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Im Dienste des guten Hörens

Eine Hörakustikerin zeigt einer Kundin verschiedene Hörgeräte.
Für den Kontakt mit Kunden müssen Hörakustiker viel Know-how und Fingerspitzengefühl mitbringen.
Foto: Martin Rehm

Hörakustikerin

Im Dienste des guten Hörens

Neben dem Kundenkontakt begeistert Gesa Seller (24) an ihrer Arbeit als Hörakustikerin bei „Kind Hörgeräte“ in Hannover vor allem eines: die moderne Technik in den kleinen Hörgeräten.

Es war eine Entscheidung während der Schulzeit, die Gesa Seller den Weg in ihre berufliche Zukunft ebnen sollte. Damals machte sie ein Praktikum bei einem Hörakustiker in Hildesheim. Die Begeisterung für die beruflichen Eckpfeiler – Kundenkontakt, Handwerk und Technik – hielt bis nach dem Abitur an und so gab es an ihrer Entscheidung, Hörgeräteakustikerin zu werden (seit 1. August 2016 heißt die Ausbildung Hörakustiker/-in) nichts mehr zu rütteln.

Bei ihrem jetzigen Arbeitgeber „Kind Hörgeräte“ absolvierte die 24-Jährige die dreijährige duale Ausbildung, die sie im Sommer 2015 mit der Gesellenprüfung erfolgreich abschloss. Seitdem steht die Hörakustikerin mitten im Berufsleben und hat vielseitige Aufgaben zu erledigen.

Menschen und Hightech zusammenbringen

Ein Porträtbild von Gesa Seller.

Gesa Seller

Foto: S.J. Diederichsen

Ein Großteil ihrer Arbeit besteht in der Beratung von Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung. Liegt laut Hörtest eine Schwerhörigkeit vor? Und wenn ja, in welchem Ausmaß? Welche Wünsche an das Hörgerät hat der Kunde? Welche Hörgeräte kommen für ihn infrage? Diese Fragen muss sie beantworten, bevor die Hörgeräteanpassung mit dem Kunden erfolgt.

„Ich arbeite dabei mit einem System, das verschiedene Hörsituationen wie etwa bei einem Konzert oder in einem Restaurant realistisch simulieren kann. So können direkt im Geschäft verschiedene Geräte getestet und passgenaue Einstellungen über die Software am Rechner vorgenommen werden“, erklärt Gesa Seller. Auch handwerkliche Anpassungen an den Ohrstücken für einen optimalen Sitz des Hörgerätes oder Reparaturen defekter Hörgeräte gehören zu ihrem Berufsalltag.

Soziale Kompetenz gefragt

Der Kontakt mit den Kunden macht Gesa Seller großen Spaß, er ist ihrer Meinung nach aber zugleich die größte Herausforderung: „Es ist nicht immer leicht, mit Schwerhörigen zu sprechen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen zu suchen. Jeder geht nun mal mit einer Hörminderung anders um. Es erfordert auf jeden Fall Einfühlungsvermögen – und manchmal auch Geduld und Überzeugungsarbeit.“ Wer sich für den Beruf des Hörakustikers interessiert, sollte den Umgang mit Menschen lieben, technikaffin sein und am besten schon in der Schule Freude an den Fächern Mathematik, Physik und Biologie haben, meint die 24-Jährige, die gerade in der Vorbereitung zur Meister-Prüfung steckt.

Neben den mal einfachen, mal etwas schwierigeren Kundenkontakten wartet im Berufsalltag auch Büroarbeit auf die Hörakustikerin: zum Beispiel Bestellungen aufgeben, Termine managen und in den Kundendateien dokumentieren sowie der Schriftverkehr mit Hals-Nasen-Ohren-Ärzten und Krankenkassen erledigen.

In Sachen Technik immer auf dem neuesten Stand

Langeweile komme da nicht auf, findet Gesa Seller. Alleine schon deswegen, weil die Hersteller immer wieder mit technischen Neuheiten wie noch intelligenteren Chip-Technologien aufwarten und Hörakustiker stets auf dem aktuellen Stand bleiben müssen. Bei ihrem Arbeitgeber kann sie hierzu Online-Kurse absolvieren sowie an Produktvorstellungen und Präsenzschulungen in der Kind-Zentrale teilnehmen.

„Die Entscheidung für diesen Beruf war für mich goldrichtig. Er umfasst Technik, die mich immer wieder aufs Neue begeistert, Handwerk und das gute Gefühl, dass ich Menschen durch meine Arbeit zu mehr Lebensqualität verhelfe“, sagt sie.

abi>> 04.01.2017