Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Mathe mit Meinung

Computermathematikerin erklärt das Konzept der Datenbank zur Optimierung der Arbeitsabläufe.
Mathematiker im Bereich der Marktforschung erstellen beispielsweise Verbraucherumfragen und werten diese aus.
Foto: Axel Jusseit

Mathematikerin

Mathe mit Meinung

Welches Image hat eine Marke? Mit Fragen wie dieser beschäftigt sich Diplom-Mathematikerin Katrin Hilger. Die 33-Jährige arbeitet beim Münchner Marktforschungsinstitut Kantar TNS in der Methoden-Abteilung.

„An der Mathematik fasziniert mich die Logik: Am Ende geht eine Rechnung immer auf“, schwärmt Katrin Hilger. Logisches Arbeiten ist auch bei ihrem Arbeitgeber Kantar TNS gefragt – bis 2016 als TNS Infratest bekannt. Beim zweitgrößten Meinungsforschungsinstitut Deutschlands ist die diplomierte Mathematikerin in der Abteilung Applied Marketing Science im Einsatz.

„Wir befassen uns unter anderem mit Markenforschung, also Markenimage und Markenoptimierung – vom Shampoo bis zum Auto“, erklärt sie. Verbraucher nehmen an Umfragen teil, zum Beispiel zum Image einer Marke, was sie sich von ihr wünschen oder wie sie sie im Vergleich zu anderen Marken sehen. „Mein Team erhält die Datensätze aus den Umfragen, und wir schreiben kleine Programme, um diese Daten mit unserer Analysesoftware auszuwerten“, berichtet Katrin Hilger. Durch diese Auswertungen lassen sich Handlungsempfehlungen für die Kundenmarke ableiten, etwa zu unerfüllten Bedürfnissen am Markt.

Viel Arbeit am Computer

Ein Porträt-Foto von Katrin Hilger

Katrin Hilger

Foto: privat

Sie und ihr Team testen auch Entwicklungen, zum Beispiel Werbung oder neue Produkte. „Vor den Umfragen helfen wir zudem den Projektleitern oft beim Aufsetzen der Studie. Wir beraten sie, wie eine Fragestellung aussehen sollte, damit wir sie anschließend datentechnisch analysieren können.“ Das Marktforschungsinstitut ist in ganz Europa tätig, daher kommuniziert sie mit den internationalen Projektleitern auf Englisch. Sprachkenntnisse sind daher ein Muss.

Drei bis fünf Tage benötigt Katrin Hilger, um eine Studie zu bearbeiten, zwei- bis dreimal in der Woche erhält sie neue Daten. Das bedeutet viel Arbeit am Computer. Dabei kommen vor allem die hauseigene Software, das Statistikprogramm SAS und auch Excel zum Einsatz. „Darüber hinaus fließt viel Zeit in die Beratung. Zudem treffen wir uns täglich im Team, um anfallende Aufgaben zu besprechen. Mit mir arbeiten unter anderem Statistiker, Psychologen und Wirtschaftsmathematiker in der Abteilung“, berichtet die Statistik-Expertin.

Diszipliniert arbeiten und sich durchbeißen

Neben ihrem Mathematikstudium an der Universität zu Köln studierte Katrin Hilger parallel Sozialwissenschaften – eine Kombination, die ihr heute in der Marktforschungsbranche zugutekommt. Sie findet, dass das reine Mathestudium sie nicht unbedingt auf Statistik-Aufgaben vorbereitet hat. In den Sozialwissenschaften hatte sie hingegen schon mehr mit statistischen Themen zu tun. „Was ich in Mathe allerdings gelernt habe: diszipliniert zu arbeiten, am Ball zu bleiben und mich durchzubeißen“, so die Diplom-Mathematikerin. „Das hilft mir heute, immer wieder neue Auswertungsmöglichkeiten zu finden und auch bei komplizierten Fällen nicht aufzugeben.“

Während des Studiums hat die 33-Jährige in der versicherungsmathematischen Beratung gearbeitet. „Aber das war mir zu weit weg vom Menschen. Daher habe ich mich nach meinem Diplom-Abschluss in der Marktforschung beworben.“ Zunächst war sie in der Sportmarktforschung in Köln beschäftigt, bevor sie zur Kantar TNS wechselte.

Tipp: Praxisluft und zusätzliche Kurse

Angehenden Mathematikern, die ebenfalls in der Marktforschung arbeiten wollen, rät sie, auf jeden Fall während des Studiums zum Beispiel als Werkstudent oder Praktikant in die Branche hineinzuschnuppern. „Enthält das Studium keine Statistik-Anteile, lohnt es sich, hier zusätzliche Kurse zu belegen oder ein Nebenfach mit einem Bezug zur Marktforschung zu wählen. Ich zum Beispiel hatte Volkswirtschaft als Nebenfach.“ Katrin Hilger freut sich auf jeden Fall, heute in der Marktforschung zu arbeiten. „Auch wenn ich nicht persönlich mit den Befragten zu tun habe, finde ich es interessant, zu sehen, welche Meinungen sie zu bestimmten Produkten haben.“

abi>> 07.11.2017