Mitarbeiter an der Hochschule finanzieren, arbeitet Nadja Böckler im Staatlichen Museum für ägyptische Kunst in München. In ihrer unbefristeten Teilzeitstelle gestaltet sie Führungen und Vorträge. „Das ist ein großes Glück für mich“, sagt sie. Denn Sorgen um ihre berufliche Zukunft muss sie sich nicht machen. Auch nach ihrer Promotion, die sie in den üblichen fünf Jahren bis 2019 in der Tasche haben möchte, kann Nadja Böckler dank unbefristetem Arbeitsvertrag weiterhin im Museum arbeiten. Allerdings hofft sie, sich dann mehr wissenschaftlichen Aufgaben widmen zu können.

Rare unbefristete Stellen

Nicht für alle Nachwuchswissenschaftler bieten sich so rosige Perspektiven: Nach dem jüngsten „Bundesbericht Wissenschaftler Nachwuchs“ aus dem Jahr 2013 waren 2009 rund 68 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter an Universitäten befristet beschäftigt (der nächste Bericht erscheint 2017). Bisher betrug die Höchstdauer einer befristeten Anstellung an einer Hochschule 12 Jahre, im medizinischen Bereich bis zu 15 Jahre. Auch wenn sich 2017 daran einiges ändert (Details siehe Überblick über Gesetzesänderungen: Neue Perspektiven für Wissenschaft und Forschung), gibt es verhältnismäßig wenige Stellen an Hochschulen.

„Der Wissenschaftsarbeitsmarkt ist relativ angespannt. Vielen qualifizierten Bewerbern stehen sehr wenige freie Stellen gegenüber“, sagt Tim Frerichs, Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit in Osnabrück. Die Zahlen bestätigen dies: Allein im Wintersemester 2014/2015 gab es in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 196.200 Promovierende. Im Vergleich dazu beschäftigten die deutschen Hochschulen im Jahr 2015 insgesamt nur zirka 239.000 sozialversicherungspflichtige, hauptberufliche wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter. Dazu zählen Professoren, Dozenten und angestellte Lehrbeauftragte, promovierte wissenschaftliche Mitarbeiter (früher auch Assistenten genannt) und Doktoranden mit befristeten Verträgen. (zur Abgrenzung der Begriffe siehe Glossar)

Dissertation als ‚Muss‘

Sie alle treibt der Drang nach Wissen an, sagt Tim Frerichs: „Die an wissenschaftlichen Fragen interessierten und sehr motivierten Studierenden suchen schon während ihres Masterstudiums Jobs als wissenschaftliche Hilfskräfte am Lehrstuhl und bauen aktiv Kontakte zu den dortigen Wissenschaftlern auf.“ Dies sei der erste, wichtige Schritt zu einer Karriere im Bereich Wissenschaft und Forschung. „Die anschließende obligatorische Promotion kann auch an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung – stets unter der Betreuung eines Hochschullehrers – stattfinden“, erklärt der Berufsberater (mehr Infos zum typischen Werdegang eines Wissenschaftlers Interview: Lehren, forschen und Geld eintreiben). Dort fänden einige dann auch ihr späteres Betätigungsfeld.

Mehr Stellen in den Naturwissenschaften

Finanzierungsquellen für die Promotionsstellen an Hochschulen sind unter anderem Drittmittel aus Industrie und Wirtschaft sowie Stipendien. „Durch die bessere Drittmittelausstattung in den Naturwissenschaften gibt es dort ein größeres Promotionsstellenangebot als beispielsweise für Geisteswissenschaftler“, erläutert Tim Frerichs. Nach der Promotion folgt häufig eine so genannte Postdoc-Zeit. Verbringt man diese an einem außeruniversitären Institut, hat man meist mehr Forschungsfreiheiten, während eine Tätigkeit an der Hochschule mit Lehrverpflichtungen einhergeht. Dabei sammeln die Promovierten weitere Erfahrungen, um sich auf die seltenen Festanstellungen zu bewerben. Sowohl eine Juniorprofessur als auch eine Habilitation können dann schließlich zu einer Professur auf Lebenszeit führen. „Alternativ können Nachwuchswissenschaftler nach der Promotion auch einige Jahre Berufspraxis außerhalb des Hochschulbetriebs sammeln, um eine Fachhochschulprofessur anzustreben“, ergänzt der Experte.

