Kreatives Handwerk
Mit Farbkomposition hat sich Jessica Brown (22) aus Köln schon im Kunst-Leistungskurs gern beschäftigt. Dass sie im Bereich Gestaltung und Design arbeiten möchte, stand demnach schon früh fest. Jetzt gestaltet sie in einer Kölner Werbeagentur unter anderem Broschüren, Verpackungen, Logos, Flyer und Websites.
Jessica Brown an ihrem Arbeitsplatz - als Mediengestalterin arbeitet sie hauptsächlich am PC.
Foto: Privat
Die Ideen sind zunächst nicht das Problem. „Am Anfang hat man vielleicht einen kreativen Einfall, aber noch nicht die nötige Erfahrung, um ihn auch umzusetzen“, weiß Jessica Brown. Erst die Beherrschung der entsprechenden Techniken und Computerprogramme ermöglicht es, beispielsweise das Cover einer Broschüre tatsächlich so aussehen zu lassen, wie man es sich vorgestellt hat. Deshalb lernt die 22-Jährige in ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print bei der Kölner Werbeagentur antwerpes AG erst mal das Handwerkszeug: Bildbearbeitung, Schriftarten, Layout. „Man muss ein Auge dafür entwickeln, wann Farbe, Bild und Text miteinander im Gleichgewicht stehen“, erklärt die angehende Mediengestalterin. Wie groß der Abstand zwischen den Zeilen sein muss, damit ein Text luftig wirkt zum Beispiel, welche Schriften sich wofür eignen, welche Farben miteinander harmonieren.
„Ich hab mich schon immer für Design und Kunst interessiert. Bereits in meiner Jugend war mir klar, dass ich etwas Kreatives machen will.“ Nach dem Abitur in Saarbrücken schnupperte sie in verschiedene Berufe hinein, machte Praktika in einer Tischlerei, in einer Kunstgalerie, bei einem Modedesigner und einem Mediengestalter. Sie zog nach Köln und lebte sich in der Medienstadt so gut ein, dass sie sich dort auch um einen Ausbildungsplatz bewarb. Bei den Studienangeboten im Bereich Design hat sie den Praxisbezug vermisst: „Mein Eindruck war, dass im Bachelor alles sehr komprimiert ist und für vieles die Zeit fehlt“, erklärt Jessica Brown, „deshalb habe ich mich für die Ausbildung zur Mediengestalterin entschieden, um erstmal den Arbeitsalltag kennen zu lernen und mir die verschiedenen Programme anzueignen. Eine gute Grundlage für ein darauf folgendes Studium.“ Etwa neun Bewerbungen schickte sie ab, darunter die an ihren jetzigen Ausbildungsbetrieb. Die Erfahrung aus den Praktika kam ihr dabei zugute, denn bei der Bewerbung wurde eine Mappe mit Arbeitsproben verlangt – keine Seltenheit in der Kreativbranche.
Verschiedene Fachrichtungen
Mittlerweile hat die 22-Jährige das erste Lehrjahr abgeschlossen. Studieren möchte sie jetzt doch noch, und zwar nach ihrer Ausbildung, die mit Abitur zweieinhalb Jahre dauert. Grundsätzlich kann man sich bei der Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print zwischen drei Fachrichtungen entscheiden: Konzeption und Visualisierung, Beratung und Planung sowie Gestaltung und Technik. Bei den ersten beiden geht es stärker um Zielgruppenanalysen, Angebotserstellung und den direkten Kontakt zum Kunden. Jessica Brown hat sich für die dritte Fachrichtung entschieden und lernt nun den Umgang mit Programmen wie Photoshop, Illustrator oder InDesign und die künstlerische Gestaltung von Medienprodukten. Die Wahl der Fachrichtung entscheidet auch über die Fächerzusammensetzung in der Berufsschule, in der in Köln dreimal pro Lehrjahr vier bis fünf Wochen Blockunterricht stattfindet.
In der Agentur gehört Jessica Brown zu einem von mehreren Teams aus Grafikern unter der Leitung eines Art Directors, an den sie sich bei Fragen immer wenden kann. Sie arbeitet hauptsächlich an Broschüren, Aufklebern, Flyern, Verpackungen und anderen Printunterlagen für die Kunden der antwerpes AG, seltener auch mal an einer Website. Nach einem Jahr kann die 22-Jährige schon einen deutlichen Unterschied zum Beginn der Ausbildungszeit feststellen. „Mit InDesign und Photoshop komme ich inzwischen gut zurecht, auch weil ich immer an konkreten Jobs mitarbeite. Das ist die effizienteste Art die Programme kennen zu lernen.“ Zudem werden die Azubis besonders gefördert: Neben einer Azubi-Akademie organisieren die Auszubildenden auch die jährliche Weihnachtsfeier als Großprojekt und können sich hier grafisch austoben. Jessica Brown hat sich in ihrer Agentur sehr gut eingefunden, ist voll integriert und fühlt sich mit jedem Erfolgserlebnis in ihrer Berufswahl bestärkt.




