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Profis hinterm Mikrofon

Eine junge Frau steht in einem Hörfunk-Studio und moderiert.
Um souverän, charmant und unterhaltsam durch eine Radiosendung zu führen, müssen sich Moderatoren gut vorbereiten.
Foto: Martin Rehm

Hörfunkmoderator: Hintergrund

Profis hinterm Mikrofon

Fesselnde Reportagen, informative Interviews und stets am Puls der Zeit: Jobs beim Radio klingen aufregend – und die Moderatoren wirken immer fröhlich und gelassen. Kein Wunder, dass viele Schüler davon träumen, einmal selbst „on air“ zu sein. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.

Einfach drauflosquatschen können? Ein Radiomoderator muss auch das beherrschen – um sich gegen die große Konkurrenz durchzusetzen, braucht es aber weit mehr. Neben Fleiß, Talent und Herzblut verlangt der vielseitige Beruf auch redaktionelle Fähigkeiten. Schließlich muss eine Sendung gut vorbereitet werden, sowohl konzeptionell als auch inhaltlich und produktionstechnisch. Doch wie stellt man fest, ob einem diese Herausforderungen liegen?

Erfahrungen sammeln

Porträt von Gunnar Schröter

Gunnar Schröter

Foto: privat

Berufsberater Gunnar Schröter von der Agentur für Arbeit in Offenburg rät Interessierten sich auszuprobieren, sei es in der Schule, auf Familienfeiern oder in der Freizeit: „So findet man heraus, wie es sich anfühlt, andere zu unterhalten. Das geht zum Beispiel in der Theater-AG, als DJ oder bei der Schülerzeitung.”

Liegt es einem, mit vielen unterschiedlichen Menschen zu kommunizieren? Kann man sein Vorhaben klar strukturieren? Ist man charismatisch, witzig und schlagfertig? Wer diese Fragen mit Ja beantwortet, erfüllt wichtige Voraussetzungen. Zudem sind ein Gespür für Sprache und Spaß an der Arbeit mit der Stimme wichtig, um Erfolg zu haben.

Wege in die Redaktion

Ein bestimmter Bildungsweg ist für den Beruf des Moderators nicht vorgeschrieben. Auch die Bezeichnung ist rechtlich nicht geschützt. Eine Laufbahn beim Radio lässt sich demnach nur schwer planen. Seinem Glück kann man aber auf die Sprünge helfen: Als wertvolle Türöffner haben sich Praktika und die freie Mitarbeit bei Sendern erwiesen. Dieses Engagement ist bereits während der Schulzeit möglich. Dabei erhält man erste Einblicke in die Welt des Hörfunks und knüpft Kontakte, die in der Zukunft hilfreich sein können. Zudem merkt man in der Praxis meist schnell, ob man mit dem Zeitdruck und den Arbeitszeiten beim Radio zurechtkommt.

Wer den Berufswunsch verfolgt, dem empfiehlt Gunnar Schröter, den klassischen journalistischen Werdegang einzuschlagen. Das heißt konkret, sich über ein Volontariat oder den Besuch einer Journalistenschule zum Redakteur ausbilden zu lassen. Denn mit diesem Beruf hat man besonders gute Chancen auf eine Karriere als Moderator.

Volontariat oder Journalistenschule

Volontariate sind in sämtlichen Medienbereichen möglich. Wer sich für den Hörfunk begeistert, ist jedoch bei einem öffentlich-rechtlichen oder privaten Radiosender am besten aufgehoben. Die Ausbildung dauert rund zwei Jahre, in denen man alles lernt, was im Redaktionsalltag wichtig ist: Von der Themenfindung und Recherche über das Schreiben und Strukturieren von Sendungen bis hin zur Technik und Moderation. Auch die verschiedenen journalistischen Darstellungsformen sowie ethische Richtlinien stehen meist auf dem Stundenplan.

Ähnlich sieht das Programm der Journalistenschulen aus. Im Vergleich zu dem sehr praxisorientierten Volontariat wird hier jedoch in der Regel mehr auf die theoretischen Grundlagen eingegangen.

