Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Ausbildung mit „digitalem Schulranzen“

Mechaniker steuert Roboter fern
Die Arbeit mit Robotern und Automationselementen ist in vielen großen Betrieben mittlerweile gängige Praxis.
Foto: Sonja Trabandt

Mechatronikerin

Ausbildung mit „digitalem Schulranzen“

Annalena Schiller (19) erlernt bei der Robert Bosch GmbH in Bamberg den Beruf der Mechatronikerin. Innovative Methoden und Lernmittel sind dabei Alltag.

Im Bosch-Werk in Bamberg werden vor allem Komponenten für die Automobiltechnik wie zum Beispiel Benzin- und Dieseleinspritzsysteme hergestellt. Die Digitalisierung spielt in der Fertigung eine zentrale Rolle. „Wir konfigurieren Roboter, rüsten Maschinen mit Industrie 4.0-Technik auf und programmieren Apps“, erklärt Annalena Schiller. Auf Aufgaben wie diese wird sie während ihrer Ausbildung zur Mechatronikerin vorbereitet. Auch beim Lernen spielen digitale Helfer eine große Rolle. „Wir haben alle einen Tablet-PC bekommen. Darauf können wir unsere kompletten Lehrgänge wie zum Beispiel Elektrotechnik oder Pneumatik abrufen und uns untereinander vernetzen und austauschen.“

Ein Porträt-Foto von Annalena Schiller

Annalena Schiller mit Ausbilder

Foto: Firma Robert Bosch GmbH

Ihr Ausbilder Johannes Pfister ist von den Vorteilen der digitalen Lernmethoden überzeugt: „Mit diesem ‚digitalen Schulranzen‘ und den Web Based Trainings lässt sich die Lerngeschwindigkeit anpassen. Verschiedene Lerntypen werden dadurch besser berücksichtigt. Die Auszubildenden können an einem Themengebiet länger arbeiten oder auch schneller zum nächsten übergehen, je nachdem, wie sie damit zurechtkommen.“ Zusätzlichen Anforderungen müssen sich die Auszubildenden dabei nicht stellen. „Eine gewisse Affinität zur IT wird von Bewerberinnen und Bewerbern erwartet. Alles Weitere lernen sie dann bei uns.“

Web Based Trainings und Girls’Day

Die Auszubildenden können virtuell zusammenarbeiten und ihrem Ausbilder, der immer mehr als Coach agiert, gezielt Fragen stellen. „Da Web Based Trainings gerade zu Beginn meiner Ausbildung in Bamberg ein Thema wurden, konnte ich ein solches Training mitentwickeln“, sagt Annalena Schiller.

Inzwischen ist sie im zweiten von insgesamt dreieinhalb Lehrjahren und wird gerade mit dem Projektmanagement vertraut gemacht. Ihr aktuelles Projekt: Den Girls‘Day planen und organisieren. An diesem Mädchen-Zukunftstag laden Unternehmen bundesweit Schülerinnen ab der fünften Klasse dazu ein, Berufe in Handwerk, Technik, IT und Naturwissenschaften kennenzulernen. Die Auszubildende ist außerdem bei Besuchen an Schulen dabei, wenn Ausbilder-Teams von Bosch mit speziellen Modulen den Unterricht gestalten – eine Aktion, für die das Unternehmen mit dem Preis der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland ausgezeichnet wurde. „Wir zeigen zum Beispiel im Werkunterricht, wie man lötet oder im Modul ‚Ausbildung erleben‘, wie man kleine Roboter per App programmiert“, berichtet sie. Auch digitale Medien bringen die Teams mit in die Schule. „Wir haben zum Beispiel eine Virtual-Reality-Tour im Angebot. Dabei können wir das Ausbildungszentrum aus Bamberg über eine 360-Grad-Brille in den Klassenraum mitnehmen.“

Von der Lehrwerkstatt in die Produktion

Die ersten beiden Jahre verbringt Annalena Schiller in der Lehrwerkstatt im Ausbildungszentrum von Bosch. Für die verbleibenden anderthalb Jahre geht es dann in die „echte“ Produktion im Werk. In welche Werkstatt sie kommen wird, ist noch offen – die Auszubildenden werden nach ihren Stärken und nach persönlichen Neigungen eingesetzt, besonders in Bereichen wie IT, Elektronik oder Mechanik. „Zuvor – nach der Zwischenprüfung – haben wir die Möglichkeit, für zwei Monate ins Ausland zu gehen, zum Beispiel an einen der Bosch-Standorte in Indien, Vietnam oder Italien.“

Im Wechsel mit der Praxis besucht die 19-Jährige jeweils einwöchige Blöcke an der Berufsschule, mit Fächern wie Logistik und technische Kommunikation, Automatisierungstechnik oder Mechatronik. Hier tut sich einiges, wie Johannes Pfister berichtet: „Wir tauschen uns derzeit darüber aus, wie sich gemeinsame Plattformen gestalten lassen, damit die Digitalisierung auch im Unterricht noch stärker Einzug hält.“ Pläne für die Zeit nach dem Abschluss hat Annalena Schiller bereits. „Ich möchte auf jeden Fall noch studieren“, sagt sie. „Wir können hier auch ein duales Studium aufnehmen und so weiterhin im Betrieb bleiben. Diese Möglichkeit möchte ich gern nutzen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 30.01.2018