Forschen ohne Doktortitel

Aber nicht alle forschenden Mitarbeiter an einer Hochschule oder einer Forschungseinrichtung sind Akademiker. Auch verschiedene Ausbildungen können in diesen Bereich führen. „Dazu gehören naturwissenschaftlich-technische Assistenzberufe oder die Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. Sie unterstützen die Forschenden, jedoch mit begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten“, erläutert der Berufsberater.

Schließlich kommt Tim Frerichs noch einmal zurück auf die Herausforderungen Frischpromovierter: Erfolgsentscheidend ist letztendlich, dass sich die Jungwissenschaftler gut in ihren Kreisen vernetzen, ständig weiterforschen und publizieren.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort zum Beispiel „Professor/in“).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

KURSNET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen. Im Hochschulkompass kann man auch gezielt nach Promotionsmöglichkeiten an Hochschulen recherchieren.
www.hochschulkompass.de
www.hochschulkompass.de/promotion.html

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

Karrierportal academics

Informationen zur Karriere in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, sowie umfassende Jobbörse.
www.academics.de

Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

www.bmbf.de

Branchen-Informationen und Fachverbände

Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWIN)

Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs vom Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
www.buwin.de

Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.

www.dfg.de

Deutsche Gesellschaft Juniorprofessur e. V.

Die Interessenvertretung für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
www.juniorprofessur.org

Deutscher Hochschulverband

www.hochschulverband.de

‚Familienfreundliche Hochschule‘ des GESIS – Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften

www.familienfreundliche-wissenschaft.org

Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK)

www.gwk-bonn.de

Hochschullehrerbund – Bundesvereinigung e. V.

www.hlb.de

Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

www.hrk.de

Initiative „Innovative Hochschule“ des BMBF

www.innovative-hochschule.de

Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbstständige Forschungseinrichtungen.
www.leibniz-gemeinschaft.de

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

www.stifterverband.org

UniWiND

Universitätsverband zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland e.V.
www.uniwind.org

Verband Hochschule und Wissenschaft (vhw)

www.vhw-bund.de

Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V.

www.vdw-ev.de

Wissenschaftsrat

www.wissenschaftsrat.de

 

Gesetzesänderungen im Überblick

Neue Perspektiven für Wissenschaft und Forschung

Schluss mit unsicheren Berufsperspektiven, her mit der Vereinbarkeit von Forschung und Familie. Mit diesem Ziel haben Bund und Länder 2016 neue Initiativen und Gesetzesänderungen für Nachwuchswissenschaftler auf den Weg gebracht. abi>> gibt einen Überblick über die wichtigsten Änderungen.

Zeitlich befristete Beschäftigung

Bisher

Hochschulen und Forschungseinrichtungen konnten Wissenschaftler insgesamt bis zu zwölf Jahre (Mediziner bis zu 15 Jahre) befristet beschäftigen. Ebenso waren Anstellungen für nur wenige Monate zulässig, auch wenn das Forschungsprojekt bzw. die Promotion über einen viel längeren Zeitraum angelegt war.

Neu

Seit dem 17. März 2016 dürfen Hochschulen und Forschungseinrichtungen Arbeitsverträge nur noch befristen, wenn das Ziel eine Qualifizierung, zum Beispiel eine Promotion, ist. Außerdem muss die Befristungsdauer der Gesamtdauer der angestrebten Qualifizierung oder des zugrundeliegenden Forschungsprojektes (zum Beispiel der Bewilligungszeitraum für die Drittmittelförderung) entsprechen.

Förderung über Tenure-Track-Programme

Bisher

Obwohl es seit 2002 die rechtlichen Möglichkeiten für Tenure-Track-Programme gibt, wendeten sie bisher nur wenige deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen an. Das Tenure-Track-Konzept stammt aus den USA. Es sieht vor, dass Juniorprofessoren nach einer sechsjährigen, erfolgreich absolvierten Probezeit eine unbefristete Professur erhalten – alternativ zu einem klassischen Berufungsverfahren.

