Freude am Umgang mit Menschen
Eigentlich wollte Daniel Braun studieren. Doch dann kam der Zivildienst dazwischen — und eröffnete dem 22-Jährigen ganz neue Perspektiven: Die Dienstzeit leistete er in der Seniorenwohnanlage Bürgerheim in seiner oberbayerischen Heimatstadt Weilheim ab. Anschließend begann er dort eine Ausbildung zum Altenpfleger.
Der Wunsch zu helfen, bewegt auch junge Männer dazu, sich für eine Ausbildung im sozialen Bereich zu entscheiden.
Foto: Lange
„Diese Entscheidung habe ich nicht bedauert“, erklärt Daniel Braun. 2006 schloss er die Schule mit der Fachhochschulreife ab, „aber nach der langen Schulzeit wollte ich nicht auch noch studieren.“ Die tägliche Arbeit mit Menschen bereitet ihm viel Freude, auch wenn sie ihm einiges abverlangt.
Zeit zum Lachen
Seit er im dritten und letzten Lehrjahr ist, kümmert er sich zusammen mit drei Kollegen um die 50 Bewohner der Seniorenwohnanlage Bürgerheim. Einen Vormittag hat er beispielsweise dafür Zeit, elf Senioren nach dem Aufstehen zu versorgen. „Das reicht vom einfachen Rückenwaschen bis hin zur aufwändigen Vollpflege“, erklärt der Azubi. Zeit, um sich dabei zu unterhalten: „Viele erzählen mir aus ihrem Leben, häufig Kriegserlebnisse. Das finde ich sehr interessant.“ Aber es gibt auch viel zu lachen. Daniel Braun schätzt den Sinn für Humor der Heimbewohner.
Zu seinen täglichen Aufgaben gehören auch umfangreiche Schreib- und Dokumentationsaufgaben, die von der Pflegebürokratie vorgeschrieben sind. Daniel Braun bedauert, manchmal mehr Zeit über den Akten als mit den Menschen zu verbringen. Unterstützung findet er im Kollegenkreis. „Wir bilden ein angenehmes, entspanntes Team. Ich gehe wirklich gerne in die Arbeit.“ Daniel Braun ist als Mann in der Altenpflege eher in der Minderheit. „Ja, es stimmt. Mein Beruf ist von Frauen dominiert.“ Da bildet seine Berufsschulklasse in den Heimerer-Pflegeschulen in Weilheim schon eine seltene Ausnahme, weil sich dort die Zahl der weiblichen und männlichen Azubis fast die Waage hält.
Gute Weiterbildungsmöglichkeiten
Aber vielleicht ist es auch ein Zeichen, dass der Beruf mittlerweile für Männer interessanter geworden ist. „Ich erlerne etwas mit Zukunft“, glaubt Daniel Braun, „alleine aufgrund der Altersentwicklung in unserer Gesellschaft werden Pflegefachkräfte immer benötigt – ob stationär oder ambulant.“ Zudem gibt es zahlreiche Weiterbildungs- und Aufstiegschancen, beispielsweise in Richtung Wohnbereichs- oder Pflegedienstleitung beziehungsweise Spezialisierungen wie Gerontopsychiatrie oder als Ausbilder für künftige Schüler.





