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Auf Spurensuche zwischen Hard- und Software

Ein junger Mann bedient einen Roboterarm.
Während seines Studiums "Mobile und eingebettete Systeme" an der Universität Passau beschäftigte sich Maximilian Steindl bereits mit Robotern und auch in seinem heutigen Beruf als Softwareentwickler interessiert er sich für Automatisierung.
Foto: Christof Strache

Softwareentwickler

Auf Spurensuche zwischen Hard- und Software

Bei einer Rückrufaktion müssen Hersteller genau wissen, wo die fehlerhaften Bauteile überall eingebaut sind. Als Softwareentwickler ist Maximilian Steindl (27) zuständig für diese Suche.

Es steckt einiges an Detektivarbeit hinter dem englischen Begriff „Traceability“, zu Deutsch: Rückverfolgbarkeit. „Es geht darum, bei jedem Bauteil eines Herstellers genau zu wissen, auf welcher Komponente und in welchem Gerät es wann, wie und von wem eingebaut wurde“, erklärt Maximilian Steindl die teils komplizierte Ausgangslage. Im Fall einer Rückrufaktion können die betroffenen Bauteile so schnell ausfindig gemacht und der Fehler behoben werden. Der 27-Jährige programmiert die Software für eben jene Detektivarbeit, arbeitet somit an der Schnittstelle zwischen Maschine und Computer, zwischen Hard- und Software.

Ein Porträtbild von Maximilian Steindl

Maximilian Steindl

Foto: in-Tech GmbH

Zunächst hat er den Ausbildungsberuf Zerspanungsmechaniker erlernt. „Während der Ausbildung haben wir auch die CNC-Steuerung der Maschinen programmiert, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.“ Später im Beruf spielte die Tätigkeit allerdings keine Rolle mehr: „Das haben im Betrieb dann meist Techniker übernommen.“ Nach einem Jahr Berufserfahrung entschied sich Maximilian Steindl deshalb, das Abitur nachzuholen und zu studieren, um die Aufgaben auszuführen, die ihn faszinieren. Durch Zufall las er in seiner Heimatzeitung einen Artikel über einen neuen Studiengang an der Universität Passau: Mobile und eingebettete Systeme. „Das war genau das, was mich interessiert: die Kombination zwischen Informatik und Ingenieurwissenschaften.“

Roboter programmieren im Studium

Mit Programmieren, Sensorik, Regelungstechnik und mehr beschäftigte sich Maximilian Steindl in seinem Studium. Am meisten Spaß hatte er an den Projektarbeiten: „Wir haben etwa Roboter programmiert, die einen bestimmten Parcours laufen mussten, oder eine App geschrieben, die berechnet, ob sich für einen Autofahrer die Anschaffung eines Elektroautos lohnen würde.“ Auch Virtual-Reality-Anwendungen spielten im Studium eine Rolle, genauso wie IT-Sicherheit und Datenschutz.

Acht Semester studierte Maximilian Steindl insgesamt. Noch währenddessen wollte er ein Praktikum absolvieren und bewarb sich dafür bei seinem alten Ausbildungsbetrieb. Dort programmierte er die Software für den Bediener der Maschinen. Seine Abschlussarbeit schrieb er daraufhin über Softwarelösungen für Automatisierungstechniken.

Spannende Arbeit im Team

„Ich wollte nach dem Studium möglichst schnell wieder zurück ins Arbeitsleben und auf jeden Fall in die Industrie“, erzählt der 27-Jährige. Deswegen entschied er sich – anders als die meisten seiner Kommilitonen – gegen ein Masterstudium. Der Berufseinstieg fiel ihm dennoch leicht: Er schrieb zwei Bewerbungen und erhielt zwei Zusagen.

Mittlerweile ist er bei der „in-tech industry GmbH“ angestellt, einem Unternehmen, das auf die Entwicklung industrieller Systeme und Software spezialisiert ist. Hier arbeitet er mit einem Team an einem Kundenprojekt: „Für einen großen deutschen Elektronikhersteller entwickeln wir ein Traceability-Programm.“ Maximilian Steindl ist entweder vor Ort beim Kunden oder sitzt an seinem Arbeitsplatz im Betrieb. Er ist meistens am Computer tätig, manchmal direkt an den Maschinen. „Diese Abwechslung und die Arbeit im Team finde ich sehr spannend“, erzählt er.

Der junge Softwareentwickler kann seinen Studiengang und seinen Beruf allen empfehlen, die sich sowohl für Informatik als auch für Maschinen und Technik interessieren. „Wer daran Spaß hat, der packt auch das Studium“, ist er sich sicher. Mit diesem Berufsweg hat er sich seinen Traum erfüllt: „Ich wollte immer im Bereich Automatisierung arbeiten und genau das tue ich jetzt.“ Einen weiteren Traum hat der 27-Jährige allerdings noch offen: „Ich würde gerne noch ins Ausland gehen, am liebsten nach Amerika.“

abi>> 15.03.2017