Neu

Im Zeitraum 2017 bis 2032 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt einer Milliarde Euro die Schaffung von 1.000 Tenure-Track-Professuren an Universitäten. Gleichzeitig sollen genauso viele unbefristete Professorenstellen entstehen. Die maximale Förderlaufzeit je Tenure-Track-Professur beträgt sechs Jahre.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Bisher

Wer während eines befristeten Arbeitsverhältnisses aufgrund der Betreuung eines Kindes aussetzen musste, für den verlängerte sich die gesetzlich vorgeschriebene zwölf-Jahres-Maximaldauer nicht. Nach zwölf Kalenderjahren war grundsätzlich Schluss.
Ähnlich bei der Tenure-Track-Professur: Auszeiten aufgrund der Betreuung eines Kindes verlängerten die maximale Sechs-Jahres-Förderdauer nicht.

Neu

Seit dem 17. März 2016 verlängert sich die zwölf-Jahres-Frist um bis zu zwei Jahre Betreuungszeit je Kind unter 18 Jahren. Dazu kommen die gesetzlichen Möglichkeiten im Rahmen der regulären Elternzeit.
Das ab 2017 geltende neue Tenure-Track-Programm ermöglicht es ebenfalls, zur Betreuung eines Kindes die maximale Förderdauer von sechs Jahren zu verlängern – um ein Jahr je Kind (höchstens insgesamt um zwei Jahre).

Förderung des Wissens- und Innovationstransfers

Bisher

Der Wissens-, Technologie- und Innovationstransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen oder Organisationen fand bisher ohne besondere finanzielle Unterstützung statt.

Neu

Der Bund und die Länder stellen im Rahmen der Initiative „Innovative Hochschule“ bis Ende 2027 insgesamt 550 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Damit fördern sie den Wissenstransfer zwischen kleineren und mittleren Hochschulen und der Wirtschaft. Mindestens die Hälfte der Gelder soll Fachhochschulen zugutekommen.

 

Professor an der Hochschule

Hochschullehre mit Praxisbezug

Von einer Synthesegas-Produktionsanlage eines Chemieunternehmens in den Hörsaal einer Technischen Hochschule: Auf diesen Berufsweg blickt Dr.-Ing. Philipp Brüggemann (36) zurück. Als Professor für Physikalische Chemie lehrt er an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm.

„Ein wesentlicher Teil meiner Arbeitszeit besteht aus Vorlesungen und seminaristischem Unterricht. Meine Lehrverpflichtung als Fachhochschulprofessor beträgt im Mittel 18 Semesterwochenstunden. Vor allem für Vorlesungen ist ausführliche Vorbereitung notwendig – mit unterschiedlichem zeitlichen Aufwand, manchmal bis zu drei Stunden“, beschreibt Philipp Brüggemann seine Arbeit an der Technischen Hochschule. Derzeit bringt er den Studierenden im 3. und 5. Bachelorsemester fachliches Grundlagenwissen bei, beispielsweise in der Phasengleichgewichtsthermodynamik und Kinetik. „Im Master-Studiengang geht es um Vertiefungsfächer wie die wirtschaftliche Bewertung chemischer Produktionsverfahren“, erläutert er.

Nach den Vorlesungen folgen meist Laborpraktika. „Hier prüfe ich die Studierenden vorab mündlich zu den geplanten Versuchen und korrigiere anschließend ihre Protokolle“, erklärt Philipp Brüggemann, der sein Lehrgebiet gemeinsam mit einem weiteren Professor betreut. Beide werden zudem unterstützt von zwei Laboringenieuren. Aufgrund des großen Lehre-Anteils an Fachhochschulen spielt die Forschung in seinem Berufsalltag keine große Rolle.

Jahrelange Industrie-Erfahrung

Ein Porträt-Foto von Philipp Brüggemann

Philipp Brüggemann

Foto: Doris Keßler

Neben seiner Lehrtätigkeit ist er für die IT-Ausstattung seiner Fakultät zuständig – beispielsweise wenn es um die Beschaffung neuer Spezialsoftware für die Modellierung chemischer Verfahren geht. „Außerdem nehme ich an Sitzungen des Fakultätsrats oder anderer Gremien teil“, ergänzt er.

Dass er einmal Professor sein würde, hatte Philipp Brüggemann eigentlich nicht geplant. Nach seinem Diplom-Ingenieur-Abschluss „Engineering and Computing“ an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg promovierte er dort 2010: „In meiner Doktorarbeit ging es um die Verfahrensverbesserung in der Synthesegasherstellung.“ Danach fand er direkt eine Stelle bei einem großen Chemie-Unternehmen und forschte hier zur Verfahrensentwicklung in der Petrochemie. Nach vier Jahren wechselte er in die Synthesegas-Produktion, bevor er 2016 zum Professor berufen wurde.

