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Durch die Linse blicken

Junger Mann beim Fotografieren in einem Büro.
Ob (duale) Ausbildung oder Studium - die Ausbildungswege zum Fotografen sind vielfältig, aber auch heiß begehrt.
Foto: Julien Fertl

Fotograf werden

Durch die Linse blicken

Die Welt bereisen und atemberaubende Situationen fotografisch festhalten. Promis und Models treffen und ihre schillernde Persönlichkeit ins rechte Licht rücken. Bei angesagten Events in der ersten Reihe stehen und genau im richtigen Moment auf den Auslöser drücken – von einer Karriere als Fotograf träumen viele junge Menschen. Doch wie gelangt man in den Beruf?

Fotograf darf sich mittlerweile jeder nennen. Die Berufsbezeichnung ist nicht mehr geschützt“, sagt Manuela Stock, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur München. Trotzdem empfiehlt sie Abiturienten, mit einer soliden Ausbildung ins Berufsleben zu starten. „Es gibt nur ganz wenige Talente, die es schaffen, sich ohne Ausbildung oder Studium später auf dem Markt durchzusetzen“, erklärt sie und verweist auf die dreijährige duale Ausbildung zum Fotografen oder auf ein sechs- bis achtsemestriges Bachelorstudium mit Schwerpunkt Fotografie. Zudem gibt es Studiengänge für Fotojournalismus und private Fotoschulen mit zum Teil sehr hohen monatlichen Gebühren.

Ausbildung oder Studium?

Ein Porträt-Foto von Manuela Stock

Manuela Stock

Foto: privat

Die Arbeitsfelder eines Fotografen sind vielfältig, genauso wie die Ausbildungs- oder Studieninhalte. Es gibt die Porträt-, Natur-, Event-, Produkt-, Mode-, Industrie-, Wissenschafts- und Reportage-Fotografie sowie viele andere Arten und Genres. „Wer sich eher für die technische Seite interessiert, für den bietet sich eine duale Ausbildung an. Wer sich gern mit ästhetischen, gestalterischen Raffinessen beschäftigt, der ist im Studium gut aufgehoben“, sagt die Berufsberaterin. Bei beiden Ausbildungswegen gilt allerdings: die Plätze sind rar und heiß begehrt. „In München gab es 2014 gerade mal 21 Ausbildungsplätze – und das in einer Stadt, in der die Medienbranche boomt“, nennt sie als Beispiel. Auch kämen auf jeden Fotodesign-Studienplatz in München acht bis zehn Bewerber.

Zum Studienplatz führen in der Regel eine künstlerische Mappe und ein Aufnahmetest. Werbe- und Medienagenturen sowie Fotostudios mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten sind potenzielle Ausbildungsbetriebe. Oft bekommen Abiturienten über ein Praktikum dort einen Fuß in die Tür. „Meist klappt es nur mit viel Engagement, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen. Man muss wirklich davon überzeugt sein, dass es das Richtige ist“, sagt Manuela Stock. Sie empfiehlt, sich auch Alternativen zu überlegen, etwa eine Ausbildung zum Mediengestalter.

Die Digitalisierung verändert das Berufsbild

In den letzten Jahren ist es schwer geworden, mit Fotodienstleistungen auf dem Markt zu bestehen. Die Digitalisierung und die immer einfacher zu bedienende Technik machen es den Profis nicht leicht, sich gegen Hobbyfotografen zu behaupten. „Auch wenn Fotos eine immer größere Bedeutung in unserer Kommunikation in den sozialen Netzwerken spielen, gibt es keinen vermehrten Bedarf an Fotografen. Jeder hat ein Smartphone und kann damit ganz gute Bilder machen. Auch die Entwicklung der Fotos ist komplett weggebrochen. Urlaubsfotos gibt’s auf dem Handy – oder man druckt sie sich selbst in der Drogerie an der Ecke aus“, gibt die Berufsberaterin zu bedenken. Auch das Berufsbild selbst habe sich dadurch verändert: „Die Bildbearbeitung am Computer spielt mittlerweile eine viel größere Rolle als das Fotografieren selbst. Da wird sich auch in Zukunft noch viel tun“, ist die Berufsberaterin überzeugt.

Professionelle Fotografen werden dennoch auch heute noch gebraucht: „Hochzeits- und Babyfotografen sind weiterhin gefragt und in der Industrie, in der Werbung oder in Redaktionen von Hochglanz-Zeitschriften sind professionelle Fotografien mit eigener Handschrift heiß begehrt, wenn es etwa um gelungene Aufnahmen von Essen oder Mode geht. Wichtig ist, dass man seine Nische findet. Ein guter Food-Fotograf ist nicht gleichzeitig ein guter Porträtfotograf“, merkt Manuela Stock an.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Fotograf/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: Fotografie)
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Deutscher Verband für Fotografie

www.dvf-fotografie.de

Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh)

www.dgph.de

BFF Berufsverband Freie Fotografen

http://bff.de

FreeLens, Verein der Fotojournalistinnen und Fotojournalisten e.V.

www.freelens.com

Fördergemeinschaft Fotografische Ausbildung ( FFA) e.V.

www.ffa-ev.de

abi>> 19.08.2016