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„Ohne Eigeninitiative geht es nicht“

Eine junge Frau sitzt draußen auf einer Steintreppe und liest.
Italienisch, Französisch, Spanisch und mehr: Romanisten widmen sich in ihrem Studium Sprachen, deren Ursprung im Lateinischen liegt. Das Erlernen der Sprache, aber auch Literatur und Kultur stehen dabei im Fokus.
Foto: Martin Hirschmann

Romanistik: Hintergrund

„Ohne Eigeninitiative geht es nicht“

Romanisten leben – wie die meisten Geisteswissenschaftler – mit einer gewissen Unsicherheit, was ihre berufliche Laufbahn angeht. Umso wichtiger ist es, schon während des Studiums die Weichen für die spätere Karriere zu stellen.

Quoi? ¿Qué? Che? Que? Ce? – Franzosen, Spanier, Italiener, Portugiesen oder Rumänen haben ihre eigene Sprache. Doch die jeweilige Übersetzung etlicher Wörter, etwa des Frageworts „Was“, macht deutlich: Diese Sprachen eint eine gemeinsame Wurzel – das Lateinische.

Ein Porträtbild von Frank Westphal

Frank Westphal

Foto: privat

Die Romanistik beschäftigt sich sprach-, literatur- und kulturwissenschaftlich mit diesen zwischen zehn und 16 Sprachen, je nach Berücksichtigung von Dialekten. Neben den für das Studienfeld Romanistik wichtigsten Sprachen Französisch, Spanisch und Italienisch gehören auch weniger bekannte Kleinsprachen wie Aromunisch oder Picardisch dazu. Erstere wird in Teilen der Balkanhalbinsel gesprochen, Letztere ist im Norden Frankreichs sowie in einigen Gebieten Belgiens verbreitet.

In Deutschland ist das Interesse an der Romanistik groß: Laut Statistischem Bundesamt waren im Wintersemester 2015/16 knapp 20.000 Studierende in diesem Bereich eingeschrieben.

Sprache, Literatur und Kultur verstehen

„Die Inhalte des Romanistikstudiums sind sehr vielfältig“, sagt Frank Westphal, Berufsberater der Agentur für Arbeit in Köln. So lernen die Studierenden, wie sich romanische Sprachen aus dem Lateinischen weiterentwickelt haben. Zudem werden Unterschiede in der Grammatik wie auch Entwicklungstendenzen einzelner Sprachen beleuchtet.

Romanistikstudierende analysieren literarische Werke hinsichtlich Gattung und Epoche sowie verwendeter Symbole und Metaphern. „Nach Ende des Studiums sollte ein Romanist in der Lage sein, einen Text einer bestimmten Epoche zuzuordnen“, berichtet der Experte. Heute sei es allerdings mehr und mehr von Bedeutung, auch über den Tellerrand der Literatur hinauszublicken und sich mit der medialen Verarbeitung literarischer Werke auseinanderzusetzen – etwa der Verfilmung und der Dramatisierung.

Ein Fach, mehrere Studienwege

So gut wie alle Studiengänge der Romanistik sind bereits in das Bachelor- und Master-System überführt. „In aller Regel wird Romanistik als Zwei-Fach-Bachelor unterrichtet, was eine Kombination von entweder zwei Sprachen oder einer Sprache mit einem anderen geisteswissenschaftlichen Fach, etwa Kunstgeschichte oder Philosophie, bedeutet“, erklärt Frank Westphal.
Weiterhin entscheiden die Studierenden, ob sie auf Lehramt studieren wollen oder nicht. „Die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Wegen innerhalb der Romanistik ist jedoch groß. Auch wenn zum Beispiel jemand einen Bachelor ohne Pädagogik absolviert, kann er sich im Master immer noch umorientieren“, erläutert der Berufsberater.

Voraussetzungen für das Studium seien Offenheit anderen Kulturen gegenüber, ein gutes Sprachgefühl sowie eine Bereitschaft, zumindest zeitweise ins Ausland zu gehen. Zudem sollten Studierende schon während des Studiums erste berufliche Erfahrungen sammeln, etwa durch Praktika. „Ohne Eigeninitiative geht es nicht“, betont der Berufsberater.

Auslandserfahrung ist ein großes Plus

Mögliche Berufswege sind fast so vielfältig wie die Anzahl der romanischen Sprachen. Sie reichen vom Lehramt oder der Wissenschaft über Journalismus, PR, Tourismus, Werbung und Tätigkeiten im Umfeld des Theaters bis hin zur Arbeit bei internationalen Organisationen, in der Verwaltung oder in der Wirtschaft.

„Für fast jeden Bereich sind Auslandserfahrungen ein großes Plus. Daher lohnt es sich, schon bei der Suche nach der Universität darauf zu achten, welche Auslandsmöglichkeiten dort jeweils geboten werden“, rät Frank Westphal.

Weitere Informationen

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort Romanistik)
berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de


JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
jobboerse.arbeitsagentur.de


Deutscher Romanistenverband
Der größte Fachverband der Romanistik im deutschsprachigen Raum
www.deutscher-romanistenverband.de


Romanistik.de
Deutschsprachige Plattform für Stellen, Tagungen und Neuigkeiten im Bereich der Romanistik
www.romanistik.de

 

Frankoromanistenverband
Fachverband für alle Wissenschaftler, die das Fach Französisch und die Frankophonie vertreten
www.francoromanistes.de

 

Deutscher Italianistenverband
Fachverband für alle Wissenschaftler, die das Fach Italienisch vertreten
www.italianistenverband.de

 

Deutscher Hispanistenverband
Fachverband für alle Wissenschaftler, die das Fach Spanisch vertreten
www.hispanistica.de

abi>> 26.04.2017