Verbeamtung auf Lebenszeit

„Ich hatte bereits im Studium eine positive Einstellung zum Professorenberuf. Daher habe ich gelegentlich nach entsprechenden Ausschreibungen Ausschau gehalten“, erinnert er sich. Schließlich bewarb er sich auf seine heutige Stelle. „Das Berufungsverfahren bestand aus einer Probevorlesung zu chemischen Grundlagen und einem Fachvortrag. Beides habe ich vor meinen heutigen Kollegen sowie teilweise vor Studierenden gehalten. Dazu kam ein Gespräch mit der Berufungskommission und dem Präsidenten. Dann bekam ich nach einigen Wochen die Zusage.“ Es folgten einige Formalien wie die Bestätigung des Wissenschaftsministeriums und die Verbeamtung.

Termindisziplin im Hochschulbetrieb

Für die Berufung zur Professur an einer Fachhochschule sind weder Habilitation noch ein spezielles Postdoc-Programm nötig (Begriffe siehe Glossar). Stattdessen zählen die Erfahrungen in der Praxis. Der Bewerber muss mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen, drei davon außerhalb der Hochschule. Philipp Brüggemann ergänzt: „Analytische Fähigkeiten und theoretisches Verständnis sind ebenfalls Voraussetzungen für meine Arbeit. Vieles versteht man erst richtig, wenn man es erklären muss. Und interessanterweise verlangt der Hochschulbetrieb eine pragmatisch-striktere Termindisziplin als die Privatwirtschaft.“ Ihm gefällt die Arbeit: „Es macht mir große Freude, wenn ich erlebe, wie ich wirklich etwas voranbringen kann.“ Für die Zukunft plant er, praxisbezogene Forschungsprojekte im Bereich der Prozess- und Verfahrensentwicklung anzustoßen. Neben gesicherten Perspektiven bietet sein Beruf ihm aber auch ausreichend Flexibilität für die Vereinbarkeit mit einem Familienleben.

 

Lehrbeauftragte an der Universität

Promovieren und gleichzeitig lehren

Wie arbeiten Nonprofit-Organisationen? Und was unterscheidet sie von gewinnorientierten Unternehmen? Diese Themen lehrt Michaela Platz (26) an der Universität Mannheim. Gleichzeitig ist sie Doktorandin.

Michaela Platz arbeitet seit Februar 2015 am Lehrstuhl für Public & Nonprofit Management der betriebswirtschaftlichen Fakultät der Universität Mannheim. „Als Lehrbeauftragte betreue ich derzeit Übungen, mit denen die Studierenden das Wissen aus den Vorlesungen vertiefen können. Ich setze dabei gerne interaktive Methoden wie Gruppenarbeiten ein oder verbinde die in den Vorlesungen gelernte Theorie mit Praxisbeispielen“, beschreibt die studierte Betriebswirtin ihr didaktisches Vorgehen.

Die Anzahl der Studierenden in ihren Übungen variiert abhängig vom Fach: „Es können manchmal 200 sein. In speziellen Seminaren sind es auch nur 20. Am liebsten arbeite ich mit kleinen Gruppen mit mehr thematischer Tiefe und direktem Feedback der Teilnehmenden.“

Übungen für Studierende

Ein Porträt-Foto von Michaela Platz.

Michaela Platz

Foto: Siegfried Herrmann

Aktuell betreut sie eine Übung zur Vorlesung „Einführung in das Nonprofit Management“. Dabei geht es um die Übertragung von klassischem Betriebswirtschaftswissen auf die Besonderheiten von Nonprofit-Organisationen. „Für diese Veranstaltung bin ich die Produktverantwortliche an unserem Lehrstuhl. Wir Lehrbeauftragte bereiten die verschiedenen Vorlesungen und Übungen gemeinsam vor und stimmen sie aufeinander ab. Zur Vorbereitung erstelle ich beispielsweise Vorlesungsfolien. Vor den Übungsterminen überlege ich mir die konkreten Aufgabenstellungen für die Studierenden“, erklärt Michaela Platz. Je nach vorhandenen Materialien dauert das bis zu einem Arbeitstag.

