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Faszination Forschung

Aufnahme eines Versuchsaufbaus zur Magnetresonanztomographie
Die Funktionen und den Zweck komplexer Technologien verständlich erklären, ist eine der Aufgaben von Wissenschaftskommunikatoren.
Foto: Axel Jusseit

Wissenschaftskommunikator/in: Hintergrund

Faszination Forschung

Forschung muss keine trockene und komplizierte Angelegenheit sein: Wissenschaftskommunikatoren vermitteln sie der Öffentlichkeit lebendig und unkompliziert. Ob es um Elektroautos, Klimawandel, digitale Technologien oder Entdeckungen in den Biowissenschaften geht – sie gehen mit Begeisterung daran, Wissenschaft für jeden attraktiv und verständlich darzustellen.

Es gibt viele Gründe, Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit näherzubringen. In erster Linie machen Wissenschaftler und Universitäten dadurch ihre Arbeit einem breiteren Publikum bekannt. Hier kommen Wissenschaftskommunikatoren ins Spiel: Sie sind oftmals bei Universitäten oder außeruniversitären Forschungsinstituten tätig, etwa in Pressestellen. Dort machen sie die Forschungstätigkeiten publik, schreiben und verschicken Pressemitteilungen oder stehen Journalisten Rede und Antwort. Darüber hinaus sind sie an der Organisation von Veranstaltungen beteiligt, etwa von Pressegesprächen oder akademischen Jahrfeiern. Dank ihrer Arbeit werden manchmal Unternehmen auf Prototypen von Forschungsinstituten aufmerksam, beispielsweise von speziellen Gesundheitsmatratzen oder „intelligenten“ Schuhen, die sie gerne produzieren würden.

Wissenschaft zum Anfassen

Aber auch jenseits von Fachpresse und Unternehmen interessieren sich immer mehr Menschen für Wissenschaft und Forschung. „Wissenschaft zum Anfassen“ gibt es mittlerweile in Museen, Science Centern sowie im Rahmen verschiedener Kurse und Führungen. Auch daran sind Wissenschaftskommunikatoren beteiligt: Sie wecken bei den Besuchern die Begeisterung für Wissenschaft und erklären ihnen anschaulich komplexe Themen wie Elektrizität, Klima oder Organfunktionen. In spezialisierten PR-Agenturen bringen sie neue Technologien oder die MINT-Fächer zu einem interessierten Publikum, unter anderem an Schulen, Hochschulen oder Unternehmen. Dabei planen sie etwa Messeauftritte, Veranstaltungen oder Roadshows.

„Nicht zuletzt arbeiten Kommunikatoren zum Beispiel als Wissenschaftsjournalisten für Fachzeitschriften, Online-Medien oder die Wissenschaftsressorts von Tages- und Wochenzeitungen. Ebenso gehen sie im Fernsehen oder Radio mit Neuigkeiten aus der Wissenschaft auf Sendung“, weiß Sabine Najib, Beraterin für akademische Berufe an der Agentur für Arbeit in Osnabrück. Entsprechende Fernsehsendungen sind sehr beliebt, schon Kinder sehen sich begeistert „Die Sendung mit der Maus“ und Co. an. „Darüber hinaus sind Wissenschaftskommunikatoren als Fachbuchautoren oder Ghostwriter für weniger kommunikationsaffine Wissenschaftler tätig“, ergänzt Sabine Najib.

Der richtige Mix von Fähigkeiten

Die Aufgabe von Wissenschaftskommunikatoren ist es vor allem, komplizierte Sachverhalte aus der Forschung allgemein verständlich und anschaulich zu vermitteln. Daher benötigen sie eine überdurchschnittliche Sprachkompetenz, eine schnelle Auffassungsgabe, die Bereitschaft, sich ständig in neue Themen einzuarbeiten, ein ausgeprägtes Kommunikationstalent und die sprichwörtliche „Freude am Schreiben“. Neugier und ein breites Interesse für Naturwissenschaft und Technik, aber auch für Geisteswissenschaften, gehören zu den Grundvoraussetzungen.

Ein Porträt-Foto von Rolf Dörr

Rolf Dörr

Foto: privat

Für Wissenschaftskommunikation gibt es keine definierte Ausbildung. Wer ein naturwissenschaftliches oder auch geisteswissenschaftliches Studium erfolgreich absolviert hat, kann grundsätzlich einsteigen. „Entscheidend ist nicht die Fachrichtung, sondern Erfahrungen aus dem Studium zum wissenschaftlichen Arbeiten und die Fähigkeit zum analytischen und kritischen Denken“, betont Rolf Dörr, Berater für akademische Berufe an der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach. Während es in den USA etwa ein Studium „Science Communication“ gibt, erlernen Wissenschaftskommunikatoren in Deutschland ihre Kompetenzen meist über „Learning by Doing“. Sinnvoll kann zusätzlich ein Volontariat sein, bevorzugt in einer Wissenschaftsredaktion oder der Pressestelle einer Hochschule, um sich von Profis gründlich in die Praxis einführen zu lassen.

Aus Sicht des Berufsberaters ist die Tätigkeit sehr spezialisiert. Auf dem Arbeitsmarkt sind Stellen für Wissenschaftskommunikatoren laut Rolf Dörr, eher selten. „Da muss jemand schon sehr genau ein Ziel vor Augen haben und die entsprechende Leidenschaft mitbringen“, ist er überzeugt.

Weitere Informationen

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 Berufsbeschreibungen in Text und Bild
berufenet.arbeitsagentur.de


JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
jobboerse.arbeitsagentur.de


studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de


Wissenschaft im Dialog
Initiative der deutschen Wissenschaft für Diskussion und Austausch über Forschung in Deutschland
www.wissenschaft-im-dialog.de


Bundesverband Hochschulkommunikation
Zusammenschluss der Kommunikationsverantwortlichen an Hochschulen in Deutschland
www.bundesverband-hochschulkommunikation.de

abi>> 02.02.2017