Durch Bildung zum Erfolg

Prinzipiell kann man sich gleich nach der Schule um eine redaktionelle Ausbildung bewerben. Die Wahrscheinlichkeit, dann einen Platz zu bekommen, ist allerdings gering. Normalerweise wird ein Studium, zumindest aber eine Berufsausbildung oder -erfahrung vorausgesetzt. Die besten Aussichten auf eine Zusage haben Akademiker. Laut einer Studie des Deutschen Journalisten-Verbands haben fast 90 Prozent der Volontäre studiert. Das Studienfach ist dabei kaum entscheidend und kann nach eigenen Interessen gewählt werden. Viele Redakteure haben ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert oder sich gezielt für das Fach Journalistik entschieden. Manche sind aber auch andere Wege gegangen und haben etwa Biologie oder Jura studiert.

Beide Alternativen – Volontariat und Journalistenschule – sind sehr beliebt und die Ausbildungsplätze entsprechend umkämpft. Nur, wer durch Arbeitsproben, Eignungstests und persönliche Gespräche überzeugt, wird angenommen. Einfacher ist der Zugang zu Moderatorenschulen, Hörfunk- oder Medienakademien. Diese Lehrgänge sind allerdings mit teils hohen Kosten verbunden (mehr dazu im KURSNET).

Die Zukunft des Radios

Viele Schüler möchten „was mit Medien“ machen. Doch wie zukunftsträchtig ist das vergleichsweise alte Medium Hörfunk? Gunnar Schröter ist optimistisch: „Die Vielseitigkeit des Radios wird wohl auch künftig geschätzt werden. Es informiert und unterhält viele unterschiedliche Zielgruppen und kann nebenbei oder bewusst gehört werden.“

Außerdem passt sich die Branche zunehmend der technischen Entwicklung an. Dank Digitalradio lassen sich immer mehr Sender auf immer mehr Wegen empfangen – was einerseits die Reichweite der einzelnen Moderatoren erhöht, andererseits die Konkurrenz untereinander steigert. Der Berufsberater sieht diese Dynamik pragmatisch: „Das Wichtigste ist, dass der journalistische Nachwuchs mit der Zeit geht und die verschiedenen Medien crossmedial verknüpfen kann.“ Dann, so ist er sich sicher, ist der Hörfunk durchaus eine Branche mit Zukunft.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit bietet über 3.000 aktuelle Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwörter: Hörfunk, Moderator)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Im Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwörter: Hörfunk, Moderator)

www.kursnet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Im Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit findest du Studiengänge in ganz Deutschland.

www.studienwahl.de

Deutscher Journalisten-Verband e.V.

Der DJV vertritt die berufs- und medienpolitischen Ziele und Forderungen der hauptberuflichen Journalisten aller Medien. Auch für Schüler hält er viele Informationen rund um die verschiedenen Bildungswege bereit.

www.djv.de/startseite/info/themen-wissen/aus-und-weiterbildung.html

Junge Presse e.V.

Der Verein junger Medienmacher bietet Seminare an, unterstützt Nachwuchsjournalisten bei Medienprojekten und berät sie bei Fragen rund um die Berufswahl.

www.junge-presse.de

Jugendpresse Deutschland e.V.

Der Bundesverband versteht sich als eine unabhängige Plattform für Engagement, Austausch und Selbstverwirklichung junger Medienmacher.
www.jugendpresse.de/ausbildung

AG Junge dju

Das Forum für junge Journalisten, Berufseinsteiger und Studierende ist initiiert durch die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) innerhalb der Fachgruppe Medien der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).
www.dju.verdi.de/junge-dju

Praktika-Offensive

Das Gemeinschaftsprojekt der Jugendpresse Deutschland, des DJV und der dju setzt sich ein für einheitliche Praktika-Richtlinien in der Medien-Branche.
www.praktika-offensive.de

abi>> 20.04.2017