Zwischen Hörsaal und Schreibtisch

Gelegentlich nimmt Michaela Platz an wissenschaftlichen Konferenzen teil, für die sie Fachbeiträge vorbereitet. Über 90 Prozent ihrer Zeit verbringt sie allerdings im Hörsaal oder am Schreibtisch, vor allem für ihre Doktorarbeit. „In meiner Dissertation untersuche ich das Wohlergehen des Nonprofit-Sektors anhand bestimmter Kennzahlen. Dabei arbeite ich zum Beispiel mit direkten Organisationsbefragungen und mit Methoden aus der Konjunkturforschung.“

Bereits ihr Bachelor- und Masterstudium in BWL hat Michaela Platz an der Universität Mannheim absolviert. Darüber hinaus erwarb sie an der Queen’s University im kanadischen Kingston einen Master in International Business. „Ich dachte über einen Direkteinstieg in die Privatwirtschaft nach. Jedoch gefielen mir die Freiheiten und die Selbstbestimmtheit des wissenschaftlichen Arbeitens“, erinnert sie sich. Deshalb bewarb sie sich auf eine Stellenausschreibung des Lehrstuhls – mit Erfolg.

Selbstorganisation und Selbstbewusstsein

„Wichtig für meinen Beruf ist ein hohes Maß an Selbstorganisation – sprich: ohne Vorgaben und Feedback anderer zu arbeiten“, sagt Michaela Platz und ergänzt: „Eine gewisse Offenheit, um frei vor vielen Menschen sprechen zu können, versteht sich von selbst. Dazu bedarf es einem gesunden Selbstbewusstsein, gerade weil nicht alle Studierenden immer aufmerksam zuhören.“

Ihr befristeter Arbeitsvertrag läuft bis Ende 2018. Dann sollte sie auch ihre Promotion in der Tasche haben. Für die Zeit danach will sie sich noch nicht festlegen: „Ich könnte mir vorstellen, im Nonprofit-Bereich zu arbeiten – beispielsweise im Stiftungsmanagement. Das Wissenschaftsumfeld erfordert sehr viel, vor allem auch räumliche Flexibilität. Das erschwert es, lange im Voraus zu planen. BWL ist glücklicherweise ein sehr praxisnahes Fach, das viele Karriereoptionen birgt.“

 

Biologe in einem Forschungsinstitut

Wissenschaft als Herzensangelegenheit

Menschen mit schweren Herzerkrankungen eine Behandlungsalternative zur Organtransplantation bieten – an dieser Vision forscht der Biologe Dr. Michael Stauske (34) am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen.

„Wir forschen mit so genannten pluripotenten Stammzellen, die wir aus den Hautzellen von Rhesusaffen gewinnen. Diese Alleskönner-Stammzellen können sich in jeden Zelltyp des Körpers entwickeln. Aktuell versuche ich, sie mithilfe verschiedener Methoden zu Herzmuskelzellen und dann zu Herzgewebe zu differenzieren – ihnen also neue Aufgaben beizubringen“, erklärt Michael Stauske sein Forschungsprojekt. Sein Arbeitgeber, das Göttinger DPZ, ist Mitglied des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). „Gerade experimentiere ich mit verschiedenen Chemikalien und suche nach dem besten Differenzierungszeitpunkt im Lebenszyklus der Zellen“, ergänzt der Biologe. Langfristiges Ziel ist es, Patienten mit schwerwiegenden Herzerkrankungen mithilfe gesunder Herzmuskelzellen aus Stammzellen zu heilen.

Michael Stauske verbringt rund die Hälfte seiner Arbeitszeit im Labor: „Ich verwende sehr empfindliche Zellkulturen, lebende Zellen in sterilen Kulturgefäßen, um die ich mich regelmäßig auch am Wochenende kümmern muss.“ Den Rest der Zeit sitzt er am Schreibtisch. „Ich dokumentiere zum einen meine Experimente und bereite sie weiter auf, beispielsweise grafisch für einen Vortrag. Zum anderen recherchiere ich Fachliteratur.“

Erst Doktorarbeit dann Postdoc

Ein Porträt-Foto von Dr. Michael Stauske

Dr. Michael Stauske

Foto: privat

„Den Spaß an der Wissenschaft habe ich während meiner Promotionsphase für mich entdeckt“, erinnert er sich an sein Studium an der Georg-August-Universität Göttingen, das er 2010 als Diplom-Biologe abschloss. „Die Promotion ist für Biologen praktisch ein Muss.“ Bereits dabei forschte Michael Stauske an Stammzellen: „In meiner Doktorarbeit befasste ich mich mit der Entstehung der erblich bedingten Herzkrankheit Brugada-Syndrom.“ Mit dem Thema beschäftigte er sich noch zwei Jahre als Postdoc an der Universitätsmedizin Göttingen (Zusammenarbeit der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums in Göttingen) und veröffentlichte dazu einige Fachartikel.

