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Textillaborantin

Den Stoffen auf der Spur

"Ich wollte nach dem Abitur nicht sofort studieren, sondern einen Beruf erlernen", sagt Sabrina Steffen. Und weil Chemie zu ihren Lieblingsfächern zählte, entschied sich die 21-Jährige für die Ausbildung zur Textillaborantin. Dass dieser Beruf eher eine Männerdomäne ist, spielte für sie keine Rolle.

Sabrina Steffen trägt eine Schutzbrille, einen weißen Kittel und blaue Handschuhe. Sie befüllt gerade ein gläsernes Gefäß mit einer Flüssigkeit und lächelt in die Kamera.

"Für mich kamen zunächst verschiedene Laborberufe in Frage." Sabrina Steffen hat sich für den Beruf der Textillaborantin entschieden.

Foto: Privat

„Für mich kamen zunächst verschiedene Laborberufe in Frage“, erzählt Sabrina Steffen, „aber erst nach einem zweitägigen Praktikum habe ich mich festgelegt.“ Seit September 2009 ist die gebürtige Waldshuterin Auszubildende bei der Firma Lauffenmühle im baden-württembergischen Lauchringen, die sich auf die Produktion von Arbeits- und Schutzkleidung spezialisiert hat.

Garne und Gewebe testen

Die Ausbildung ist blockweise dreigegliedert: im Betrieb, in der Gewerbeschule Schopfheim sowie in der Gemeinschaftsausbildungsstätte der Textilindustrie GATEX in Bad Säckingen. In letzterer werden besonders chemische Prüfverfahren vermittelt. Sabrina Steffen testet an ihrem Arbeitsplatz Garne und Gewebe auf ihre physikalischen Eigenschaften, wie etwa Reißfestigkeit.

Dazu muss sie die Textilien auf bestimmte Längen oder Flächengrößen zuschneiden und in ein Gerät einspannen. Dieses prüft dann, bei welcher Krafteinwirkung Fäden oder Stoffe reißen. „Auch die Ermittlung der Anzahl von Fäden pro Quadratzentimeter zählt zu meinen Aufgaben“, erklärt sie. Dabei muss sie sich auf ihr gutes Auge verlassen, als Hilfsmittel benutzt sie eine Lupe. Weisen die Stichproben Abweichungen von den Normen auf, kann dies im Fertigungsprozess zu Störungen oder Unregelmäßigkeiten führen. Um Qualitätsmängel auszuschließen, gilt es, deren Ursachen zu entdecken und zu beseitigen. Textillaboranten tragen also dazu bei, dass die gesetzlichen und betrieblichen Qualitätsrichtlinien eingehalten werden.

Ein anderes Einsatzgebiet ist der betriebliche Umweltschutz: Hier untersuchen Textillaboranten die Brauch- oder Abwässer, messen Emissionen und prüfen, ob eine Wiederverwertung möglich ist. Schließlich bestimmen sie in der Entwicklung und Forschung beispielsweise die Eigenschaften neuer Faserstoffe, arbeiten an deren Verbesserung mit oder entwickeln beziehungsweise testen neue Rezepturen.

Vielseitige Laborarbeit

„Die Arbeit im Labor ist sehr vielseitig und spannend“, meint Sabrina Steffen. Exaktes und gewissenhaftes Arbeiten sei unbedingt notwendig. Neben technischem Verständnis und grundsätzlichem Interesse an Textilien müsse man vor allem Geduld mitbringen, so die junge Auszubildende: „Denn nicht alles klappt auf Anhieb.“

Was ihr die berufliche Zukunft bringt, kann sie noch nicht abschätzen. „Es kommt auch darauf an, ob mich mein Ausbildungsbetrieb nach der Lehre übernimmt. Eventuell studiere ich noch Chemie“, überlegt Sabrina Steffen.

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