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Auf Karrierekurs in der Löwenstadt

Die Skyline von Singapore.
Das Arbeiten im Ausland bietet Jannik Pokar berufliche Herausforderungen und internationale Bekanntschaften.
Foto: Martin Rehm

Arbeiten in Singapur

Auf Karrierekurs in der Löwenstadt

Bereits zum zweiten Mal hat es Jannik Pokar (22) zum Arbeiten nach Singapur verschlagen. Als Consultant in einer international tätigen Rechtsanwaltskanzlei mit arbeitet er an IT-Projekten mit.

Neugierde auf andere Länder sowie spannende und herausfordernde Projekte lockten Jannik Pokar in den südostasiatischen Stadtstaat. „Singapur ist für mich ein Symbol dafür, dass es Menschen aus verschiedenen Kulturen und Ländern schaffen können, friedfertig und in Einklang miteinander zu leben“, sagt er.

In einer Rechtsanwaltskanzlei analysiert der 22-Jährige Arbeitsprozesse, um diese langfristig zu automatisieren. Er recherchiert IT-Lösungen, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll und effizient für das Unternehmen sind. Dabei verbringt er viel Zeit vor dem Rechner und nimmt daneben zahlreiche Termine mit Softwareanbietern wahr – entweder in der Kanzlei oder auswärts. Als Berufseinsteiger muss Jannik Pokar, der sein Abitur in Lünen und seinen Bachelorabschluss in BWL gemacht hat, hohen Einsatz zeigen. „Da mich die Herausforderung reizt, nehme ich das gerne in Kauf“, sagt er.

Bereits während seines Studiums war Jannik Pokar sechs Monate lang als IT-Projektmanager bei einem Unternehmen in Singapur tätig. Als er das Angebot bekam, erneut für ein Projekt nach Singapur zu gehen, zögerte er nicht lange und sagte zu. Etwa ein Drittel der Mitarbeiter in der Kanzlei kommt aus Deutschland, darunter vor allem Juristen. Die Buchhaltung und Verwaltung wird hauptsächlich von inländischen Mitarbeitern übernommen. Die Arbeitserlaubnis hat die Kanzlei für Jannik Pokar organisiert, seine Lebenshaltungskosten kann er durch seine Einkünfte dort gut decken.

Aufregendes Freizeitangebot

Ein Portrait-Foto von Jannik Pokar.

Jannik Pokar

Foto: privat

Wie viele deutsche Unternehmen und Organisationen hat sich die Kanzlei im German Center in der Nähe des International Business Park angesiedelt. „Man lernt viele Leute kennen und kann sich – wenn man möchte – mit Deutschen treffen. Ich bin viel mit Leuten ganz unterschiedlicher Herkunft zusammen.“
Singapur bietet ein vielfältiges Freizeitprogramm, vom Shopping und Freizeitparks über Konzerte und Festivals bis hin zu einem lebendigen Nachtleben und zahlreichen Restaurants mit Speisen aus zahlreichen Ländern. Jannik Pokar nutzt diese Möglichkeiten und verreist zudem gerne. In kurzer Zeit erreicht man im Flieger beispielsweise Australien, Indonesien und Thailand.

Von der ursprünglichen singapurischen Kultur spürt der Deutsche wenig, und auch die Singapuris lernt man seiner Meinung nach nicht so leicht kennen. Die gesamte Stadt sei sehr sauber, das Leben reguliert und kameraüberwacht, erzählt er. „Wenn man Müll auf die Straßen wirft, muss man mit saftigen Strafen rechnen.“

Unterschiede in der Kommunikation

Auch im Arbeitsleben, insbesondere in der Kommunikation, gibt es Unterschiede zu Deutschland, wie auch Annika Harloff, Coach für deutsche Expatriates in Singapur, bestätigt: „Man muss sich erstmal an die andere Arbeitsweise und Kommunikation im Land gewöhnen. Deutsche kommunizieren sehr direkt. Im asiatischen Raum ist das nicht so. Dort gibt es zum Beispiel viele verschiedene Versionen von Ja, ein klares Nein kommt hingegen kaum vor. Es dauert einige Zeit, bis klar ist, wann man welche Fragen stellen darf und wie man die notwendigen Informationen bekommt und richtig interpretiert.”

Jannik Pokar sorgte einmal für eine lustige Begegnung der Kulturen: „2018 war ich über Weihnachten in Singapur und noch nicht ganz in Weihnachtsstimmung. Also kam ich auf die Idee, die singapurischen Kollegen deutsche Weihnachtsgedichte vorlesen zu lassen und die Kollegen aus Deutschland mussten erraten, um welches Gedicht es sich handelt. Das hat eine Menge Spaß bereitet.“
In zwei Monaten will der 22-Jährige nach Deutschland zurückkehren, um ein duales Masterstudium zu beginnen. „Bei dem, was danach kommt, bin ich total offen. Grundsätzlich kann ich mir sowohl eine Karriere im Angestelltenverhältnis, als auch eine Karriere mit einem eigenem Start-up vorstellen.“

Hier geht's zum Steckbrief Singapur >>

abi>> 23.08.2019