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Die richtige Mischung macht‘s

Student wiegt eine gelbe Substanz in einem Labor ab.
Materialwissenschaftler testen Stoffe im Labor auf ihre Eigenschaften und Komponenten.
Foto: Nicole Schwab

Ingenieurin – Materialwissenschaft

Die richtige Mischung macht‘s

Ingenieurin Jessica Pater (26) arbeitet bei einem Kunststoffverarbeitungsunternehmen, wo sie unter anderem Rezepturen für verschiedene Produkte entwickelt.

Materialspezialistin für Möbel- und Industrieanwendungen – so lautet die offizielle Berufsbezeichnung von Jessica Pater. Die 26-jährige Diplom-Ingenieurin arbeitet bei dem Kunststoffverarbeitungsunternehmen Rehau in Bayern. Dort werden alle möglichen Produkte aus Kunststoff hergestellt, zum Beispiel für die Automobil-, die Bau- und die Möbelindustrie. Als Materialspezialistin ist es Jessica Paters Aufgabe, Rezepturen für verschiedene Produkte zu entwickeln. In Laborversuchen lässt die Ingenieurin prüfen, aus welchen Komponenten Kunststoffe bestehen und welche Eigenschaften die verwendeten Rohstoffe haben müssen, damit am Ende ein neues, hochwertiges Produkt entsteht. Das können dann zum Beispiel Terrassendielen aus einem Holz-Kunststoff-Gemisch sein, Kantenbänder, die Möbelstücke abrunden, oder Komponenten für Kühlschrankdichtungen.

„Plane ich etwa die Verbesserung eines bestehenden Produktes durch den Austausch bestimmter Komponenten, starte ich mit Kleinversuchen im Labor, um zum Beispiel mechanische und thermische Eigenschaften zu bestimmen“, erklärt Jessica Pater. Hinzu kommen Alterungsprüfungen, die die Beständigkeit des neuen Werkstoffs gegenüber widrigen klimatischen Verhältnissen oder Wasser testen. Nachdem der neue Werkstoff oder die neue Rezeptur ausgiebig geprüft wurde, erfolgen schließlich die Materialfreigabe und der Produktionsstart.

Kombination aus Technik und Chemie

Ein Porträt-Foto von Jessica Pater

Jessica Pater

Foto: Windisch

„Es ist eine Herausforderung, zu ermitteln, worin Probleme bei der Materialverarbeitung oder im Endprodukt begründet liegen.“ Hier ist Analysefähigkeit und manchmal eine zündende Idee gefragt, um der Lösung auf die Spur zu kommen. „Am meisten Spaß macht es mir zu sehen, dass ein neues Material zum Einsatz kommt, nachdem ich längere Zeit an der Einführung und Optimierung gearbeitet habe.“

Nach ihrem Abitur wollte Jessica Pater etwas Ingenieurwissenschaftliches studieren und sah sich diverse Studiengänge wie Maschinenbau, Verfahrenstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen genauer an. „Wegen der Kombination aus Technik und Chemie habe ich mich schließlich für Materialwissenschaft entschieden.“ An einigen Hochschulen trägt der Studiengang auch den Namen Chemietechnik. Auf einer Jobmesse für Studierende erhielt Jessica Pater im Gespräch mit Personalbetreuern von Rehau einen ersten Eindruck von ihrem jetzigen Arbeitgeber. Nach ihrem Abschluss an der Universität Bayreuth bewarb sie sich schriftlich auf die ausgeschriebene Stelle als Materialspezialistin. Wer sich für einen Job im Bereich Kunststoffverarbeitung interessiert, sollte laut der Ingenieurin über gute Analyse- und Kommunikationsfähigkeiten verfügen, neugierig sein und eine Vorliebe für chemische und technische Zusammenhänge mitbringen.

Kunststoffen den richtigen Pep geben

Auch wenn sie meist nicht selbst im Labor steht, plant Jessica Pater die Versuche und ist für die Auswertung der Ergebnisse zuständig. Außerdem ist sie für Pflege der Materialdaten in den Produktionssystemen verantwortlich. Dazu gehört, dass Gefahrstoffe erkannt und vermieden werden. Bei Messe- und Werksbesuchen pflegt sie Beziehungen zu Lieferanten, mit denen sie darüber hinaus täglich per E-Mail oder Telefon in Kontakt steht. Regelmäßig schult sie außerdem neue Mitarbeiter in Werkstoffkunde und stellt ihnen in Seminaren die im Unternehmen verwendeten Kunststoffe vor, erklärt Eigenschaftsunterschiede und zeigt, wo sie eingesetzt werden können. „Dabei versuche ich, den komplexen Stoff mit vielen Analogien aus dem Alltag verständlich zu machen. Sogenannte Additive bei Kunststoffen kann man mit Gewürzen vergleichen, die einem Gericht in geringem Maß zugegeben werden, es dadurch anpassen und perfektionieren und ihm so den richtigen ‚Pep‘ geben.“

Nach einem Jahr im Beruf ist es nun Jessica Paters Ziel, noch viel Erfahrung und Wissen zu sammeln, um ihrer Rolle als Spezialistin noch besser gerecht zu werden. „Ich wünsche mir, weiter viel zu lernen, daran zu wachsen und so die Eigenschaften der von mir verwendeten Materialien zu perfektionieren.“

abi>> 10.01.2017