Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Mit kleinen Schritten zum Erfolg

mehrere gefalltete Papierschiffchen
Durch Kommunikation, die Welt ein Stückchen verbessern - das möchte Michelle Bayona bei Greenpeace erreichen.
Foto: Martin Rehm

Medienkoordinatorin

Mit kleinen Schritten zum Erfolg

Walfang und Fischereiquoten – das sind Themen, mit denen sich Michelle Bayona täglich beschäftigt. Als Medienkoordinatorin bei Greenpeace Deutschland sorgt die 31-Jährige dafür, dass die Kampagnen der Umweltorganisation in die Presse gelangen.

Wenn in Brüssel die EU-Fischereiminister über Fangquoten in der Nordsee beraten, wartet Michelle Bayona in ihrem Büro in Hamburg gespannt auf erste Ergebnisse. Sobald diese öffentlich sind, stellt sie der Presse Informationen, Kommentare und Bildmaterial zur Verfügung und bietet Experteninterviews an.

Ein Porträt-Foto von Michelle Bayona

Michelle Bayona

Foto: Axel Kirchhof/Greenpeace

Als Medienkoordinatorin kümmert sich die 31-Jährige bei Greenpeace um die Kommunikationsarbeit im Bereich Biodiversität und dort speziell um die Meereskampagne. Die Betreuung von aktuellen Ereignissen ist einer ihrer Aufgabenbereiche. Daneben überlegt sie sich auch langfristige Strategien: Wie lässt sich ein Thema über einen längeren Zeitraum kommunizieren? Welche Botschaften sollen in welcher Form an welche Zielgruppe gesendet werden?

Von der indischen NGO in den Umweltschutz

Die Kommunikationsstrategien entwickelt Michelle Bayona in Absprache mit vielen Kollegen, etwa Fundraiser, die sich um die Finanzierung kümmern, oder Campaigner, also Experten wie Meeresbiologen, die die Projekte inhaltlich betreuen. Meist handelt es sich um internationale Projekte, etwa, wenn es um Walfang in isländischen oder japanischen Gewässern geht. Für den Mailverkehr sowie Telefon- und Videokonferenzen sind sehr gute Englischkenntnisse daher Pflicht.

Seit April 2010 arbeitet Michelle Bayona bei Greenpeace Deutschland. Der Naturschutz liegt ihr sehr am Herzen: „Ich finde es wichtig, Ideale zu haben, für die man sich einsetzen will.“ Zu Beginn ihres Diplomstudiums der Germanistik und Politikwissenschaften an der Uni Bamberg ahnte sie noch nicht, dass sie mal bei einer gemeinnützigen Organisation arbeiten würde. Zum Schlüsselerlebnis wurde ein viermonatiges Praktikum, das sie nach dem Vordiplom bei einer Nichtregierungsorganisation (NGO) in Indien absolvierte, die sich für die Bildung von Frauen in dörflichen Gegenden einsetzt. „Da war für mich klar: Ich will etwas Gemeinnütziges machen.“ Kurz vor Ende des Studiums absolvierte sie ein Praktikum bei Greenpeace, aus dem sich ihre heutige Anstellung ergab.

Erfolge motivieren

An ihre erste Kampagne – damals arbeitete sie für den Waldbereich – erinnert sich die Medienkoordinatorin gern: „Wir haben recherchiert, in welchen Produkten Palmöl steckt, für dessen Anbau der Regenwald in Indonesien gerodet wird.“ In einer weltweit angelegten Kampagne fokussierte sich Greenpeace dann auf einen Schokoriegel. Das Ergebnis: Der Hersteller entwickelte eine Strategie, um Rohstoffe, die zur Waldzerstörung beitragen, in seinen Produkten künftig zu vermeiden.

„Solche Erfolge geben mir den nötigen Antrieb für die nächsten Projekte“, sagt sie. Diese Motivation sei wichtig: „Man muss einen langen Atem haben und hartnäckig sein. Das Wenigste löst sich innerhalb einiger Wochen. Oft müssen wir entlang politischer Prozesse arbeiten und die können sich über Jahre hinziehen.“ Eine ihrer Aufgaben sei es, den richtigen Moment, einen „politischen Angelpunkt“, zu nutzen, um die Öffentlichkeit auf bestimmte Probleme aufmerksam zu machen.

Dazu kommt, dass mit einem Erfolg meist nicht das Problem an sich gelöst ist: „Nach wie vor wird beispielsweise Palmöl auf Kosten des indonesischen Regenwalds angebaut, trägt zum Klimawandel bei und zerstört etwa den Lebensraum von Orang Utans.“ Dennoch sei jede Firma, die umdenke, enorm wichtig: „Es sind diese kleinen Schritte, die irgendwann zum großen Erfolg führen können.“

abi>> 02.05.2016