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Von Urheberrecht bis zur Vertragsgestaltung

Verschiedene Akten in einem Fach
Viel mehr als Akten wälzen: Justiziare sind in Unternehmen Ansprechpartner für alle rechtlichen Fragen. Dementsprechend abwechslungsreich ist auch ihr Arbeitsalltag.
Foto: Martin Rehm

Justiziarin

Von Urheberrecht bis zur Vertragsgestaltung

Die Juristin Meral Bilge (39) kümmert sich als Justiziarin im Medienunternehmen Rudolf Müller Medienholding GmbH & Co. KG um alle rechtlichen Fragen und Probleme.

Arbeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz – ein Medienunternehmen muss sich ständig mit rechtlichen Themen auseinandersetzen. In solchen Fällen ist das Expertenwissen von Justiziaren wie Meral Bilge gefragt. Die 39-Jährige erstellt für die Rudolf Medien Müller GmbH zum Beispiel Verträge für freie Mitarbeiter, die für das Unternehmen Texte schreiben sollen – und schafft damit die Grundlage dafür, dass der Verlag die Manuskripte bearbeiten und veröffentlichen darf. Wenn ihr Arbeitgeber in Kooperation mit anderen Organisationen neue Produkte auf den Markt bringen möchte, kümmert sich die Justiziarin um die vertragliche Ausgestaltung. Und wenn Fragen zum Marketing kommen, muss sie sich im Wettbewerbsrecht auskennen. Auch im Personalwesen werden ihre Kenntnisse gebraucht, etwa wenn es um arbeitsrechtliche Vorgaben geht. Immer im Blick behalten muss Meral Bilge den Datenschutz.

Ansprechpartner für alle Abteilungen

Ein Porträt-Foto von Meral Bilge

Meral Bilge

Foto: privat

„Fast alle Abteilungen kommen mit rechtlichen Fragen in Berührung. Wir als Mitarbeiter der Rechtsabteilung sehen es als unsere Aufgabe, sie dabei zu unterstützen“, erklärt die 39-Jährige. Die Rechtsexperten stellen zum Beispiel Musterverträge zur Verfügung, die alle Eventualitäten abdecken und bei Bedarf angepasst werden. „Jeder Autor und jedes Werk, das veröffentlicht wird, hat seine Besonderheiten. Wenn ein Autor zum Beispiel auch als Dozent arbeitet und die Inhalte seines Buches in seinen Seminaren verwenden möchte, prüfen wir, welche Zugeständnisse wir machen können. Und wenn ein Werk in einem anderen Land vertrieben werden soll, schließen wir Verträge mit dem Verlag, der das Buch im Ausland für uns verbreitet“, erklärt die Justiziarin.

Darüber hinaus versucht Meral Bilge auch, die Kollegen aus den anderen Abteilungen in Schulungen für juristische Themen zu sensibilisieren. „Wir geben den Mitarbeitern Arbeitshilfen an die Hand, erstellen Merkblätter und veranschaulichen ihnen anhand von Beispielen, welche Konsequenzen es haben kann, wenn man zum Beispiel Lizenzen für Fotos nicht dokumentiert. Wir beantworten aber auch Fragen und versuchen, den Kollegen das Juristendeutsch zu übersetzen“, erklärt die Rechtsexpertin.

Im Unternehmen juristisch arbeiten

In ihrer täglichen Arbeit greift Meral Bilge auf das Handwerkszeug zurück, dass sie im Jurastudium erworben hat: „Ich habe gelernt, Gesetze zu lesen und zu verstehen sowie die Vorgaben und Regelungen auf bestimmte Sachverhalte anzuwenden. Außerdem habe ich Fachkenntnisse in verschiedenen Rechtsgebieten erworben – und mir das Juristendeutsch angeeignet, das ich benötige, um eine Vielzahl möglicher Sachverhalte in einem Vertrag fassen zu können“, erklärt sie.

Nach dem Studium lernte Meral Bilge verschiedene juristische Tätigkeiten kennen und sammelte so umfassende Erfahrungen. Zunächst war sie als Anwältin in einer Kanzlei tätig, wo sie sich mit zivilrechtlichen Fragen rund um Schadensersatz, Mietrecht und Familienrecht beschäftigte. Anschließend wurde sie von einer Baufirma abgeworben, für die sie eine Rechtsabteilung etablierte.
Die Tätigkeit als Justiziarin schätzt Meral Bilge, weil sie hier eigene Ideen einbringen, immer wieder neue Tätigkeitsbereiche übernehmen und sich so stetig weiterentwickeln kann. Nebenbei unterrichtet sie als Privatdozentin an der Universität zu Köln angehende Jurastudierende. „Es macht Spaß, den Studierenden aufzuzeigen, was sie mit ihrem Studium anfangen können“, sagt sie.

abi>> 08.02.2019