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Patienten fit für den Alltag machen

Physiotherapeut behandelt den Rücken eines Patienten auf einer Liege.
Der Beruf des Physiotherapeuten erfordert viel medizinisches Fachwissen.
Foto: Nicole Schwab

Physiotherapeut

Patienten fit für den Alltag machen

Als angehender Physiotherapeut benötigt Andreas Nägel sowohl me­dizinisches Fachwissen als auch soziale Kompetenzen. Auf seinen verantwortungsvollen Berufsalltag wird der 23-Jährige an der Staatlichen Berufsfachschule für Physiotherapie in München innerhalb von drei Jahren umfassend vorbereit.

Patienten, die zur Physiotherapie kommen, leiden meist aufgrund eines Unfalls, einer Krankheit oder altersbedingt unter körperlichen Einschränkungen. Das Ziel von Physiotherapeuten ist es, die Bewegungsfunktion dieser Patienten wiederherzustellen oder zu verbessern. Wer glaubt, Physiotherapeuten seien „bessere Masseure“, der irrt sich gewaltig, betont Andreas Nägel, der inzwischen das letzte Ausbildungsjahr erreicht hat. „Denn für diesen Beruf wird sehr viel medizinisches Wissen verlangt.“

Ein Foto von Andreas Nägel bei der Behandlung einer Patientin

Andreas Nägel

Foto: Rebecca Daimer

Die Berufsfachschule am Münchener Klinikum Großhadern war Andreas Nägels erste Wahl: „Die Schule hat einen sehr guten Ruf und ist zudem kostenlos“, erklärt er. Da die Ausbildungsplätze begehrt sind, durchlaufen die Bewerber bereits im Vorjahr ein intensives Auswahlverfahren: Es besteht aus einem Gespräch mit den Lehrkräften, einem schriftlichen Test sowie einer praktischen Prüfung, in der die eigene Beweglichkeit und Mobilität getestet wird. „Man muss zwar nicht supersportlich sein, aber man sollte schon ein gutes Körpergefühl besitzen“, weiß der 23-Jährige. Zudem gehörte ein zweimonatiges Pflegepraktikum zu den Bedingungen, die er vorab erfüllen musste.

Lernen in allen Fachbereichen

Im ersten Ausbildungsjahr steht an der Berufsfachschule die Vermittlung von physiotherapeutischem Wissen sowie anatomischen Kenntnissen im Fokus. „Man sollte sich bewusst sein, dass man sehr viel lernen muss“, betont Andreas Nägel. „Wir hatten immer von acht Uhr morgens bis halb fünf Uhr nachmittags Unterricht in physiotherapeutischen Anwendungs- und Technikfächern, wie manuelle Therapie oder spezielle Massagetechniken sowie Erste Hilfe und Bewegungslehre“, beschreibt der angehende Physiotherapeut. Zusätzlich erhalten die Auszubildenden Unterricht in den Fächern Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre.

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr können die Schüler ihr erworbenes Wissen in der Praxis anwenden. „Seitdem habe ich einen halben Tag Schulunterricht und einen halben Tag Praktikum auf einer der Klinikstationen“, erzählt Andreas Nägel. Während der gesamten Ausbildung durchlaufen die Auszubildenden die Stationen Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Pädiatrie, Psychiatrie sowie Gynäkologie. In der Regel betreut der Auszubildende an einem Nachmittag etwa drei bis vier Patienten, wobei er stets von einer der Lehrkräfte angelernt und begleitet wird. Diese Praxiseinsätze dauern jeweils zwischen fünf und sechs Wochen und sind ebenso wie der Rest der Ausbildung unvergütet. Darüber hinaus steht auch ein sechswöchiges Praktikum in einer externen Physiotherapie-Praxis auf dem Lehrplan.

Auf Herz und Nieren geprüft

In knapp vier Monaten wird es für den 23-Jährigen ernst: Die Abschlussprüfungen stehen an. Vier Wochen lang wird er in allen Fächern auf Herz und Nieren geprüft werden. „Wir müssen eine Reihe praktischer Prüfungen ablegen, vor allem in den physiotherapeutischen Behandlungstechniken, außerdem zwei große Theorieprüfungen. Und auch mündliche und schriftliche Prüfungen in Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre sowie zwei Fallprüfungen am Patienten stehen an.“
Was er nach dem Abschluss machen wird, weiß Andreas Nägel noch nicht genau, er könnte sich aber gut vorstellen, in einer Rehaklinik oder einer physiotherapeutischen Praxis zu arbeiten.

>> So kann ein typischer Tagesablauf aussehen

abi>> 15.11.2017