Ihr neues Gesicht hat die Tageszeitung, die um den Bodensee und im Schwarzwald über 400.000 Leser erreicht, in einem aufblasbaren Würfel präsentiert. Auf öffentlichen Plätzen konnten Passanten erfahren, was neu ist, und sie durften – als einmalige Werbeaktion – eine kostenlose Grußanzeige in die Zeitung setzen. Die hat Christian Mackowiak gleich vor Ort aufgenommen. „Bei der Formulierung von Anzeigen berate ich Kunden natürlich gern“, erzählt der 21-Jährige. „Ich schreibe in Stichpunkten mit, was sich die Kunden vorstellen, und mache einen Textvorschlag, der von den Mediengestaltern in Form gebracht wird und dann vom Kunden bestätigt werden muss.“ Nicht wenige verlassen sich auf das Fachwissen der Zeitungsmacher und sagen: „Machen Sie mal, Sie wissen das besser als wir.“
Lieblingsfach Deutsch
Als Christian Mackowiak aus Meersburg am Bodensee nach der Realschule das zweijährige kaufmännische Berufskolleg besucht und 2009 die Fachhochschulreife erworben hatte, war er noch unsicher, was er machen sollte. Da Deutsch eines seiner Lieblingsfächer war, konnte er sich gut vorstellen, auch einen Beruf zu ergreifen, in dem die deutsche Sprache eine wichtige Rolle spielt. Er bewarb sich um mehrere Ausbildungsstellen und der Südkurier sagte ihm schließlich am meisten zu. Längst ist die 1945 gegründete Tageszeitung in Konstanz zum Medien- und Dienstleistungsunternehmen gewachsen. Neben 17 Lokalausgaben des Südkuriers produziert das Medienhaus Stadt- und Regionalmagazine sowie Touristenführer; auch ein Online-Portal mit Immobilien-, Auto- und Stellenanzeigen gehört dazu.
Die erste Station der Ausbildung zum Medienkaufmann Digital und Print war für Christian Mackowiak der Vertrieb, der die Printprodukte zu den Lesern bringt und die Abonnements verwaltet. Es folgten die Werbeabteilung und dann der Anzeigenservice, wo die Aufträge der Anzeigenkunden eingehen. Hier hat der 21-Jährige unter anderem Kunden betreut, gestaltete Anzeigen mit ihnen abgestimmt und Änderungswünsche besprochen. „Das war sehr schön, das hat mir viel Spaß bereitet“, erinnert er sich. Dort durfte der Azubi auch das wichtige Event zur Neugestaltung der Tageszeitung mit organisieren und er hat bestätigt bekommen, dass ihm der Umgang mit Menschen liegt: „Ich berate gern und ich verkaufe gern.“ Die eher trockenen Abläufe in der Finanzbuchhaltung dagegen waren nicht das Richtige für ihn. Die zwei Wochen in der Sportredaktion wiederum haben ihm einen guten Einblick in den Redaktionsalltag eröffnet. „Das war sehr interessant. Aber die Arbeitszeit geht weit in den Abend und die Wochenenden, das würde mir nicht liegen.“
Sprache ist Werkzeug
Auch wenn er selbst nicht viel schreiben muss, ist Deutsch doch tägliches Werkzeug für Christian Mackowiak. Er benutzt es zum ersten Mal, wenn er morgens die Zeitung liest. Auch das Gegenlesen von Anzeigen – auf Formulierung und Fehler – gehört zum Arbeitsalltag, ebenso das Schreiben von E-Mails an Kollegen und Kunden. „Im Allgemeinen braucht man eine gute Rechtschreibung“, sagt er.
Das gilt natürlich auch für die Berufsschule, in der neben Deutsch und Rechnungswesen vor allem fachbezogenes Wissen zur Anzeigenberechnung, zu Herstellungs- und Produktionsprozessen oder Marktanalyse auf dem Stundenplan stehen. In wenigen Monaten wird Christian Mackowiak die dreijährige Ausbildung abschließen. Und dann? „Ich möchte gern in den Anzeigenverkauf gehen“, sagt er. Wo könnte er sein Kommunikationstalent besser einsetzen?






