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Baupläne in 3-D

Jemand arbeitet an einem Computer
Schon längst hat die Digitalisierung auch die Baubranche erreicht. Mittlerweile lassen sich mithilfe von Computerprogrammen sogar 3-D-Modelle erstellen.
Foto: Dörfel & Dörfel Fotodesign

Bauzeichner

Baupläne in 3-D

Früher wurden Baupläne noch am Zeichenbrett erstellt. Heute gibt es Computerprogramme, die das Zeichnen von Hand überflüssig machen. Immer öfter werden aber auch 3-D-Modelle von Gebäuden erstellt. Wie das funktioniert, weiß der 25-Jährige Bauzeichner Thomas Melchert.

Thomas Melchert ist nicht festangestellt, sondern arbeitet als selbständiger Bauzeichner. „Ich werde projektbezogen gebucht oder wenn es in einem Unternehmen gerade einen personellen Engpass gibt“, erklärt er. Derzeit ist er im Massivbau beschäftigt. „Das heißt, wir kümmern uns um den Rohbau. Also um alles, was gemauert und betoniert wird: Bodenplatten, Wände, Decken.“ Seine Haupttätigkeit besteht darin, sich mit den Architekten und Statikern abzustimmen. „Dann erstelle ich nach den Vorstellungen des Architekten maßstabsgerechte Baupläne, auf deren Grundlage die Bauarbeiten ausgeführt werden“, führt er aus.

Den größten Teil seiner Arbeitszeit verbringt Thomas Melchert im Büro. „Natürlich geht man auch mal raus zur Baustelle und schaut, wie es läuft, aber das ist eher die Ausnahme“, erzählt der 25-Jährige. „Die meiste Arbeit findet am Computer statt.“

Wer sich für das Berufsbild interessiert, sollte daher unbedingt Computeraffinität mitbringen. „Aber auch Interesse am Bauwesen und ein gewisses mathematisches und physikalisches Grundverständnis gehören dazu“, sagt der Bauzeichner und ergänzt: „Am wichtigsten ist das räumliche Denken: Wenn man sich ein Gebäude nicht vorstellen kann, kann man auch keinen Plan davon zeichnen.“

Modelle am Computer erstellen

Ein Porträt-Foto von Thomas Melchert

Thomas Melchert

Foto: privat

Heutzutage erstellen Bauzeichner ihre Zeichnungen und Pläne mithilfe von Computerprogrammen. In einigen Bereichen setzt sich auch die 3-D-Modellierung immer weiter durch. Hiermit können detaillierte 3-D-Pläne von Gebäuden, Objekten und Räumen erstellt werden. Auch Thomas Melchert arbeitet in diesem Bereich. „Der Vorteil an den 3-D-Modellen ist, dass man alles auf einen Blick erkennt“, sagt der Bauzeichner. „Fenster und Türen sind auch schon Bestandteil des Modells. Man kann es sogar so weit ausführen, dass man die Räume virtuell möbliert und optisch attraktiv darstellt. So kann man dem Kunden das gewünschte Bauvorhabens bestmöglich präsentieren.“ Ein weiterer Vorteil sei, dass die 3-D-Modelle sehr detailliert sind. „Bei Bauplänen ist es sehr wichtig, dass alle Maße und Proportionen stimmen“, betont Thomas Melchert. „Und hier liegt die Stärke eines 3-D-Modells: Man kann auf Anhieb erkennen, ob sich zum Beispiel eine Wasserleitung und eine Stromleitung in die Quere kommen und gegebenenfalls kann man eine Leitung verschieben.“ Solche Probleme müssen dann nicht, wie früher, vor Ort auf der Baustelle gelöst werden.

Räumliches Denken ist gefragt

Die Entscheidung, nach dem Abitur eine Ausbildung zum Bauzeichner zu beginnen, stand für Thomas Melchert früh fest: „Ich hatte schon immer ein Faible für das Bauwesen“, erinnert er sich. „Schon während der Schulzeit hatte ich Nebenjobs als Dachdecker oder Gerüstbauer. Es sollte also unbedingt etwas in diesem Bereich sein.“ Seine Berufsausbildung schloss er vor drei Jahren ab. Für die Selbständigkeit hat er sich bewusst entschieden, um möglichst vielfältige Erfahrungen zu sammeln und viele Kontakte knüpfen zu können. „Mein Ziel ist es nämlich, ein eigenes Unternehmen zu gründen – eventuell auch mit Angestellten“, verrät er.

abi>> 28.12.2017