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Einfach gut hören!

Hörgerät von innen. Foto: Axel Jusseit
Viel Technik auf kleinstem Raum: Hörgeräte sind eine Errungenschaft der Medizintechnik.
Foto: Axel Jusseit

Ingenieurin für Audiologie

Einfach gut hören!

Weil sie selbst unter Hörproblemen litt, entschloss sich Mareike Schulten für einen Beruf im Bereich Audiologie. Heute ist die 33-Jährige als Ingenieurin im ostwestfälischen Löhne bei Audio Service tätig und auf der Suche nach allem, was man an Hörgeräten verbessern kann.

Hörgeräte sind Hightech-Systeme auf engstem Raum: In einer winzigen Acrylschale sind Lautsprecher, Mikrofon und Stromversorgung verbaut, hinzu kommt ein Chip, welcher dem Gerät bestimmte Funktionen verleiht (wie beispielsweise eine Störgeräuschabsenkung oder Spracherkennung). Natürlich gibt es ganz unterschiedliche Modelle: „Aber besonders gefragt sind kleinstmögliche und schicke Geräte, die immer mehr können“, erzählt Mareike Schulten.

Ihr Arbeitgeber ist ein international aufgestelltes Unternehmen, das ein breites Sortiment an Produkten rund um das Thema Hören anbietet und auf Hörsysteme spezialisiert ist, die direkt im Ohr getragen werden. Mareike Schulten arbeitet in der Forschung und Entwicklung, wo sie in erster Linie unterschiedliche Studien betreut. Die Themen sind vielfältig, auch mit Blick auf das, was in Zukunft möglich sein könnte. Dabei geht es zum Beispiel um Kommunikationshilfen und generell um eine stärkere Vernetzung der Geräte. So tüftelt die Ingenieurin beispielsweise an kabellosen Funktionen, die ein Hörgerät mit einem Handy verbinden können. Aber auch vorhandene Techniken werden immer weiter verfeinert. Bei Mikrofonfiltern werden etwa die Windgeräusche reduziert oder es wird an schmutzabweisenden Hörerfiltern gearbeitet.

Es geht immer vorwärts

Porträtfoto von Mareike Schulten. Foto: Privat

Mareike Schulten

Foto: privat

In ihren Studien betreut die 33-Jährige unter anderem schwerhörige Probanden: „Da werden etwa neue Techniken getestet, die das Hörerleben der Testpersonen verbessern sollen.“ Außerdem hat sie mit technischen und medizinischen Themen zu tun, muss die Studien vorbereiten, organisieren, Ergebnisse erfassen und statistisch auswerten und sich mit Kollegen – auch rund um den Globus – austauschen.

„Bei der Vorbereitung einer Studie gibt es im Vorfeld viel zu klären: Was muss ich testen? Wie muss der Testbericht gestaltet sein? Wie viele Probanden brauche ich? Sind audiologische Messungen nötig?“, erzählt die Ingenieurin. Dabei kann es etwa um eine Geräteschale gehen. „Der Gehörgang ist bei jedem Menschen etwas anders geformt. Damit die Schale optimal ins Ohr passt und nicht herausrutschen kann, erstelle ich mithilfe einer Silikonmasse eine positive Form des äußeren Gehörgangs. Diese wird bei uns eingescannt und digital weiterverarbeitet.“ Die Geräte werden dann individuell angepasst.

Technik-Medizin-Mensch

Sowohl bei den Messungen als auch bei der Evaluation arbeitet sie mit spezieller Software: „Mir gefällt vor allem der Mix aus medizinischen und technischen Themen und die Arbeit mit Menschen“, sagt sie.

Dass Mareike Schulten nach ihrem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Hörakustikerin und dann den Studiengang „Hörtechnik und Audiologie“ an der Jade Hochschule Oldenburg absolvierte, hängt mit ihrer eigenen Geschichte zusammen: „Kurz vorm Abitur traten bei mir Hörprobleme auf, und ich habe mich so intensiv mit dem Thema befasst, dass ich mich gleich für die Ausbildung entschieden habe.“ Am Ende wollte sie aber mehr. Vor allem Hörgeräte verbessern und an der Weiterentwicklung mitwirken.

abi>> 27.03.2018

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