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Zwischen Entwicklung und Qualitätskontrolle

Messwerte dargestellt als Graphen
Bei der Überprüfung macht sich Physiklaboratin Tina Schramm die Gesetze der Strömungsmechanik zu nutze.
Foto: Martin Rehm

Physiklaborantin

Zwischen Entwicklung und Qualitätskontrolle

Ein Bürojob kam für Tina Schramm nach dem Abi nicht infrage. Daher entschied sie sich für eine Ausbildung zur Physiklaboratin – und das obwohl sie in der Schule kein Physikass war. Nun analysiert die 30-Jährige beim Filterspezialisten MANN+HUMMEL die Eigenschaften und Qualitäten der Materialien und Produkte.

Physik und Mathe sind ein Muss im Beruf? „Bedingt“, sagt Tina Schramm. „Die Physik, die uns im Beruf beschäftigt, hat mit der Standardphysik, wie sie an der Schule unterrichtet wird, eher weniger zu tun“, erklärt die 30-Jährige. Tina Schramm hat schon ihre Ausbildung bei MANN+HUMMEL absolviert und wurde im Anschluss direkt in eine Festanstellung übernommen. Für sie war der Weg zur Physiklaborantin von Zufällen und glücklichen Umständen begleitet – zum Beispiel dem, dass ihr Heimatort Selb bei Bayreuth in einer Hochburg für Physiklaboranten liegt.

Tina Schramm im Labor

Tina Schramm

Foto: MANN+HUMMEL

Bei MANN+HUMMEL am Standort Himmelkron analysieren Physiklaboranten die Eingangsmaterialien, optimieren die Bestandteile der Filter und überprüfen, ob neue Produkte am Ende den Spezifikationen entsprechen. Aber auch etablierte Filtersysteme müssen einer ständigen Qualitätsprüfung unterzogen werden – das betrifft die ankommenden Rohstoffe und Komponenten genauso wie die auszuliefernden fertigen Produkte.

Konkret nimmt Tina Schramm Stichproben der Aktivkohle, Klebstoffe und Vliese, die in den Filtersystemen zum Einsatz kommen und üperprüft, ob alle Materialien über die notwendigen Eigenschaften verfügen. Wenig später landen diese in verbauter Form wieder bei ihr im Labor, dann steht die Qualitätsprüfung der fertigen Filter an. Passt etwas nicht, muss optimiert werden, bis die Ware wieder die Standards erfüllt und herausgegeben werden kann.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Die Prüfung erfolgt nach vorgegebenen DIN-Normen. Wichtige Parameter sind der Druckabfall, die Abscheideleistung, die Staubspeicherkapazität und die Gasadsorption (die Anreicherung von Gasen an der Oberfläche eines Festkörpers). Bei der Überprüfung macht sie sich die Gesetze der Strömungsmechanik zu nutze: Drucksensoren und Partikelzähler machen so die Leistung eines Filters sichtbar. „Partikelzähler sind die Messeinrichtungen, die auch bei der Überprüfung von Feinstaubbelastungen in den Städten zum Einsatz kommen“, erklärt Tina Schramm.

Im Team mit drei Laboranten, einer Auszubildenden und einem Prüftechniker ist sie also die Schnittstelle zwischen Entwicklung, Musterbau und Qualitätsprüfung. „Die Prüfvorgänge selber laufen vollständig automatisiert ab, wir müssen die Apparaturen bestücken und die Auswertungen vornehmen“ erklärt sie. Die Arbeit am Computer macht etwa 30 bis 40 Prozent aus – der Rest ist Koordination, Organisation und – Bewegung. „Körperlich ist meine Arbeit nicht wirklich anstrengend, aber ich bin viel durch die Hallen unterwegs.“

Vielseitiger Beruf

Die wichtigste Voraussetzung für ihre Arbeit sieht Tina Schramm in der Fähigkeit, eigenständig zu arbeiten und sich gut zu organisieren. Sorgfalt sei dabei unerlässlich, und Belastbarkeit. „Man muss alle Abläufe eigenverantwortlich koordinieren und bei allen Aufgaben gibt es immer Termindruck – egal ob bei der Qualitätsprüfung etablierter Produkte oder bei Neuentwicklungen“, betont sie.

Ihren Beruf empfindet sie als sehr erfüllend. Große Veränderungspläne hat sie nicht. „Vielleicht mache ich irgendwann die Weiterbildung zur Technikerin. Noch mehr würde es mich jedoch reizen, die Ausbildung der Physiklaboranten zu übernehmen.“ Optionen gibt es viele – so ist eine ehemalige Laboranten-Kollegin inzwischen als Entwicklungsassistentin tätig. „Das ist ja das Schöne im Beruf, dass die Arbeit und die Perspektiven so vielseitig sind“, schließt sie.

abi>> 14.03.2019