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Medizinisch-technischer Radiologieassistent

Mit "Röntgenblick" und Feingefühl

Schon bald wird Manuel Becker (23) sich "Staatlich anerkannter Medizinisch Technischer Radiologieassistent" (MTRA) nennen dürfen. Auf seine dreijährige Ausbildung am Universitätsklinikum Bonn, einer staatlich anerkannten Schule, blickt er bereits jetzt mehr als zufrieden zurück.

 

Magnetresonanztomograph

Manuel Becker lernt in seiner Ausbildung Patienten so viel Röntgenstrahlung wie nötig, aber so wenig wie möglich zu verabreichen.

Foto Siemens

„Im ersten Jahr habe ich mich mit viel Theorie beschäftigt“, erzählt der 23-Jährige und meint, er hat Grundlagenwissen in Mathematik, Physik, Chemie, Physiologie oder Immunologie (wie die körpereigene Abwehr funktioniert) und Hygiene erworben. Weitere Fächer waren beispielsweise Röntgendiagnostik, dort lernte er wie Röntgenstrahlen entstehen, wie ein Computertomograph aufgebaut ist und richtig bedient wird, und Röntgenanatomie. „Man muss den menschlichen Körper kennen, damit man weiß, was auf den Röntgenbildern zu sehen ist.“ So erfuhr Manuel Becker beispielsweise, dass es im Oberschenkelknochen eine bestimmte Fuge gibt, die erst zusammenwächst, wenn man rund 20 Jahre alt ist.

Praxis gehört dazu

Im ersten Ausbildungsjahr begann auch die praktische Ausbildung direkt in der Uniklinik. An zwei Tagen in der Woche lernte Manuel Becker an unterschiedlichen radiologischen Abteilungen des Universitätsklinikums Bonn etwa den „Bucky-Arbeitsplatz“ intensiv kennen: „Das ist der Röntgenarbeitsplatz, an dem Knochen geröntgt werden“, erklärt der MTRA in spe. Er lernte wie man Hände, Füße oder Wirbelsäulen röntgt, Patienten lagern muss, welchen Bleischutz man verwendet und welche Knochenstrukturen auf den Röntgenbildern zu sehen sein müssen. Ein sechswöchiges Krankenpflegepraktikum schloss das erste Jahr ab.

Porträt Manuel Becker

Manuel Becker

Foto: Privat

Danach, im zweiten Jahr, wurde die praktische Ausbildung vertieft. Manuel Becker weiß zum Beispiel nun, dass das „ALARA-Prinzip“ sehr wichtig ist: das heißt dem Patienten so viel Röntgenstrahlung wie nötig, aber so wenig wie möglich zu verabreichen. „Am Anfang hatte ich großen Respekt vor den Geräten, an Großgeräte wie Computer- oder Magnetresonanztomographen muss man sich erst gewöhnen“, blickt Becker zurück. Wichtig ist auch das „Drumherum“: alles zu wissen über Kontrastmittel, Punktionsnadeln, Führungsdrähte oder Katheter – also über Materialien, die der Radiologe zur Durchführung einer Untersuchung benötigt. Im dritten Ausbildungsjahr standen sowohl theoretisch als auch praktisch Themen wie Nuklearmedizin, Strahlenphysik oder Strahlentherapie auf dem Plan.

Pauken fürs Staatsexamen

Wiederholungsstunden in allen Fächern dienten als Vorbereitung auf das Staatsexamen. Besonders betont Becker aber einen ganz speziellen Aspekt: „Man muss Spaß daran haben, mit Menschen umzugehen.“ Gerade gegenüber Patienten, von denen manche sehr nervös sind, wenn sie zu einer radiologischen Untersuchung bestellt sind, sind besonders viel Feingefühl und eine angemessene Wortwahl gefragt. „Es erfordert ein großes psychologisches Gespür, einem Patienten mit fürchterlichen Schmerzen zu erläutern, weshalb er sich nun auf die Seite legen muss“, sagt Becker. Man müsse den Patienten beruhigen und ihn davon überzeugen, dass „man ja nur das Beste für ihn will“. „Es gibt viele positive Rückmeldungen von Patienten, wenn man gut mit ihnen umgegangen ist und wenn eine Untersuchung schnell abgeschlossen wurde“, sagt Becker, „das motiviert die MTRAs für die Arbeit!“

Zu Beginn seiner Ausbildung erhielt er zunächst Schüler-BAföG, später finanzierte er seine Ausbildung mit Hilfe seiner Eltern sowie mit einem Job im Röntgenarchiv. Manuel Becker plant, nach seiner Ausbildung bei einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten, bei dem es um Hirnforschung geht.

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