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Die Mischung macht‘s

Ein junger Mann führt eine Druckprüfung an einem Betonstein durch.
Im Labor prüfen die Universitätsangehörigen zum Beispiel die Druckfestigkeit von Betonsteinen.
Foto: Hans-Martin Issler

Baustoffprüferin

Die Mischung macht‘s

Im Betonlabor der Technischen Universität Berlin steht Maria Schlüter Studierenden, Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeitern mit fachlichem Rat zur Seite. Die 26-Jährige befindet sich im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Baustoffprüferin.

„Zu uns kommen zum Beispiel Studierende, die für ihre Abschlussarbeiten forschen, aber auch Doktoranden, die mit Firmen zusammenarbeiten“, erklärt Maria Schlüter. Ab und zu kommen auch Unternehmen auf uns zu, damit wir für sie etwas im Labor testen.“ Die angehende Baustoffprüferin hilft den Studierenden bei verschiedenen Versuchen, wie etwa spezielle Betonmischungen zu entwickeln. Dabei geht es sehr abwechslungsreich zu: „Alle zwei Jahre findet zum Beispiel die Betonkanuregatta statt“, erzählt sie. „Bauingenieur-Studierende bauen selbstentworfene Kanus aus Beton, mit denen sie anschließend eine Regatta fahren, um das schnellste Kanu auszuloten.“

Sicherheitsvorschriften beachten

Bereits jetzt trägt die Auszubildende viel Verantwortung: „Ich muss immer darauf achten, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Wir tragen alle Hand- und Sicherheitsschuhe und an der Schneidmaschine auch Schutzbrillen und Gehörschutz.“

Nach ihrem Master of Science in Geologie fand Maria Schlüter keine passende Stelle. Um praktische Kenntnisse im diesem Bereich zu erwerben, entschied sie sich für die Ausbildung zur Baustoffprüferin – ein Glücksfall, wie die 26-Jährige heute findet.

Mörtel, Estrich, Putze

Ein Porträt-Foto von Maria Schlüter

Maria Schlüter

Foto: privat

Es gibt 13 sogenannte „Lernfelder“ die regulär innerhalb der drei Ausbildungsjahre an der Berufsschule gelehrt werden. Maria Schlüter hat sich bisher mit physikalischen und chemischen Eigenschaften von Baustoffen, mit der Bestimmung von Böden sowie mit Einsatzmöglichkeiten von Gesteinskörnung beschäftigt. Zu den noch folgenden Lernfeldern gehören Betonrezepturen und andere Baustoffe wie Mörtel, Estrich und Putze. Im dritten Ausbildungsjahr folgen dann Bodeneigenschaften, Asphaltrezepturen und die Prüfung von Frisch- und Festbeton.

Um etwa die Mischungsverhältnisse der Baustoffe berechnen zu können, sind Rechenfertigkeiten wichtig. „Man muss zwar kein Mathegenie sein, aber ein naturwissenschaftliches Verständnis ist nötig. Man sollte auch keine Scheu vor Maschinen haben.“ So arbeitet sie im Betonlabor auch regelmäßig an der Säge. „Dafür haben wir natürlich eine Einweisung bekommen.“ Auch einen Kranführerschein hat sie inzwischen gemacht; einen Gabelstaplerführerschein wird sie im Rahmen der Ausbildung noch erwerben.

Viel Praxis

Die Technische Universität versucht, den Auszubildenden auch noch andere Einblicke in praktische Bereiche zu bieten. So war Maria Schlüter schon in der Geotechnikabteilung und plant bereits eine weitere Sequenz bei einem Asphalt-Produzenten sowie bei einer europaweit agierenden Baustoffprüferfirma.

Im nächsten Lernfeld wird sie mehr Zeit in der Woche an der Berufsschule verbringen, damit sie ihre Ausbildung bereits nach zweieinhalb statt drei Jahren abschließen kann. „Fast die Hälfte aus unserer Klasse an der Berufsschule wird das so machen“, sagt sie. Nach ihrem Abschluss kann sich Maria Schlüter sehr gut vorstellen, an der Universität zu bleiben und selbst im Bereich der Geologie zu forschen.

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 16.03.2017