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Yatego GmbH

Mut zu ungewöhnlichen Ideen

Ein von den Azubis organisierter Mittagessenservice, Betriebssport, viel Projektarbeit und Praxisnähe — das sind die Gründe, weshalb Yatego die Auszeichnung zum "Ausbildungs-Ass 2009" verliehen bekam.

Sabrina Ebensberger sitzt am Schreibtisch.

Sabrina Ebensberger ist begeistert von ihrer Ausbildung.

Foto: Yatego

Gefragt, was denn an ihrer Ausbildung beim E-Commerce Unternehmen Yatego in Sankt Georgen so besonders ist, kann Sabrina Ebensperger (22) sofort den Unterschied nennen: „Wir sind oft in Projekten eingesetzt, bei denen wir sehr früh sehr viel eigenverantwortlich tun können.“ Das bestätigt auch Ausbildungsleiterin Kathrin Schmieder. „Wir sehen die jungen Leute als Mitarbeiter, die wir brauchen und deshalb fordern und fördern wollen.“ Eigenverantwortung wird groß geschrieben. Diesem Motto entsprang auch das Projekt Mittagessenservice. Eine Kantine gibt es bei Yatego nicht. Kurz entschlossen machten sich deshalb die Auszubildenden daran, einen Mittagessenservice zu organisieren. Und damit neben dem Magen auch gleich die Ausbildung profitiert, lernen die jungen Leute bei der Gelegenheit, wie Ein- und Verkauf oder Buchhaltung in der Praxis funktionieren.

Dieses Projekt hat, wie alle Azubis, auch die angehende Informatikkauffrau schon durchlaufen. Sabrina Ebensperger erklärt, was dahinter steckt: „Wir organisieren komplett für alle beteiligten Kollegen im Unternehmen das Mittagessen bei einem Bäcker hier in der Nähe. Dabei geben wir die gesamten Bestellungen per Fax auf, führen ein eigenes Konto, rechnen mit allen ab, führen Buch und sorgen eben auch für den Transport und reklamieren, wenn nötig.“ Auch so kann kaufmännisches Wissen vermittelt werden – ohne eigene Verkaufsabteilung im Unternehmen.

Eigene Webseiten bauen

Derzeit erlebt die 22-Jährige in der Abteilung „Multimedia“, wie sich fachliche Theorie und Berufspraxis verzahnen. Denn sie durfte nach Bremen fahren, um dort an einer Abschlussfeier der „Aktion Kindertraum“ teilzunehmen, die das Online-Kaufhaus seit der Firmengründung unterstützt. Natürlich nicht nur, um mitzufeiern, sondern auch um Interviews zu führen und aus den gesammelten Informationen anschließend eine eigene Webseite zu gestalten. „Aber ich war auch schon mit anderen Kollegen auf einer Hochschulkontaktbörse und habe dort am Stand das Unternehmen vertreten“, erzählt die junge Frau aus ihrer Ausbildung.

Zudem beteiligt sich Sabrina Ebensperger mit noch vier weiteren Azubis des Unternehmens am Deutschen Gründerpreis für Schüler, einem Planspiel, das jährlich von den Sparkassen durchgeführt wird. „Wir fördern und ermutigen zu solchen Aktionen, weil sie Wirtschaftswissen lebendig und anschaulich machen“, sagt Ausbildungsleiterin Kathrin Schmieder. „Und weil die jungen Leute so motiviert werden, sich wirklich zu engagieren.“ Denn bei aller Unterstützung müssen die Beteiligten auch viel Freizeit in die Erarbeitung ihres Businessmodells stecken.

Qualität und Fitness

Aber die Azubis organisieren noch mehr: Einmal pro Woche findet bei Yatego außerdem Betriebssport statt. Organisiert wird das jedes Mal von wechselnden Auszubildenden. Vor allem Mannschaftssportarten wie Fußball, Volleyball und Völkerball werden gern gespielt. Beim Sport sind die Auszubildenden die Trainingsleiter. Welche Übung sie auch vorgeben – alle machen mit. „Beim Betriebssport gibt es keine Vorgesetzten und Chefs. Da sind alle gleich“, erklärt Patrick Effinowicz, der bei Yatego eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation macht. „Es macht Spaß, allen auf der gleichen Ebene zu begegnen. Da ist es auch nicht schlimm, gegen den Abteilungsleiter ein Tor zu schießen.“

Regelmäßig nehmen alle Auszubildenden an den Qualitäts-Meetings in ihrem derzeitigen Ausbildungsbereich teil. Hier werden Fragen aus dem Arbeitsalltag beantwortet oder allen Mitarbeitern technische Neuerungen erklärt. Und last but not least: Auch die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Abteilungen wird hier abgestimmt. Entstehen im Team Konflikte, ist dort der richtige Ort, um sie zu klären. In offenen Gesprächen werden diese Themen angegangen und gelöst. „Ich kann meine Fragen jederzeit stellen, ohne mich dabei schämen zu müssen. Dadurch entsteht eine offene und lockere Atmosphäre.“

Was der 20-Jährige von seiner Ausbildung erzählt, lässt manchen Mitschüler in der Berufsschule nur staunen. Etwa die Organisation eines Videofilmcontests, bei dem junge Regisseure aufgerufen waren, Werbeclips über Yatego zu drehen. „Theorie kreativ in die Praxis umsetzen“, heißt das Konzept, das auch hier aus der eher trockenen Betriebswirtschaft plötzlich eine spannende Erfahrung macht. „Das Budget bei diesem Projekt war besonders knapp“, erzählt Patrick Effinowicz. „Wir haben versucht, die Kosten möglichst gering zu halten.“

Stolz ist er auf seinen persönlichen Erfolg: Es gelang ihm nicht nur, eine Metzgerei der Umgebung als Sponsor für das Catering bei der Preisverleihung zu gewinnen, sondern auch die Siegerpokale zum Nulltarif zu organisieren. Außerdem war er für den Kontakt zu Hochschulen verantwortlich, um das Projekt bei Studierenden bekannt zu machen. Und auch der Kontakt und die Einladungen für Lokal-Politiker lagen in seinem Verantwortungsbereich. „Dadurch habe ich viel über Gesprächsführung und den Umgang mit anderen Menschen gelernt. Der Erfolg hat meine Durchsetzungsfähigkeit weiterentwickelt.“

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