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Drohnen und Co. auf dem Prüfstand

Blick auf zwei Bo105 Helikopter in einer Flugzeughalle.
Maria Rathke überprüft im Auftrag der Bundeswehr neue Luftfahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit.
Foto: Julien Fertl

Technischer Verwaltungsdienst

Drohnen und Co. auf dem Prüfstand

Nach ihrem Ingenieurstudium an der Universität der Bundeswehr arbeitet Maria Rathke nun als angehende Musterprüferin beim Luftfahrtamt der Bundeswehr.

Ihre Familie war Maria Rathke in Sachen Studien- und Berufswahl eine große Inspiration: „Meine Eltern sind sehr technikaffin und da mir Fächer wie Mathematik und Physik schon in der Schule Spaß gemacht haben, wollte ich ein Ingenieurstudium aufnehmen.“ Über ihre Mutter, die bei der Bundeswehr in der Personalabteilung im Recruiting arbeitet, kam sie auf die Idee des dualen Studiums bei der Bundeswehr. „Ich bewarb mich erfolgreich auf den Studiengang Wehrtechnik, ein Maschinenbaustudium mit integrierter Laufbahnausbildung für den gehobenen Dienst“, erzählt die heute 25-jährige Absolventin. Für diesen hatte sie den Schwerpunkt Luftfahrtechnik gewählt. Parallel zum Studium an der Universität der Bundeswehr in München absolvierte die Studentin zwei jeweils dreimonatige Praktika in verschiedenen Dienststellen der Bundeswehr.

Seit ihrem Abschluss darf sie sich Technische Regierungsoberinspektorin nennen. „Das Besondere an diesem Weg ist, dass ich schon im Studium Beamtin auf Widerruf war. Nun bin ich Beamtin auf Probe und mache beim Luftfahrtamt der Bundeswehr in Köln eine weitere, vierjährige Ausbildung zur Musterprüferin.“ Nach einigen Jahren Berufserfahrung wird sie Beamtin auf Lebenszeit sein.

Flugzeugbauern auf die Finger schauen

Ein Porträt-Foto von Maria Rathke

Maria Rathke

Foto: privat

Musterprüfer haben die Aufgabe, neue Luftfahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit hin zu überprüfen. Maria Rathke ist in mehreren Projekten eingesetzt, ihr Schwerpunkt liegt derzeit auf der Prüfung eines unbemannten Luftfahrzeugsystems, also einer Drohne, die in wenigen Jahren an die Bundeswehr geliefert werden soll. „Wir fahren regelmäßig zu der Firma, die das Luftfahrzeug produziert, besprechen unsere Anforderungen und überprüfen, ob die Vereinbarungen für die Zulassungen eingehalten werden. Die produzierenden Firmen und wir müssen uns an strengen internationalen und nationalen Standards orientieren“, erklärt sie ihre Aufgaben. Wie müssen die Systeme entwickelt werden, damit sie in Deutschland geflogen werden dürfen? Ist der Zulassungsplan noch in der Zeit? Stimmen die Leistungsdaten, die für die Sicherheit vereinbart wurden? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigt sie sich täglich.

Etwa die Hälfte ihrer Arbeitszeit ist Maria Rathke für Besprechungen – intern und mit den Firmen – sowie für zahlreiche Lehrgänge in ganz Deutschland und im Ausland unterwegs. Die andere Hälfte verbringt sie im Büro, um die Dokumentationen der Firmen zu prüfen und die Ergebnisse der Besprechungen schriftlich festzuhalten. Für ihre Vorgesetzten muss sie zudem regelmäßig Sachstandinformationen zum Verlauf der Projekte schreiben.

Technikaffin und durchsetzungsfähig

„Für die Arbeit als Musterprüfer muss man ein gutes Organisationstalent und viel technisches Verständnis mitbringen“, sagt die Maschinenbauingenieurin. Außerdem wird hohe Flexibilität und Mobilität für die vielen Dienstreisen, ebenso Durchsetzungsvermögen verlangt. „Man darf in den Besprechungen nicht schüchtern sein, sondern muss genau nachfragen, damit alle Vorgänge korrekt ausgeführt werden“, betont sie.

Je mehr Erfahrung sie sammelt, desto mehr Aufgaben kann sie eigenverantwortlich übernehmen. „Das Maschinenbaustudium hat mich auf jeden Fall gut auf meine heutigen Aufgaben vorbereitet“, findet sie. „Und der Wissenserwerb nimmt kein Ende, denn in einem schnelllebigen Technikbereich wie der Luftfahrt lernt man schließlich nie aus.“

abi>> 29.01.2018