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Mit GPS und GIS zur interaktiven Karte

Tachymeter
Messungen durchführen und Geodaten erfassen – während der Ausbildung lernen Geomatiker auch den Umgang mit GPS-Geräten und Tachymetern.
Foto: Julien Fertl

Geomatikerin

Mit GPS und GIS zur interaktiven Karte

In einem Ingenieurbüro im Ruhrgebiet absolviert Birthe Ottjes eine dreijährige Ausbildung zur Geomatikerin. Die 25-Jährige arbeitet dort mit Ingenieuren, Geografen, Geologen und Vermessungstechnikern zusammen.

Wo fließt Wasser? Wo verlaufen Strom- und Gasleitungen? Das Ingenieurbüro, in dem Birthe Ottjes den Beruf der Geomatikerin erlernt, hat sich auf Dienstleistungen für Ver- und Entsorgungsbetriebe spezialisiert. Im Rahmen eines Auftrags erstellt sie derzeit interaktive Karten von unterirdischen Versorgungsleitungen. Darauf ist abzulesen, wann eine Leitung gelegt wurde, wie genau sie verläuft und wo Knotenpunkte zu finden sind. Solche räumlichen Daten kann sie mithilfe von Geoinformationssystemen (GIS) erfassen, bearbeiten und präsentieren. „Mir macht es sehr viel Spaß, mit GIS zu arbeiten. Je nach Auftrag kann man dabei auch kreativ sein“, erzählt Birthe Ottjes. „So lassen sich auch dreidimensionale Karten erstellen, die Landschaftsverläufe, Gebäude oder Verkehrswege plastisch und detailgetreu abbilden“, erklärt sie.

Für einen anderen Auftrag erfasst die 25-Jährige den Verlauf von Glasfaserkabeltrassen mithilfe von Google Earth: „Der Vorteil bei Google Earth ist, dass man die Karten mit mobilen Endgeräten wie einem Smartphone oder einem Tablet aufrufen und sich entlang der Trassen navigieren lassen kann. Bei anderen GIS braucht man meistens einen Desktop-Rechner.“

Mit GPS und Tachymeter ins Gelände

Ein Porträt-Foto von Birthe Ottjes

Birthe Ottjes

Foto: Privat

Der schulische Part der Ausbildung findet an ein bis zwei Tagen pro Woche am Berufskolleg für Technik der Stadt Hagen statt. Um zu lernen, wie man Messungen durchführt und Geodaten erfasst, sind die Nachwuchs-Geomatiker vor allem im ersten Ausbildungsjahr viel im Freien unterwegs. Dazu nutzen sie GPS-Geräte und Tachymeter, mit denen Entfernungen und Richtungen gemessen werden können. „Ab dem zweiten Lehrjahr steht dann das Geodatenmanagement im Mittelpunkt“, erklärt die Auszubildende. „Das heißt wir lernen, Datenbanken aufzubauen, zu pflegen und Abfragen zu erstellen. Außerdem lernen wir, Geodaten so zu gestalten, dass daraus Geoprodukte, sprich Karten, entstehen“, fasst sie zusammen. Als Übung erarbeitete sie mit ihren Mitschülern eine Karte mit den Arbeitslosenquoten in Nordrhein-Westfalen. Eine andere Aufgabe war ein digitaler Flucht- und Rettungsplan ihrer Schule, in den man beliebig weit hineinzoomen konnte.

Demnächst steht in der Schule noch die Geoproduktpräsentation an: Dabei lernen die Auszubildenden, wie sie ihre Karten und Pläne präsentieren können. Im dritten Ausbildungsjahr folgen kompliziertere Software-Anwendungen wie die Erstellung von 3-D-Grafiken. Eine solche selbst erstellte Karte müssen die Auszubildenden unter anderem auch als Prüfungsstück bei ihrer Abschlussprüfung vorstellen. Das Thema dafür wählt der Ausbildungsbetrieb.

Karriereziel Ausbilderin

Auf die Ausbildung zur Geomatikerin ist sie über Umwege gestoßen: „Ich habe zunächst vier Semester Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund studiert. In einer Vorlesung und einer begleitenden Übung mussten wir mit einem GIS arbeiten. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich umorientiert habe“, erinnert sie sich.

Birthe Ottjes, die sich mittlerweile im zweiten Ausbildungsjahr befindet, freut sich auf ihre weitere Ausbildung: „Mir macht die Arbeit hier sehr viel Spaß und ich kann noch viel lernen.“ Gerne würde sie auch nach ihrem Abschluss in dem Ingenieurbüro bleiben. Auf längere Sicht könnte sie sich vorstellen, eine Weiterbildung zur Ausbilderin zu machen. „In meiner Freizeit bilde ich bereits Kinder und Erwachsene im Rudern aus. Ich gebe mein Wissen und Können gerne weiter.“

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abi>> 06.07.2016

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