Bei seiner heutigen Arbeitsgruppe am DPZ hatte er sich zunächst initiativ vorgestellt. Kurz darauf bewarb er sich dort auf eine Stellenausschreibung: „Wer sich in der Wissenschaft bewirbt, der muss seine bisherigen Forschungsergebnisse in einem Vortrag vorstellen – neben den sonst üblichen Bewerbungsgesprächen“, beschreibt er das typische Verfahren. Seit Mai 2016 arbeitet er an seinem Forschungsprojekt. Dieses läuft bis Ende 2018: „Dann prüft das DZHK meine bisherigen Ergebnisse und entscheidet über eine Fortsetzung.“

Geduld, Selbstmotivation und Teamfähigkeit

„Es ist wichtig, seine Forschungsarbeit gut vor anderen präsentieren zu können“, betont Michael Stauske. Grundlegend seien auch analytische Fähigkeiten, Kreativität und Lösungsorientierung – sowie eine große Portion Selbstmotivation: „Viele Versuche muss man sehr oft wiederholen bis sie klappen. Da braucht es viel Geduld und unerschütterliche Begeisterung für sein Thema.“

Zudem sei Teamfähigkeit gefragt, beispielsweise für das Arbeiten in Forschungskooperationen: „Ich tausche mich mit Kollegen in Japan, Großbritannien und Kanada aus, was sehr gute Englischkenntnisse voraussetzt.“ Ihm gefällt sein spannendes Forschungsthema: „Die regenerative Medizin fasziniert mich. Mich motiviert die Vision, dass meine Arbeit dazu beiträgt, neue Behandlungsoptionen für bisher unheilbare Erkrankungen zu finden.“ Für seine berufliche Zukunft wünscht er sich daher: „Ich möchte weiter in diesem Bereich forschen – sehr gerne mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag – sei es an der Uni, einem Forschungsinstitut oder in der Privatwirtschaft.“

 

Arbeiten in Wissenschaft und Forschung: Interview

Lehren, forschen und Geld eintreiben

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dozent, Assistent, Lehrbeauftragter, Professor... Wer heißt wie, wie wird man was und was macht wer? abi>> hat bei Dr. Michael Hartmer, Geschäftsführer des Deutschen Hochschulverbandes, nachgefragt.

abi>> Welche persönlichen Voraussetzungen sind für eine Hochschulkarriere wichtig?

Dr. Michael Hartmer: Neben überdurchschnittlicher Intelligenz sind es vor allem Neugier und Freude daran, den Dingen auf den Grund gehen zu wollen. Der Studienverlauf bestimmt maßgeblich, ob sich die Studierenden für eine Wissenschaftskarriere entscheiden – beispielsweise, ob ein Hochschullehrer sie zum Promovieren ermutigt und entsprechend fördert.

abi>> Welcher Karriereweg ist im Wissenschaftsbereich typisch?

Ein Porträt-Foto von Dr. Michael Hartmer

Dr. Michael Hartmer

Foto: privat

Michael Hartmer: Zumeist beginnt der Weg als wissenschaftliche Hilfskraft während des Studiums. Nach der unabdingbaren Promotion bleiben rund zehn Prozent der Absolventen an der Hochschule. Sie arbeiten zunächst als Postdocs, bevor sie sich habilitieren, eine Juniorprofessur antreten oder als Nachwuchsgruppenleiter selbstständig forschen (Begrifflichkeiten siehe Glossar). In dieser Qualifizierungszeit sind sie oft befristet beschäftigt. Der letzte Schritt, die Berufung zum Universitätsprofessor, folgt mit durchschnittlich 42 Jahren. Für eine Fachhochschulprofessur ist nach der Promotion eine mindestens fünfjährige Tätigkeit außerhalb der Hochschule obligatorisch.

abi>> Was wird sich mit den neuen Rahmenbedingungen ändern (Details siehe Neue Perspektiven für Wissenschaft und Forschung)?

