Vom Azubi zum Ingenieur
Der Maschinenbaustudent Manuel Stephan (21) kennt seinen zukünftigen Arbeitgeber schon recht lange: Bei Audi in Ingolstadt hat er bereits eine verkürzte Ausbildung zum Werkzeugmechaniker gemacht. Jetzt unterstützt ihn der Automobilkonzern beim Bachelorstudium.
Manuel Stephan studiert Maschinenbau an der Hochschule Regensburg.
Foto: Privat
Der 21-Jährige aus Dietfurt studiert im vierten von sieben Semestern an der Hochschule Regensburg. Momentan ist Pauken angesagt. Zum Beispiel im Fach Ingenieur-Informatik, wo Manuel Stephan das Programm „Matlab“ kennengelernt hat und nun Codes schreiben muss, um Gleichungssysteme zu lösen. Das klingt sehr theoretisch, ist aber für den gelernten Werkzeugmechaniker weniger abstrakt als für seine Kommilitonen, die gleich nach dem Abitur an die Hochschule gegangen sind. „Positiv ist, dass ich auf Erfahrungen in der Praxis zurückgreifen kann“, sagt der Student. Denn viele Arbeitsschritte kennt er bereits aus dem Betrieb und weiß um Materialien, Bearbeitung und Belastbarkeit.
Unterstützung während des Studiums
Während seines Studiums ist Manuel Stephan weiter Mitarbeiter bei Audi. „Ich bin freigestellt, das Arbeitsverhältnis ruht.“ Gehalt bekommt er aktuell zwar keines, aber er ist trotzdem immer wieder im Unternehmen anzutreffen. So absolviert er beispielsweise sein Praxissemester, das im nächsten Halbjahr ansteht, in der Technischen Entwicklung von Audi. Zusätzlich unterstützt ihn das Unternehmen mit einem internen Förderprogramm. Bei sogenannten Informations- und Vernetzungstagen werden Manuel Stephan und andere studierende Mitarbeiter über aktuelle Themen im Unternehmen auf dem Laufenden gehalten.
Die Betreuung ist Teil des Personalkonzepts von Audi: In der Zeit, in der sich Kollegen weiterqualifizieren, sollen sie den Kontakt nicht verlieren. Der Autobauer will ihnen kontinuierliches Lernen ermöglichen und interessante berufliche Perspektiven bieten. „Die Fluktuationsquote liegt bei Akademikern unter einem Prozent“, sagt Pressesprecher Armin Zimny: „Es ist eines unserer strategischen Ziele, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und zu bleiben.“ Weil Audi international aufgestellt ist, können die Mitarbeiter ins Ausland wechseln, sich auch innerhalb des Automobilkonzerns verändern und im Lauf ihres Berufslebens verschiedene Positionen ausfüllen.
Der Einblick ins Unternehmen, das Reinschnuppern in die Abteilungen sieht Pressesprecher Armin Zimny als klaren Vorteil der Variante „erst Ausbildung, dann Studium“: „Jemand, der von der Universität kommt, muss sich da erst hineinfinden.“ Manuel Stephan überlegt schon jetzt, nach dem Bachelorabschluss noch einen Master zu machen. Und den Doktor? Auch hier bietet Audi verschiedene Möglichkeiten. Schlussendlich „zählt bei uns jedoch die fachliche Qualifikation, nicht der Titel“, sagt Armin Zimny.




