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Gefragt sind Multitalente

Ein Regisseur schaut durch eine Filmkamera.
Egal ob Theater, Film, Fernsehen, Musical oder Hörspiel: Damit eine kreative Idee zu einem Gesamtwerk heranreift, bedarf es der akribischen Arbeit von Regisseuren. In der Regel führt ein Studium in dieses Berufsfeld - die Plätze sind rar und begehrt.
Foto: Stache

Regie – Hintergrund

Gefragt sind Multitalente

Wer nicht nur leidenschaftlicher Kino- oder Theatergänger ist, sondern auch dafür brennt, eigene Ideen umzusetzen und dabei die Fäden in der Hand zu halten – für den kann ein Regiestudium genau das Richtige sein. Doch die Studienplätze sind rar und heißbegehrt, besonders an renommierten Hochschulen. Klar ist: In der Branche herrscht ein starker Wettbewerb, ob vor oder nach dem Studium.

Namhafte Regisseure wie Detlev Buck, Andreas Dresen oder Leander Haußmann garantieren gut gefüllte Kino- und Theaterkassen. Sobald der Vorhang aufgeht, zeigt sich, ob sie gute Arbeit geleistet haben und das Publikum gespannt, berührt oder amüsiert einer Geschichte folgt. Doch jeder hat irgendwann einmal angefangen.

Für den Einstieg in die Regiearbeit wird heute in der Regel ein Studium vorausgesetzt. An den staatlichen Hochschulen erfolgt bereits im grundständigen Studienfach Regie fast immer eine Spezialisierung auf einen der Bereiche Film/Fernsehen, Schauspiel/Theater oder Musiktheater. Darüber hinaus wird das Fach Regie auch als Studienrichtung angeboten, wie beispielsweise im Studiengang „Film und Fernsehen“ an der Hochschule Mittweida.

Ein Porträtfoto von Michael Hümmer.

Michael Hümmer

Foto: privat

„Je größer das Renommee der Hochschule, umso härter sind die Auswahlkriterien, weil es nur wenige Studienplätze gibt“, betont Michael Hümmer, Studien- und Berufsberater bei der Arbeitsagentur Fürth. „Die Lehrkräfte schauen sich ihre künftigen Studierenden vorher genau an. Oft sind das aber auch sehr persönliche Entscheidungen.“ So vergibt zum Beispiel die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin bis zu zehn Studienplätze pro Jahr im Fach Regie oder die Hochschule für Musik und Theater Hamburg bis zu vier Plätze im Fach Musiktheaterregie. (Mehr zum Studium Musiktheaterregie liest du in der Studienreportage „Ich will Musik, Menschen und Ideen miteinander verbinden“.) Bei den privaten Hochschulen ist der Einstieg leichter, da das Studium kostenpflichtig ist.

Zwischen künstlerischem Anspruch und Projektmanagement

Einige Inhalte haben alle Regiestudiengänge gemeinsam: Die Studierenden lernen stets alle Aufgabenbereiche kennen, die zu einer Produktion gehören, unter anderem Lichtgestaltung, Tontechnik, Maske und Bühnenbild. „Regisseure müssen alle Gewerke zumindest grob verstehen, damit sie sich mit ihrem Team auf Augenhöhe verständigen können“, sagt der Studienberater. (Mehr dazu liest du in der Berufsreportage „Dank Fleiß und Mut zur Berlinale“.) Außerdem vermitteln die Studiengänge theoretisches Grundlagenwissen zur Kultur-, Kunst- und Mediengeschichte. „Kenntnisse im Bereich Projektmanagement spielen ebenso immer eine Rolle, denn Termine und Budgetvorgaben müssen eingehalten werden.“

Um frühestmöglich in die Regiepraxis einzutauchen, entwickeln die Studierenden während des Studiums eigene Stoffe, zum Beispiel in Form von Kurzfilmen oder kurzen Inszenierungen. Auf einige Fähigkeiten kommt es besonders an, erklärt Michael Hümmer: „Die Bereitschaft zu führen, Entscheidungen zu treffen und auf Menschen einzugehen – das bringen manche Studierende bereits mit, andere müssen es lernen.“

Studium vor Berufsausbildung

Neben den Regiestudiengängen gibt es auch die Ausbildungsberufe Film-/Fernsehregisseur/in und Theater-Regisseur/in beziehungsweise Spielleiter/in. „Diese schulischen Ausbildungen werden aber im Prinzip nicht mehr angeboten, da sich der Einstieg übers Studium durchgesetzt hat“, erzählt der Studienberater und führt auch die Möglichkeit eines Quereinstiegs an: „Beim Thema Regie geht es auch viel um das eigene Netzwerk. Es kommt immer wieder vor, dass etwa Schauspieler, Drehbuchautoren oder Mediengestalter für Bild und Ton lange mit einem Regisseur zusammenarbeiten, Erfahrungen sammeln und später selbst Regie führen.“

Wichtige Arbeitgeber für Regisseure sind die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender, staatliche und private Theaterhäuser, aber auch Produktionsfirmen, etwa für Musicals, sowie Kommunikationsagenturen, die zudem fürs Internet und die mobilen Medien Filme und Videos produzieren. Nicht zuletzt arbeiten viele Regisseure freiberuflich.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Regisseur/in)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.

https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Regie)

www.studienwahl.de

Bundesverband Regie (BVR)

Als Berufsverband vertritt der BVR unter anderem die Interessen von Regisseuren, Regieassistenten und Drehbuchautoren aus den Bereichen Kino, Fernsehen, Synchronisation, Musikvideo, Show, Werbung und Industriefilm.

www.regieverband.de

filmportal.de

Die Plattform bietet Informationen zu mehr als 93.000 deutschsprachigen Filmen sowie zu 200.000 Regisseuren, Darstellern, Drehbuchautoren und mehr.

www.filmportal.de

Deutscher Bühnenverein

Interessen- und Arbeitgeberverband der Theater und Orchester. Unter dem Menüpunkt „Jobs und Ausbildung > einzelne Theaterberufe“ finden sich viele Infos zum Berufsbild des Regisseurs sowie die Adressen relevanter Hochschulen.

www.buehnenverein.de

abi>> 10.01.2018