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Man ist, was man isst

Jemand schneidet eine Gurke.
Selbst zu kochen ist wichtig für eine gesunde Ernährung.
Foto: Christiane Zenkert

Ökotrophologin

Man ist, was man isst

Diese Redensart beschreibt den engen Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit treffend. Damit befasst sich auch Ramona Hausmann (38). Die Ökotrophologin berät Reha-Patienten zu gesunder Ernährung im Alltag.

Seit Februar 2010 arbeitet Ramona Hausmann beim Passauer Wolf. Das Unternehmen betreibt Rehabilitations-Zentren und Hotelkliniken an vier bayerischen Standorten. In der Passauer Wolf City-Reha Ingolstadt betreuen die Ökotrophologin und ihre Kollegen Patienten – denen beispielsweise ein künstliches Gelenk eingesetzt wurde – medizinisch, therapeutisch und pflegerisch. „Die Ernährungsberatung ist ein therapeutisches Element im Rahmen der Reha“, erklärt Ramona Hausmann. „Es ist unser Ziel, den Patienten die Grundregeln einer gesunden Ernährung näher zu bringen und sie auch über die Reha hinaus zu motivieren, ihr Essverhalten gesund zu gestalten.“

Ein Porträt-Foto von Ramona Hausmann

Ramona Hausmann

Foto: Marcel Hagen studio22.at

Zu ihren häufigsten Beratungsthemen zählt die richtige Ernährung bei Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus, Gicht oder einem zu hohen Cholesterinspiegel. „Ich sehe mich zudem als Impulsgeberin, die den Patienten zeigt, wie viel Freude es machen kann, alte Verhaltensmuster abzulegen“, ergänzt die Ökotrophologin, die nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch an die Beratung herangeht. So kocht sie etwa gemeinsam mit den Patienten. „Dabei erfahren sie, wie sie das theoretisch Erlernte im Alltag dauerhaft in die Praxis umsetzen können. Die Patienten dürfen die während der Reha ausprobierten Rezepte selbstverständlich zum Nachkochen mit nach Hause nehmen“, sagt sie schmunzelnd. Darüber hinaus hält Ramona Hausmann Vorträge über gesunde Ernährung.

Im Laufe ihres Berufslebens hat die Ökotrophologin mehr als einmal die Erfahrung gemacht, dass Patienten sich nicht immer sofort von neuen Ernährungswegen begeistern lassen: „Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ich mich mit Einfühlungsvermögen auf die individuelle Situation jedes Patienten einstelle und wir gemeinsam eine praktikable Lösung finden“, schildert sie.

Vertiefung in Beratung und Hygiene

Ramona Hausmann studierte nach dem Abitur Ökotrophologie an der Hochschule Anhalt. „Entscheidend für meine Studienfachwahl war mein großes Interesse an naturwissenschaftlichen Themen“, berichtet sie. „Mir gefiel die Vielfalt des Aufgabenspektrums und der beruflichen Einsatzmöglichkeiten“, erinnert sie sich.

Die Hochschule Anhalt bietet verschiedene Studienschwerpunkte innerhalb der Ökotrophologie. Ramona Hausmann, die noch auf Diplom studierte, spezialisierte sich auf die Bereiche Beratung und Hygiene. Ihr Praxissemester absolvierte sie in einem Gesundheits- und Lebensmittelüberwachungsamt: „Dort lernte ich beispielsweise den Umgang mit meldepflichtigen Infektionserkrankungen und ich durfte Wasserproben an Badeseen entnehmen“, erzählt sie. 2001 schloss sie ihr Studium ab.

Mit den Patienten auseinandersetzen

Beim Passauer Wolf arbeitet eine Vielzahl von Berufsgruppen zusammen, darunter Ärzte, Psychologen, Pflegekräfte sowie Physio- und Ergotherapeuten. „Daher erfordert meine Arbeit ein hohes Maß an Teamfähigkeit“, beschreibt Ramona Hausmann. „Gleichzeitig verlangt insbesondere meine Tätigkeit in der Lehrküche die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten.“ Ein weiterer Aspekt: „Die Patienten sind zunehmend besser informiert, wenn es um das Thema gesunde Ernährung geht. Allerdings sind ihre Vorstellungen nicht immer richtig, weshalb ich einen Weg finden muss, mich angemessen mit ihnen auseinanderzusetzen.“

Für ihren Beruf würde sich Ramona Hausmann sofort wieder entscheiden: „Mich fasziniert der Umgang mit Menschen und das abwechslungsreiche Aufgabenspektrum, ohne dass ich ständig am Schreibtisch sitzen muss.“ Besonders freut es sie, wenn die Patienten ihre Beratung annehmen und sie die Fortschritte miterleben kann. „Oft melden sie sich sogar nach dem Ende der Reha und berichten mir stolz von ihren Erfolgen.“

abi>> 24.06.2015