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Projektleitung bei der Papierherstellung

Der Ingenieur Papiertechnik Florian Ludl begutachtet am 19.8.16 an der Papiermaschine der SCA GmbH in Mannheim eine riesige Rolle mit Kuechenpapier. Er betreut eine einzigartige, riessige Papiermaschine, die aus Holzfasern und Wasser in 24 Stunden bis zu 200 Tonnen Hygiene- und Kuechentuecher produzieren kann.
Arbeitsabläufe kontrollieren und analysieren: Eike Ulonska ist als Ingenieur für Papiertechnik viel in den Werkstätten der Firma unterwegs.
Foto: Thomas Lohnes

Ingenieur für Papiertechnik

Projektleitung bei der Papierherstellung

Wenn alles reibungslos läuft, ist Eike Ulonska zufrieden: Der 36-Jährige arbeitet als Ingenieur für Papiertechnik in der Produktion bei der Drewsen Spezialpapiere GmbH & Co. KG im niedersächsischen Lachendorf.

Scheckpapiere mit Wasserzeichen, Verpackungspapiere für Lebensmittel oder technische Papiere wie Haftetiketten – in Lachendorf bei Celle rattern die Maschinen für besondere Papierprodukte. Bei der Drewsen Spezialpapiere GmbH & Co. KG werden mehr als 300 verschiedene Papiersorten hergestellt. Dafür, dass dabei alles rundläuft, ist unter anderem Eike Ulonska zuständig. In der Abteilung Technologie trägt er zur Optimierung der Prozesse bei und leitet dabei verschiedene Projekte.

Prozesse analysieren und optimieren

Ein Porträt-Foto von Eike Ulonska

Eike Ulonska

Foto: privat

„Ziel bei der Papierherstellung ist es, die Produktion effektiv und effizient zu gestalten. Die Reduktion von Kosten ist dabei auch immer ein wichtiges Thema. Deshalb werden die Prozesse laufend kontrolliert und analysiert. So entstehen Investitions- und Verbesserungsprojekte“, beschreibt der 36-Jährige.

Seine Aufgaben erledigt er zum größten Teil am Schreibtisch oder am PC. Dabei nutzt er firmeninterne Auswertungsprogramme. „Oft bin ich aber auch bei den Maschinen unterwegs, um mir die Arbeitsabläufe direkt vor Ort anzusehen, mit den Kollegen vor Ort zu sprechen oder mit externen Firmen Aufgabenstellungen zu diskutieren“, schildert er.

Auf eine funktionierende Teamarbeit kommt es dabei besonders an. „In den Projekten arbeite ich immer mit unterschiedlichen Kollegen zusammen“, erklärt Eike Ulonska. „Teils also mit anderen Ingenieuren und Produktionsleitern, genauso aber auch beispielsweise mit Elektronikern oder Industriemechanikern und Metallbauern.“ Weil er selbst die Projekte leitet, ist es seine Aufgabe, darauf zu achten, dass die Ziele erreicht und Zeitpläne eingehalten werden. Er lädt die eingebundenen Kollegen zu Projektbesprechungen ein, informiert über die Ziele, die erreicht werden sollen, und führt sogenannte ROI-Berechnungen durch. Die Abkürzung steht für „Return on Investment“ und meint die prozentuale Relation zwischen Investition und Gewinn. „Man muss gut organisiert und teamfähig sein, und es wird erwartet, dass die unternehmensinternen Vorgaben zum Projektmanagement eingehalten werden. Schlussendlich müssen die Ergebnisse aller Projekte vor der Geschäftsführung präsentiert werden“, bringt er wesentliche Anforderungen auf den Punkt.

Vom Papiermacher zum Ingenieur

In der Papierfabrik laufen die Maschinen rund um die Uhr. „In Zukunft wird auch Bereitschaftsdienst zu meinen Aufgaben gehören“, sagt Eike Ulonska. „Denn es muss immer ein Verantwortlicher abrufbereit sein, falls es abends, nachts oder am Wochenende mal ein Problem an einer Maschine gibt.“ Schichtarbeit hingegen ist für ihn in seinem heutigen Aufgabenbereich kein Thema mehr. „Das war früher einmal anders, als ich noch Papiermacher war und somit immer direkt an den Maschinen gearbeitet habe.“ Bereits diesen Ausbildungsberuf – er heißt heute Papiertechnologe/-in – erlernte der Ingenieur bei seinem heutigen Arbeitgeber. „Weil ich die Papierherstellung so interessant fand und meine Aufgaben und Aufstiegschancen erweitern wollte, habe ich mich dann entschieden, noch die fachgebundene Hochschulreife nachzuholen und in diesem Bereich zu studieren.“

An der Hochschule für angewandte Wissenschaften München absolvierte Eike Ulonska den Studiengang „Papier- und Verpackungstechnik“, den er damals als Diplom Ingenieur (FH) abschloss. Inzwischen handelt es sich dabei um einen Bachelor- und Masterstudiengang. Nach dem damaligen Grundstudium der Verfahrenstechnik wählte Eike Ulonska den Schwerpunkt Papiertechnik im Hauptstudium. Anschließend sammelte er Auslandserfahrung bei anderen Papierfabriken in der Schweiz und in England. „Als ich dann das Angebot bekam, wieder zurück zu Drewsen zu kommen, habe ich sofort zugesagt“, berichtet der Ingenieur. „Zukünftig könnte ich mir gut vorstellen, hier noch mehr Verantwortung zu übernehmen.“

abi>> 12.12.2017

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