Michael Hartmer: Die vielen befristeten Arbeitsverhältnisse führen zu unsicheren Lebensperspektiven unter den jungen Wissenschaftlern. Insbesondere für Frauen bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Karriere ein Spagat. Das novellierte Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das Kurzzeitbefristungen eindämmen will, und das Tenure-Track-Programm von Bund und Ländern, das für 1.000 Wissenschaftler im Falle der Bewährung Lebenszeitprofessuren vorsieht, sollen mehr Planbarkeit schaffen.

abi>> Welche Anforderungen kommen auf die Wissenschaftler zu?

Michael Hartmer: Sie müssen an Universitäten nicht nur mindestens neun Semesterwochenstunden lehren, sondern auch forschen und erhebliche Prüfungsleistungen erbringen. Dazu kommen ständiges Publizieren und Drittmitteleinwerben. Schließlich übernehmen sie zusehends Managementaufgaben und sind in die akademische Selbstverwaltung eingebunden. Arbeitszeiten von über 40 Wochenstunden verstehen sich daher von selbst.

abi>> Welche Trends bestimmen die weiteren Perspektiven?

Michael Hartmer: Insgesamt rechnen wir mit weiteren Zuwächsen im Wissenschaftssegment. Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, ist eine adäquate Finanzierung wichtiger denn je. Lehrtätigkeiten ohne Forschung dürften zunehmen. Deutschlands Stellung in der Wissenschaft hat sich in den letzten zehn Jahren verbessert. Deutsche Universitäten spielen aus Effizienzsicht – Investitionen versus Ergebnisse – international vorne mit.

 

Arbeiten in Wissenschaft und Forschung: Glossar

Das Wichtigste auf einen Blick

Von A wie Akademischer Rat bis W wie Wissenschaftszeitvertragsgesetz: Im Glossar erklärt abi>> die wichtigsten Begriffe rund ums Arbeiten in Wissenschaft und Forschung.

Akademischer Rat

Akademischer Rat ist eine Amtsbezeichnung für einen deutschen Beamten im höheren Dienst, der an einer wissenschaftlichen Hochschule als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. In einigen Bundesländern ist eine befristete Verbeamtung als Akademischer Rat möglich. Sogar Doktoranden werden in Ausnahmefällen während ihres Promotionsverfahrens als Akademischer Rat befristet verbeamtet.

Berufungsverfahren

Hochschulen besetzen freie Professorenstellen mithilfe eines Berufungsverfahrens: Zunächst schreibt die Hochschule die freie Stelle aus und der zuständige Fachbereich stellt eine Berufungskommission zusammen. Nach einer Erstauswahl präsentieren sich die formell geeigneten Bewerber beispielsweise mit Probevorträgen. Zudem holen die Hochschulen externe Gutachten ein, bevor die Berufungskommission eine so genannte Berufungsliste mit meist drei Bewerbern aufstellt. Rektor oder Präsident der Hochschule sowie deren Gremien entscheiden dann, welcher der Bewerber zum Zuge kommt. In einigen Bundesländern trifft das zuständige Landesministerium die letztgültige Entscheidung. Ein Berufungsverfahren kann von mehreren Monaten bis zu zwei Jahren dauern.

Drittmittel

Mit so genannten Drittmitteln finanzieren Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Regel bestimmte Forschungsprojekte oder -bereiche. Die Gelder stammen nicht aus dem regulären Finanzhaushalt der Einrichtung, sondern von „dritten Stellen“ – darunter Forschungsförderstellen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder die Privatwirtschaft.

Juniorprofessur

Seit 2002 besteht die rechtliche Möglichkeit, dass Hochschulen Juniorprofessoren berufen. Statt der sonst üblichen Habilitation muss ein Juniorprofessor eine herausragende Promotion vorweisen. Weitere Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Juniorprofessoren können an einer Hochschule forschen, lehren und sich dabei gleichzeitig für die Berufung zu einer „Lebenszeitprofessur“ qualifizieren. Ihre Aufgaben ähneln jenen von anderen Professoren. Jedoch ist ihre Stelle auf höchstens sechs Jahre befristet.

