Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Den Wandel der Zeiten studieren

Archivarbeit
Historiker arbeiten häufig mit historischen Quelltexten, die sie zunächst in Archiven aufspüren müssen.
Foto: Stache

Historiker werden

Den Wandel der Zeiten studieren

Von den Perserkriegen bis hin zum Berliner Mauerfall: Die Menschheit blickt auf eine lange Geschichte mit unzähligen wichtigen Ereignissen zurück. Deren Erforschung und Darstellung ist die Aufgabe von Historikern.

Es liegt eine große Faszination darin, alte Quellen in der Hand zu halten“, findet Professorin Dr. Eva Schlotheuber. Und: „Man lernt, warum eine Gesellschaft so geworden ist, wie sie ist, und dass sie permanent im Wandel begriffen ist. Man begreift, dass Gesellschaften sich verändern – und man daran mitwirken kann.“ Kein Wort von „Jahreszahlen auswendig lernen“, was oft mit Geschichtsunterricht verbunden wird. Eva Schlotheuber ist Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Vorsitzende des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. In ihren Augen bietet das Studium die Chance, mit der Vergangenheit die eigene Zeit zu verstehen.

Vielfältige Möglichkeiten

Ein Porträt-Foto von Dr. Eva Schlotheuber

Dr. Eva Schlotheuber

Foto: Universität Düsseldorf

Das Studium gliedert sich klassisch in die Bereiche Alte Geschichte, Mittlere sowie Neuere und Neueste Geschichte. Studierende können von der Antike bis zur Gegenwart einen Schwerpunkt ihrer Wahl setzen. Aber das ist längst noch nicht alles: „Geschichte lässt sich auf vielfältige Weise studieren und mit persönlichen Interessen kombinieren“, erklärt Eva Schlotheuber. So könne man sich zum Beispiel auf einen bestimmten Aspekt, ein Fachgebiet oder eine Region spezialisieren, etwa auf Wirtschaftsgeschichte, Kunstgeschichte, Osteuropäische Geschichte, Skandinavische Geschichte oder die Geschichte des Mittelmeerraums. Dazu könne man die passende Sprache studieren und mit einem Auslandssemester verknüpfen. Dabei seien England, Frankreich und Italien die klassischen Ziele, weil dort die gängigen Wissenschaftssprachen gesprochen werden, aber auch Prag oder Moskau sind denkbar.

Gefragte Qualifikationen

Und wie sieht es nach dem Studium aus? „Historiker zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, kritisch Informationen bearbeiten und stimmig darstellen zu können“, sagt Eva Schlotheuber. Häufig arbeiten sie in Bereichen, in denen man einen Transfer in kulturellem Wissen leisten muss. Ein Geschichtsstudium biete dafür eine solide Basis. So sind sie beispielweise in Bibliotheken und Archiven, im Journalismus, in der Öffentlichkeitsarbeit oder in der Museumspädagogik tätig. Voraussetzung ist es allerdings, bereits während des Studiums über Praktika Kontakte zu knüpfen – oder sich für eine spezialisierte Weiterbildung im Archiv oder zum Wissenschaftlichen Dokumentar zu qualifizieren. „Eine Promotion ist sinnvoll“, ergänzt die Professorin, „wenn man später selbstständig historisch arbeiten will, etwa um eine Ausstellung mit Forschungsarbeit zu begleiten.“ Will man an der Uni bleiben, geht es nach der Promotion weiter mit der Habilitation – ein langer und nicht immer einfacher Weg, der Durchhaltevermögen und einen festen Willen erfordert.

Mit Quellen arbeiten

Neben Geduld und Ausdauer benötigen angehende Historiker Sprachkenntnisse – oder zumindest die Bereitschaft, sich diese anzueignen, um mit historischen Quellen arbeiten zu können. Latein ist in der Regel bereits im Studium erforderlich, dazu kommen Englisch sowie je nach Fachgebiet weitere neue Sprachen. Wer sich etwa mit der Frühen Neuzeit beschäftigt, kommt um Französisch nicht herum. Außerdem sollte man Sachverhalte hinterfragen und nicht einfach alles glauben, was man liest: Wie sind Quellen entstanden? welche Intention steckt dahinter? Und in welchem Kontext sind sie einzuordnen? Nicht nur bei Handschriften. Im Fach Digital Humanities – digitale Geisteswissenschaften – geht es zum Beispiel um digitale Quellen. Vor allem aber sollte man neugierig sein und Freude daran haben, sich Wissen anzueignen und weiterzugeben, erklärt Eva Schlotheuber abschließend.

Weitere Informationen 

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchworte: Geschichte u.a.)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchworte: Geschichte u.a.)
www.studienwahl.de

berufsfeld-Info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung
www.berufsfeld-info.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.

Unter dem Menüpunkt „Nachwuchs“ können sich Abiturienten u.a. über Studiengänge informieren.
www.historikerverband.de

Verband der Geschichtslehrer e.V.

Auf der Webseite finden sich Links für den Geschichtsunterricht, Buchtipps und Rezensionen sowie unter dem Menüpunkt „Arbeitsbereiche“ Informationen über die Lehrerbildung.
www.geschichtslehrerverband.de

Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA)

Interessierte können sich unter „Stellenmarkt“ über Stellenangebote einzelner Archive und Institutionen informieren, der Blog gibt Auskunft über archivrelevante Themen.
www.vda.archiv.net

Verband deutscher Kunsthistoriker e.V.

Unter dem Menüpunkt „Kunstgeschichte“ kann man sich über das Berufsbild sowie Studiegänge und -orte informieren.
www.kunsthistoriker.org

Regesten Ludwigs des Bayern und Friedrichs des Schönen 1314–1347 im Rahmen der Regesta Imperii

Überblick der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Forschungsprojekt.
www.hgw.geschichte.uni-muenchen.de/forschung/forsch_projekte/ldb/index.html

Arbeitsbericht der Regesta Imperii für 2018/19

Der Bericht informiert über die aktuellen Arbeiten und Entwicklungen.
www.regesta-imperii.de/startseite.html

abi>> 31.05.2019

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts