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Unternehmen fit machen für den Datenschutz

Eine Frau arbeitet am PC
Hält sich das Unternehmen an die Datenschutzrichtlinien? Anhand von Stichproben stellen Datenschutzbeauftragte fest, was schon gut läuft und wo eventuell noch Verbesserungsbedarf herrscht.
Foto: Martin Rehm

Datenschutzbeauftragte

Unternehmen fit machen für den Datenschutz

Christina Meyer (32) arbeitet als Datenschutzberaterin und Datenschutzbeauftragte. Sie steht mit ihrem Fachwissen unterschiedlichen Einrichtungen zur Seite, vom Industriekonzern über das Krankenhaus bis zum Theater.

Was den Datenschutz angeht, ist Christina Meyer eine Spätberufene: Nach dem Abitur studierte sie Rechtswissenschaft, absolvierte ihr Referendariat und arbeitete dann in der Rechtsabteilung einer Bank. Dort beschäftigte sie sich hauptsächlich mit Erbrecht, was jedoch nicht unbedingt ihren Interessen entsprach. „In dieser Zeit spielte das Thema Datenschutz für mich keine große Rolle. Ich bin erst darauf gestoßen, als ich auf der Suche nach Berufsalternativen eine Anzeige entdeckte, in der nach Datenschutzberatern gesucht wurde“, berichtet die heute 32-Jährige.

Sie forschte damals nach, was es mit dem Datenschutz auf sich hat, und stellte fest: „Das ist ein interessantes, lebendiges Thema mit Zukunft!“ Christina Meyer bewarb sich auf die Stelle und ist nun seit rund anderthalb Jahren bei einem Unternehmen im niedersächsischen Dissen als Datenschutzberaterin und Datenschutzbeauftragte tätig.

Probleme identifizieren, Lösungen erarbeiten

Ein Porträt-Foto von Christina Meyer

Christina Meyer

Foto: privat

Der Arbeitsalltag entspricht dem, was Christina Meyers Recherchen ergeben hatten: „Er bietet viel Abwechslung, denn wir beraten Kunden unterschiedlicher Branchen und Organisationsformen: vom Industriekonzern über das Krankenhaus bis zum Theater.“ Die studierte Juristin und ihre Kollegen prüfen, ob Verträge dem Datenschutz entsprechen. Sie helfen den Auftraggebern dabei, Betriebsvereinbarungen so zu gestalten, dass sie in dieser Hinsicht wasserdicht sind. Zudem schulen sie Mitarbeiter zum Thema Datenschutz, beantworten Fragen und schauen bei Vor-Ort-Terminen, wie die Firmen und Behörden den Datenschutz tatsächlich handhaben. „Wir schauen beispielsweise, wie mit Aufnahmen aus Videoüberwachungen umgegangen wird. Oder wir machen Stichproben, wie der Auftraggeber die Datenschutzgrundverordnung umsetzt“, berichtet Christina Meyer.

Besonders gern prüft die 32-Jährige Verträge: „Die Datenschutzgrundverordnung gibt den genauen gesetzlichen Rahmen vor. Doch die einzelnen Verträge sind ganz unterschiedlich aufgebaut. Wir schlagen dann vor, wie der entsprechende Vertrag geändert werden sollte, und unterstützen bei der Abstimmung mit den Vertragspartnern. Das funktioniert am besten, wenn alle drei Parteien die strittigen Punkte in einer Telefonkonferenz besprechen.“ Für die Beraterin ist es ein gelungener Arbeitstag, wenn sich alle Vertragspartner einig sind und die personenbezogenen Daten der betroffenen Personen so geschützt sind, dass es zu keinem „Datenverletzungsrisiko“ kommt.

Auf dem Laufenden halten

Um auf dem neuesten Stand zu bleiben und kenntnisreich beraten zu können, liest Christina Meyer regelmäßig die Publikationen der Datenschutzbehörden und tauscht sich mit Kollegen aus. Neben Zuverlässigkeit, Beharrlichkeit und der Fähigkeit, ihre eigene Arbeit zu strukturieren und komplexe Prozesse zu analysieren, braucht sie in ihrem Beruf ein gutes Kommunikationsvermögen.

Als Juristin findet sie es spannend, zu verfolgen, ob es nach der Datenschutzgrundverordnung weitere neue Gesetze oder Gesetzesanpassungen zum Datenschutz geben wird. Den scheinbar trockenen Rechts- und Technikfragen gewinnt sie dabei auch eine humorvolle Note ab: „Die eine oder andere Anfrage kann einem durchaus ein Schmunzeln entlocken. Durch die Datenschutzgrundverordnung gerieten einige Marketingabteilungen in Panik. Sie dachten, sie dürfen nun gar nichts mehr machen und alles sei verboten. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit.“

abi>> 08.03.2019