Habilitation

Die Habilitation ist die höchstmögliche Hochschulprüfung durch eine Habilitationskommission. Sie bestätigt die Fähigkeit, selbstständig zu forschen und zu lehren („Lehrstuhlreife"). Viele Fächer setzen für ihre Universitätsprofessoren eine Habilitation zwingend voraus. Zu den Voraussetzungen für eine Habilitation gehören meistens eine Promotion, eine Habilitationsschrift, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Erfahrungen in der wissenschaftlichen Lehre. Die Habilitationsordnungen der einzelnen Hochschulen richten sich allerdings nach den jeweiligen bundeslandabhängigen Gesetzen. Während des Habilitationsverfahrens arbeitet der Bewerber meist an einer Hochschule – beispielsweise als wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Lehrbeauftragter

Lehrbeauftragte halten Lehrveranstaltungen an Hochschulen ab. Dabei sind sie häufig nicht an der Hochschule angestellt, sondern arbeiten als freie Mitarbeiter beispielsweise auf Honorarbasis. Zu den Voraussetzungen gehört meist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Weitere Bedingungen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Privatdozent (PD)

Ein Privatdozent ist ein Wissenschaftler mit einer Habilitation und einer Lehrberechtigung an einer Hochschule – jedoch ohne eine Professur. Privatdozenten können beispielsweise als wissenschaftliche Mitarbeiter oder auch nebenberuflich an einer Hochschule arbeiten. In einigen Bundesländern müssen sie eine Mindestanzahl von Lehrveranstaltungen durchführen, um ihre Lehrberechtigung und damit den Privatdozent-Titel zu behalten.

Promotion

Bei einer Promotion verleiht eine Universität oder gleichgestellte Hochschule einen Doktorgrad in der jeweiligen Fachrichtung – wie Dr. med. (Medizin) oder Dr. rer. nat. (Naturwissenschaften). Dem voran geht ein Promotionsverfahren, in dem der Bewerber (Doktorand) seine Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten nachweisen muss. Dazu wählt der Doktorand einen Betreuenden (Doktorvater), erstellt unter anderem eine eigenständige, wissenschaftliche Arbeit (Dissertation) und absolviert eine mündliche Prüfung. Die Promotionsordnungen und damit der Ablauf der Promotion unterscheiden sich je nach Hochschule. Abhängig vom Studienfach und vom Thema dauern Promotionsverfahren zwischen mehreren Monaten und einigen Jahren.

Postdoktoranden (Postdocs)

Ein Postdoktorand ist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der nach seiner Promotion und Erhalt des Doktorgrades an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung arbeitet – meist befristet. Seine Forschungsprojekte werden oft durch Drittmittel finanziert.

Tenure-Track

Seit 2002 können Hochschulen ein Tenure-Track-Verfahren (heißt übersetzt „Verfahren zur Anstellung“) – meist im Zusammenhang mit einer Juniorprofessur – anbieten. Das Konzept stammt aus den USA und ist eine Alternative zum klassischen Berufungsverfahren. Es beschreibt die Möglichkeit, nach einer befristeten Bewährungszeit von sechs Jahren und einem Überprüfungsverfahren eine Lebenszeitprofessur zu erhalten. Bislang bieten nur wenige deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen das Tenure-Track-Verfahren an.

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Wissenschaftliche Mitarbeiter sind Angestellte oder Beamte an einer Hochschule oder einer Forschungseinrichtung, die wissenschaftlich tätig sind. An Hochschulen arbeiten sie zum Beispiel in Forschungsprojekten oder führen Lehrveranstaltungen durch. Viele Doktoranden, Postdoktoranden (Postdocs) und Nachwuchswissenschaftler sind als wissenschaftliche Mitarbeiter – meist befristet – beschäftigt. Ihre Pflichten unterscheiden sich je nach Bundesland, Hochschule und Institut.

Wissenschaftszeitvertragsgesetz

Das Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (Wissenschaftszeitvertragsgesetz – WissZeitVG) regelt die zeitlich befristete Beschäftigung von Wissenschaftlern und Künstlern. Die Befristung kann unbegründet bis zu sechs Jahre dauern – mit einer zulässigen Verlängerung auf insgesamt zwölf Jahre nach der Promotion (in der Medizin auf insgesamt 15 Jahre).
Das Gesetz im Wortlaut: http://www.gesetze-im-internet.de/wisszeitvg/


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