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Produktionsprozesse umfassend betreuen

Ein junger Mann bedient eine CNC-Fräßmaschine.
An einem Arbeitsplatz die gesamte Fabrik im Blick: Sogenannte Smart Factories ermöglichen eine genaue Überwachung verschiedener Arbeitsabläufe.
Foto: Martin Rehm

Produktionstechnologe

Produktionsprozesse umfassend betreuen

Manuel Roß (21) absolviert bei der Kaeser Kompressoren SE eine Ausbildung zum Produktionstechnologen – und wird dabei auch in die neu entstehende „Smart Factory“ eingeführt.

Das Unternehmen produziert an mehreren Standorten Komponenten für die Drucklufterzeugung, wie Kompressoren, Gebläse und Steuerungselemente. Dass am Ende die Qualität stimmt und die Produkte zum Kunden finden, dazu tragen viele Abteilungen bei: das technische Büro und die Arbeitsvorbereitung, Montage und Lager, Einkauf und Verkauf. „Alle Abteilungen sind untereinander vernetzt“, sagt Manuel Roß. „Datenübertragung und Kommunikation müssen stimmen, damit die Prozesse reibungslos ablaufen.“ Auf die Aufgabe, dazu beizutragen, wird er während seiner Ausbildung zum Produktionstechnologen umfassend vorbereitet. „Dabei bin ich immer nah am Produkt und zugleich ein Bindeglied zwischen den Abteilungen.“

In der virtuellen Fabrik

Ein Porträt-Foto von Manuel Roß

Manuel Roß

Foto: Kaeser Kompressoren SE

Der 21-Jährige sammelt Informationen und wertet sie aus, gleicht Prozessdaten mit anderen Abteilungen ab. „Zu meinen Aufgaben gehört es, Stücklisten auf dem aktuellen Stand zu halten, Arbeitspläne zu erstellen oder analoges Datenmaterial zu digitalisieren“, nennt Manuel Roß einige Beispiele. Er arbeitet vor allem am PC oder Laptop, wendet dabei Methoden wie die Smart-Analyse an oder das sogenannte Ishikawa-Diagramm, mit dem sich Ursachen und Wirkungen grafisch darstellen lassen. Vernetztes Denken, alle Prozesse und Abteilungen im Zusammenhang sehen zu können, ist eine Grundvoraussetzung. „Man sollte aber auch ein offener Typ sein und darf sich nicht hinter dem Monitor verstecken“, ergänzt der Auszubildende. „Denn genauso wichtig ist die Kommunikation mit den Kolleginnen und Kollegen. Es kann zum Beispiel in der Arbeitsvorbereitung erforderlich sein, Rückfragen an die Monteure zu stellen. Oder sich bei Neuerungen am Produkt mit den Ingenieuren kurzzuschließen.“

Eine tägliche Herausforderung liegt darin, mit der Digitalisierung Schritt zu halten. An diesem Umsetzungsprozess kann der angehende Produktionstechnologe mitwirken. Gerade werden bei Kaeser neue Produktionshallen gebaut und dabei eine „Smart Factory“, eine virtuelle Fabrik, eingeführt. „Konkret werden zum Beispiel an einzelnen Arbeitsplätzen Bildschirme installiert, an denen die Arbeiter in Echtzeit nachvollziehen können, welche Teile sie montieren müssen“, erklärt Manuel Roß. Auch in diese Entwicklung ist er involviert. Inzwischen im dritten Ausbildungsjahr, kann er bereits entsprechend vielseitige Aufgaben übernehmen. „Los ging es im ersten Jahr in der Lehrwerkstatt“, erinnert er sich. „Dort wurden zunächst die Grundkenntnisse in Metallbearbeitung und Elektrotechnik vermittelt. Anschließend habe ich dann die verschiedenen Abteilungen kennengelernt.“ Die praktische Ausbildung ergänzt der Unterricht in der Berufsschule, jeweils in Blöcken von zwei oder drei Wochen. „Hier haben wir keine klassischen Fächer, sondern die Themen sind in Lernfelder eingeteilt. Wir beschäftigen uns dabei mit Prozessen und lernen verschiedene Methoden kennen, um sie zu analysieren oder zu optimieren.“

Schnittstelle im Betrieb

Manuel Roß besuchte ein berufliches Gymnasium und legte dort die allgemeine Hochschulreife ab, dabei setzte er einen Schwerpunkt in Informatik. Als er anschließend nach Berufen in dem Bereich schaute, fiel ihm diese noch recht neue Ausbildung auf: „Sie hat mir gleich gut gefallen, weil sie so viele Bereiche umfasst.“ Nach dem Abschluss möchte er möglichst im Unternehmen bleiben und sich berufsbegleitend weiterbilden. „Ich könnte mir vorstellen, noch den Abschluss als Fachwirt, Techniker oder Betriebswirt zu machen“, sagt er.

Als Produktionstechnologe ist er vielseitig einsetzbar, wie Ralf Beetz, Ausbildungsberufsverantwortlicher für die Produktionstechnologen bei Kaeser, erläutert. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit diesem Abschluss können in allen Bereichen eingesetzt werden, also etwa in der Arbeitsvorbereitung, Produktionslogistik, Planung, im Service, der Qualitätssicherung – sogar in der Personalentwicklung.“ Auch für den Betrieb ist dieser Ausbildungsberuf von besonderer Bedeutung. „Es wird alles zunehmend digitaler und Informationen müssen an entsprechenden Stellen weitergegeben werden. Hier bildet der Produktionstechnologe eine wesentliche Schnittstelle.“

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abi>> 05.02.2018