Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Ich war immer schon politisch interessiert!“

Eingangspforte des Bundesamtes für Verfassungsschutz
Rund 3.000 Mitarbeiter arbeiten aktuell für das Bundesamt für Verfassungsschutz. Neben klassischen Tätigkeiten in der Verwaltung bietet das BfV ein breit gefächertes Einsatzspektrum.
Foto: Bundesamt für Verfassungsschutz

Mitarbeiter beim Verfassungsschutz

„Ich war immer schon politisch interessiert!“

Bei Thomas Lange* (26) gleicht kein Arbeitstag dem anderen: Im Arbeitsbereich „Auswertung“ der Abteilung „Rechtsextremismus“ des Bundesamts für Verfassungsschutz nimmt er die unterschiedlichsten Aufgaben und Termine wahr. Dabei kommt er auch mit vielen geheimen und sicherheitsrelevanten Informationen in Berührung.

Thomas Lange wird es nie langweilig, so vielfältig und interessant sind seine Aufgaben als Mitarbeiter beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Er nimmt an Sitzungen des Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrums (kurz GETZ) teil, wertet regelmäßig wissenschaftliche Studien oder Polizei- und Zeitungsberichte aus, tauscht sich mit anderen Behörden, wie dem Bundeskriminalamt, aus oder verfasst Analysen und Berichte zu rechtsextremistischen Gruppierungen sowie zur Entwicklung der rechtsextremen Szene in Deutschland. „Bei mir gibt es nicht DEN typischen Arbeitstag und gerade das gefällt mir so an meinem Beruf“, erzählt der 26-Jährige.

Duales Studium beim Verfassungsschutz

Eine entscheidende Eigenschaft für seine Tätigkeit beim Verfassungsschutz brachte Thomas Lange gleich zu Beginn mit: Seit seiner Schulzeit begeistert er sich für politische Themen. Am Gymnasium war er in der Politik-AG und als Klassen- und Schülersprecher aktiv. Als er in der Oberstufe bei einer Projektwoche zum Thema „Demokratie und Extremismus“ mitwirkte, stand für ihn fest, dass er in diesem Bereich einmal arbeiten möchte.

Noch vor seinem Abitur bewarb er sich beim BfV für den dualen Studiengang „Gehobener nichttechnischer Verwaltungsdienst des Bundes“ mit dem Abschluss „Diplom-Verwaltungswirt (FH)“. „Ich hätte mir auch sehr gut ein politik- oder rechtswissenschaftliches Studium vorstellen können“, erzählt er und fügt hinzu: „Es hat mich dann aber doch sehr gefreut, dass es mit dem Studium beim Verfassungsschutz geklappt hat.“

Hochpolitische Arbeit

Ein Zahlenschloss

Foto: Bundesamt für Verfassungsschutz

 

Seit seinem Studienbeginn vor fünf Jahren ist Thomas Lange in der Kölner Dienststelle tätig. „Momentan arbeite ich in der Analyseeinheit für den Bereich Rechtsextremismus/-terrorismus. Hier dreht sich alles um die Fragen: Wie entwickelt sich die rechtsextremistische Szene? Welche Tendenzen gibt es? Welche Strategien können identifiziert werden?“ Anhand dieser Fragestellungen wertet er die unterschiedlichsten Quellen, Studien und Informationen aus. Dabei stützt er sich auch auf die Berichte seiner Kollegen aus dem Arbeitsbereich Informationsbeschaffung. Die von Thomas Lange und seinen Kollegen aufbereiteten Informationen werden schließlich anderen Behörden sowie der Bundesregierung zur Verfügung gestellt. Sie helfen maßgeblich dabei, die Entwicklung der rechtsextremen Szene oder auch einzelner rechter Gruppen zu beobachten und einzuschätzen.

„Zwar verbringe ich einen Großteil meiner Arbeit am Schreibtisch, aber Auslandsreisen, die Teilnahme an den GETZ-Arbeitsgruppen sowie regelmäßige Team-Besprechungen in meiner Abteilung bringen die nötige Abwechslung“, erzählt Thomas Lange. Dass auch lange Arbeitszeiten oder mal ein Dienst am Wochenende dazugehören, nimmt er gern in Kauf. „Vor meiner Tätigkeit bei der Auswertung war ich auch in anderen Abteilungen tätig, habe zum Beispiel schon an Verbotsverfahren mitgearbeitet und verbotsrelevante Informationen gesammelt.“

Gutes Sprachgefühl erwünscht

Einen Großteil seiner Arbeit erledigt Thomas Lange in Teamarbeit. Er stimmt sich zum Beispiel mit Kollegen ab, die schon länger an einem Auftrag arbeiten. „Bei meiner Arbeit muss ich stets die rechtlichen Grundlagen im Hinterkopf haben sowie die Methoden der Auswertung, die ich während meines Studiums gelernt habe“, erklärt er.

Neben seinem großen Interesse an politischen Themen braucht Thomas Lange auch ein gutes Sprachgefühl für das Schreiben seiner Analysen und Berichte. Und generell ist es in seinem Beruf gut, kommunikativ zu sein und gerne in zielorientierte Diskussionen zu gehen – auch mit Vorgesetzten: „Man sollte Argumente selbstbewusst und sachlich vorbringen können.“

*Name von der Redaktion geändert

abi>> 12.07.2017