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Im Einsatz an chemischen Anlagen

Detail, Konstruktionsplaene, zu Clement Delhoume, Konstruktionsingenieur, aufgenommen im Buero der Firma in Hoehenkirchen-Siegertsbrunn am 2. September 2016.
Technische Aspekte verknüpft mit Chemie: Sven Wibbeler erstellt bei seiner Arbeit als Chemieingenieur etwa Pläne zur Sicherung von chemischen Anlagen.
Foto: Christof Stache

Chemieingenieur – Porträt

Im Einsatz an chemischen Anlagen

Perfekte Planung für reibungslosen Betrieb: Sven Wibbeler kümmert sich bei Lanxess in Leverkusen in der Abteilung Verfahrensentwicklung um Chemieanlagen. Dafür ist der 26-jährige Chemieingenieur viel auf Achse.

„Derzeit bin ich in einem dreiköpfigen Team eingesetzt, das sich mit der Erweiterung einer Anlage in unserem Werk in Uerdingen beschäftigt“, erzählt Sven Wibbeler. Er und seine Kollegen erstellen sogenannte Fließbilder, die die einzelnen Schritte des chemischen Reaktionsprozesses in der Anlage beschreiben. Sie berechnen den Bedarf von Dampf und Kühlwasser für die Produktion, kalkulieren, wie groß Kessel und Rohre der Anlage sein müssen, die die Chemikalien reagieren lassen und befördern, und sie entwerfen Pläne, wie man die Sicherheit der Anlage gewährleisten kann.

„Das alles machen wir natürlich nicht allein mit unserem kleinen Team, sondern zusammen mit vielen Kollegen. Die sind zum Beispiel für das Equipment der Anlage und für die Detailplanung zuständig“, erklärt Sven Wibbeler. Zwei bis drei Tage pro Woche fährt er nach Uerdingen, um vor Ort an der bestehenden Anlage zu arbeiten. In seinem Büro in Leverkusen bereitet er die gesammelten Informationen dann für die weitere Anlagenplanung auf.

Förderung dank Deutschlandstipendium

Ein Porträt-Foto von Sven Wibbeler

Sven Wibbeler

Foto: LANXESS AG

Da er schon in der Schule Interesse an Naturwissenschaften hatte, entschied sich Sven Wibbeler zunächst für ein duales Studium an der Fachhochschule Bingen: Er studierte Verfahrenstechnik und machte parallel dazu bei einem Chemieunternehmen eine Ausbildung zum Chemikanten, lernte also, chemische Produktionsanlagen zu steuern. Anschließend nahm er ein Masterstudium zum Chemieingenieur an der Technischen Universität Dortmund auf. „Die Mischung aus Chemie und Technik im Bachelor- und Masterstudium hat mir sehr gut gefallen“, erinnert sich der heute 26-Jährige.

Sein Masterstudium finanzierte er teilweise durch das Deutschlandstipendium. Dabei erhalten Studierende und Studienanfänger monatlich 300 Euro, die je zur Hälfte von privaten Geldgebern wie Wirtschaftsunternehmen sowie aus dem Bundeshaushalt gezahlt werden. Der private Förderer seines Stipendiums war der Chemiekonzern Lanxess, dessen Mitarbeiter der Stipendiat auf einer Netzwerkveranstaltung des Unternehmens später auch persönlich kennenlernte. „Darüber hinaus wies mich Lanxess auf einer Karrieremesse auf eine offene Stelle hin“, erinnert sich Sven Wibbeler. „Also bewarb ich mich als Verfahrensingenieur.“

„Schnelle Auffassungsgabe und viel Engagement“

„Es ist gut, dass ich mich nicht nur mit technischen Aspekten, sondern auch mit Chemie auskenne. Das macht die Arbeit an den chemischen Anlagen leichter“, sagt der 26-Jährige, der bei seinem Projekt unter anderem mit Chemikern, Bauingenieuren und Regelungstechnikern zusammenarbeitet. Bei so vielen Schnittstellen ist es wichtig, gute Kommunikationsfähigkeiten mitzubringen. „Außerdem braucht man für meinen Job eine schnelle Auffassungsgabe und viel Engagement“, weiß Sven Wibbeler. Nicht zuletzt ist ein langer Atem hilfreich: Ein Projekt wie die Anlagenerweiterung dauert mitunter mehrere Jahre.

Was nach Abschluss dieses Projekts auf den Chemieingenieur zukommen wird, steht also noch lange nicht fest. Möglichkeiten gibt es aber viele. „Ich kann mir vorstellen, später auch den Produktionsbetrieb zu unterstützen“, sagt er. Da Lanxess weltweit Produktionsstätten unterhält, ist die Auswahl an Anlagen groß, für die Experten wie Sven Wibbeler gebraucht werden.

abi>> 12.02.2018