Ein Plus auf dem Karrierekonto
Nach dem Abitur zog es Jennifer Wilzbach (22) direkt ins Zentrum der Finanzen: Bei der Deutschen Bank in Frankfurt am Main absolviert sie ihre Ausbildung zur Bankkauffrau. Mit dem Abschluss stehen ihr noch viele Wege offen - auch ein anknüpfendes Studium.
Jennifer Wilzbach macht ihre Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Deutschen Bank.
Foo: Möller
Der Kunde nickt zufrieden, setzt seine Unterschrift auf das Papier. Mit ihm freut sich die angehende Bankkauffrau Jennifer Wilzbach. „Die erste selbstständige Kontoeröffnung ist ein ganz besonderer Moment“, sagt sie. Kurz vor ihrem Abschluss übernimmt sie zunehmend eigenständige Aufgaben. Dazu gehört nicht nur, dass sie für Kunden Bankkonten eröffnet, sondern zum Beispiel auch, diese in Fragen der Geld- und Kapitalanlagen zu beraten oder Privat- und Firmenkredite zu bearbeiten.
Im Assessment-Center gepunktet
Der tägliche Umgang mit Kunden ist einer der Gründe, warum Jennifer Wilzbach sich für diesen Beruf entschieden hat. „Ich stehe anderen Menschen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Ausschlaggebend war aber auch das Interesse für die Thematik.“ Gespräche mit der Schwester und Freunden, selbst gelernte Bankkaufleute, trugen zur Entscheidung bei. Sie bewarb sich direkt bei der Deutschen Bank in Frankfurt am Main, eine der größten Banken Deutschlands. Hier habe sie die Chance gesehen, schon während der Ausbildung viele Abteilungen und Filialen kennenzulernen. „Und ich erhoffe mir optimale Aufstiegsmöglichkeiten“, fügt sie hinzu. Mit diesem Ziel vor Augen meisterte sie das mehrstufige Bewerbungsverfahren. Nach der Bewerbung via Internet wurde sie zu einem Online-Test eingeladen und schließlich ins sogenannte Assessment-Center. „Hier wurden meine kommunikativen Fähigkeiten getestet und verschiedene Gespräche geführt.“
Die Zusage kam noch am gleichen Tag. Im August 2008 konnte Jennifer Wilzbach ihre Ausbildung dann starten. „Wir haben zunächst an einem einwöchigen Einführungsseminar teilgenommen, in dem alle erforderlichen Grundlagen für einen erfolgreichen Ausbildungsstart vermittelt wurden. Dazu gehörten Informationen rund um den Arbeitsplatz, zu Ansprechpartnern sowie zur Philosophie und Organisation der Deutschen Bank. Außerdem gab es einen Teambuildingtag, an dem unsere Azubi-Gruppe gezielt zusammengebracht wurde, um den Zusammenhalt von Beginn an zu stärken.“ Bisher hat sie in insgesamt drei Frankfurter Filialen sowie in einer Filiale im nahen Oberursel gelernt. „Unsere Gruppe wurde aber regelmäßig in Seminaren und der Berufsschulklasse zusammengebracht. So konnten wir uns laufend austauschen.“
Ausbildung mit vielen Facetten
Während ihrer Reise durch die Deutsche Bank durchlief Jennifer Wilzbach auch verschiedene Phasen wie Banking I, Banking II, Vorsorge, Wertpapiere und eine Kreditphase. In den jeweiligen Abteilungen begleitete sie verschiedene Berater bei Kundengesprächen, arbeitete auch mal selbst am Schalter. „Dadurch bekam ich Einblicke in alle Themenbereiche, die noch durch Seminare, Lehrveranstaltungen und Prüfungssimulationen ergänzt wurden.“
Die 22-Jährige wählte bewusst eine duale Berufsausbildung. „Ich wollte gleich nah an der Praxis sein“, erklärt sie. Später möchte sie noch berufsintegriert studieren, etwa über die Bankakademie in Frankfurt am Main. „Auf diese Weise kann ich mein eigenes Geld verdienen und mich zugleich weiterentwickeln“, ist sie sicher. Sobald sie sich nach dem Ausbildungsabschluss gut eingearbeitet hat, plant sie, parallel die Abendschule zu besuchen und den Bachelor in Wirtschaftswissenschaften zu erwerben. Langfristig würde Jennifer Wilzbach gerne Kunden zum Thema Baufinanzierung beraten. „Aber wer weiß, welche Wege sich noch öffnen.“


