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Traumberuf Schauspielerei

Junger Mann auf der Bühne hält einen Monolog
Hauptberuflich auf der Bühne stehen und Theater spielen - der Traum angehender Schauspieler.
Foto: Ria Kipfmüller

Schauspielerin

Traumberuf Schauspielerei

Julia Sontag arbeitet hauptberuflich als Schauspielerin am Theater der Jungen Welt in Leipzig. Für abi» berichtet die 30-Jährige, wie sie es dorthin geschafft hat und welche Herausforderungen ihr Traumberuf mit sich bringt.

Was hat das Phantasialand mit dem Berufswunsch Schauspielerei zu tun? Auf den ersten Blick nichts, im Fall von Julia Sontag aber viel. Als der bei der Schülerin und ihren Freunden so beliebte und oft besuchte Freizeitpark in Brühl sich mal wieder in den Winterschlaf begab, suchte sie nach einer alternativen Freizeitbeschäftigung. Theaterspielen in der Schule machte ihr Spaß, also meldete sie sich einfach im Jugendclub des Theaters Krefeld an. „Dort kam ich das erste Mal in Kontakt mit dem Metier. Mir wurde da auch erst so richtig bewusst, dass die Leute auf der Bühne das tatsächlich hauptberuflich machen.“

Noch interessanter als die Schauspielerei selbst fand Julia Sontag anfangs das ganze Drumherum, die Menschen, die besondere Atmosphäre. Der Reiz, später auch dazuzugehören, verwandelte sich prompt in Ehrgeiz, als ein Jugendclub-Kollege an der „Hochschule für Schulspielkunst Ernst Busch“ in Berlin angenommen wurde.

Theater: Studium ist Must-have

Ein Porträt-Foto von Julia Sontag

Julia Sontag

Foto: Ulrike Rindermann

Beim Vorsprechen an der fünften Schule, der renommierten Theaterakademie August Everding in München, überzeugte sie das Gremium. Dort studierte Julia Sontag von 2005 bis 2009, spielte während dieser Zeit zum Beispiel am Metropol-Theater in München.

Ihr Tipp: „Wer ans Theater will, kommt um ein Studium nicht herum. Man wird nämlich schlichtweg nicht zum Vorsprechen eingeladen“, lautet ihre Erfahrung. Ihr erster Job nach dem Studium führte sie als Dorothy in einer Bühnenfassung von „Der Zauberer von Oz“ ans Saarländische Staatstheater, danach folgten viele weitere Engagements auf Bühnen quer durch die Republik. Als Schauspieler muss man flexibel sein, und zwar nicht nur, was den Wohnort anbelangt, sondern auch die Arbeitszeiten betreffend.

Kein Nine-to-five-Job

„Die Vorstellungen finden nun mal sehr oft abends und auch an den Wochenenden statt. Das erfordert eine Präsenz von 18 Uhr bis 22 Uhr. Tagsüber, etwa von 10 bis 14 Uhr, kommen unter anderem Teambesprechungen und weitere Proben hinzu. Diese Arbeitszeiten bedeuten: arbeiten, wenn die meisten frei haben. Das stellt für die Gestaltung des Privatlebens eine ganz schöne Herausforderung dar“, erklärt Julia Sontag, die aktuell am Theater der Jungen Welt in Leipzig spielt.

Geregelt ist zumindest das Einkommen für die Zeit des Engagements, das häufig nach einem oder zwei Jahren ausläuft – dann heißt es: was Neues suchen! „Die Gagen sind überschaubar und steigen im Laufe der beruflichen Laufbahn kaum. Große finanzielle Sprünge sind da nicht drin“, gibt Julia Sontag zu bedenken.

Es braucht mehr als Talent

Theater spielen mache keiner, den sie kenne, des Geldes, sondern der Leidenschaft wegen, erklärt die 30-Jährige. Daneben seien Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen wichtig. Im Bereich Film und Fernsehen verdiene man zwar mehr, dafür schwingen bei der auferlegten Selbstständigkeit immer ständige (Medien-)Präsenz und (finanzielle) Unsicherheit mit. Wann bekomme ich die nächste Rolle? Wie viele Drehtage habe ich de facto am Ende des Projektes? Was spült der Job in die Kasse?

Julia Sontag weiß, wovon sie redet. Stand sie doch einige Male vor der Kamera, etwa in der ARD-Soap „Verbotene Liebe“. Hat es sich für die junge Schauspielerin denn ausgedreht? „Ich bin sehr happy am Theater, jedoch offen, was in Zukunft an Projekten und Rollen auf mich zukommen wird. Ob auf der Bühne oder vor Kamera, das wird sich zeigen.“ Die Entscheidung, Schauspielerin zu werden, bereut sie keineswegs, doch gibt sie allen Interessierten mit auf den Weg: „Es steckt doch viel mehr Job in diesem Traum, als man denkt.“ 

abi>> 31.10.2018

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