Millimetergenaues Arbeiten
Ohne Photoshop geht nichts. Mediengestalter Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik müssen computerfest sein, brauchen Geduld, handwerklich-gestalterisches Geschick und den Sinn für Genauigkeit - so wie Bastian Wittenbrink.
Bastian Wittenbrink kümmert sich um die technische Umsetzung von Medienprodukten.
Foto: Fishman
Die Begeisterung für Druckerzeugnisse hat Bastian Wittenbrink von seinem Vater. „Er war Druckvorlagenhersteller, da kriegt man zu Hause einiges mit", erzählt der 30-Jährige. Dennoch entschied er sich zunächst für eine schulische Ausbildung zum informationstechnischen Assistenten, worüber er auch sein Fachabitur erworben hat. Doch schnell stellte er fest, dass er zwar gerne am PC arbeitet, ihm das reine Programmieren aber keinen Spaß macht. Also begann er eine Ausbildung zum Mediengestalter in der Fachrichtung Gestaltung und Technik im ReproZentrum Rosenberger, einem Bielefelder Unternehmen, das verschiedene Dienstleistungen im Bereich Druck- und Medientechnik anbietet.
Wie der Name der Fachrichtung „Gestaltung und Technik" schon andeutet, steht die technische Umsetzung von Medienprodukten im Vordergrund der Tätigkeit. Während der Ausbildung von Bastian Wittenbrink waren typische Auftraggeber zum Beispiel solche, die mit einem USB-Stick in der Hand ins ReproZentrum kamen, um aus dem Foto auf dem Stick ein großes A0-Poster machen zu lassen.
Zunächst hat Bastian Wittenbrink die Daten der Kunden, meistens Werbeagenturen oder Grafiker, eingelesen und auf ihre Verwertbarkeit hin kontrolliert. Dann hat er mit dem Kunden Papier- und Druckart abgesprochen und die Bilddatei im firmeneigenen Rechnernetzwerk abgelegt. Am Computer hat er Bildgröße, Auflage, Schnittmarken und Farbprofile eingestellt und die Bilder bei Bedarf mit dem Photoshop-Programm bearbeitet, bevor das Werk in den Druck geht. Anschließend hat er die Qualität des fertigen Produkts kontrolliert und sich, auf Wunsch der Auftraggeber, um die „Druckveredelung" gekümmert, beispielsweise Laminieren der Drucks.
Weiterbildung zum Medienfachwirt
Für die technische Seite der Medienproduktion braucht Bastian Wittenbrink „mathematisches und technisches Verständnis, ein gutes Augenmaß, sehr viel Sorgfalt für millimetergenaues Arbeiten, handwerkliches Geschick und ein Stück Perfektionismus". In seinem Beruf gefällt ihm besonders gut „die Abwechslung und der direkte Kontakt mit den Kunden".
Gerade im Kundenkontakt wird das Klischee vom kreativ-abgehobenen Designer widerlegt, denn die Kunden erwarten sicheres, selbstbewusstes Auftreten, Beratungskompetenz und ein seriöses Aussehen. „Mit pinkfarbenen Haaren und durchlöcherten Hosen kann man nicht zur Arbeit kommen", sagt Bastian Wittenbrink.
Mittlerweile hat der Mediengestalter eine beachtliche Karriere gemacht. Nach einer Weiterbildung zum Medienfachwirt leitet er nun bei Rosenberger eine Abteilung mit acht Festangestellten, vier Azubis und einigen Aushilfen. Kleinere Vorhaben wie Briefbögen, Visitenkarten oder Einladungen gestaltet er noch oft selbst, größere Projekte wie Banner und Folien für Messestände gibt er lieber an Fachleute im Haus ab. Seine Begeisterung für das Gestalten weiterzugeben, macht ihm besonders viel Freude: „Wenn die Azubis abends in der Kneipe sitzen und erst mal genau prüfen, wie die Speisekarte gestaltet und gedruckt ist, sind sie auf dem richtigen Weg."

