Sprung ins kalte Wasser
Welch ein Abenteuer: Die Schule ist vorbei, die Ausbildung beginnt. Viel Neues erwartet dich. Das ist nicht nur aufregend — es gilt auch, Fettnäpfchen zu umgehen. Doch keine Bange, abi>> erklärt dir, wie du die ersten Tage in der Ausbildung gut überstehst.
Disziplin, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sollten auf jeden Fall beachtet werden, um bei Ausbildungsbeginn Konflikte zu vermeiden.
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Laut Berufsbildungsbericht 2010 des BMBF begannen 2008 rund 115.800 studienberechtigte Jugendliche eine Ausbildung – nach so langer Zeit auf der Schulbank nicht immer ein einfacher Schritt. „Für viele Jugendliche ist der Wechsel von der Schule ins Berufsleben eine Umstellung“, sagt Manuela Stock, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit München. „Wer auf Disziplin, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit achtet, kann im Vorfeld viele Konflikte vermeiden.“
Alexandra Hurtz aus Mönchengladbach hat die ersten 100 Tage in ihrer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau erfolgreich überstanden. Die 22-Jährige ist seit September 2009 bei der GEPA – The Fair Trade Company in Wuppertal beschäftigt. „Vor meinem ersten Arbeitstag war ich sehr aufgeregt“, erinnert sie sich. „Damit ich pünktlich ankomme, hatte ich mir die Verbindungen des Öffentlichen Nahverkehrs genau rausgesucht.“
Auch Berufsberater Thorsten Schumacher der Agentur für Arbeit Düsseldorf rät: „Bei der Nutzung von Auto oder Motorrad ist es ratsam, die Strecke einmal vorher abzufahren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.“ Doch nicht nur das: „Bei größeren Unternehmen sollten Azubis sich vorher erkundigen, in welchem Gebäudeteil sie die Ausbildung antreten und bei wem sie sich melden sollen.“ Tipps für den ersten Tag und welche Vorbereitungen du vorher treffen solltest, findest du im Beitrag „Ein guter Start“.
Der erste Eindruck zählt
Was sie am ersten Tag anhatte, weiß Alexandra Hurtz nicht mehr genau. „Es war sicher nicht zu chic, aber auch nicht zu leger. So ein Mittelweg ist immer gut. Mich bei der Kleidung anzupassen ist für mich okay, solange ich ein paar individuelle Accessoires wie Ohrringe und Schals tragen kann.“ Berufsberaterin Manuela Stock empfiehlt: „Im Zweifel sollte man sich am ersten Tag gut kleiden und sich dann an die Umgebung anpassen.“ Wie wichtig der erste Eindruck ist, erfährst du im Interview mit Business-Coach Carolin Lüdemann.
Zum Kennenlernen und als Einführung veranstaltete der Ausbildungsbetrieb von Alexandra Hurtz eine Rallye durch das Haus. „Wir Azubis holten uns bei bestimmten Mitarbeitern GEPA-Produkte wie Sesamriegel oder Trinkpäckchen ab. Daraus wurde dann ein Willkommenskorb für jeden Azubi zusammengestellt.“
Die erste Station in ihrer Ausbildung war die Abteilung Einkauf. Nach dem Motto ‚Learning bei doing’ wurde sie gleich in die täglichen Aufgaben eingewiesen. Dazu zählte Wareneingänge und Zollrechnungen zu buchen sowie Aufträge an Speditionen und Reedereien zu erfassen. „Es war schon ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt die Azubi. „Am Anfang machte ich vieles falsch und musste es ausbügeln, beispielsweise eine Gutschrift erstellen. Aber Fehler machen ist wichtig, denn dadurch lernt man seine Arbeit.“
Häppchen vom großen Kreislauf
Deshalb ist es wichtig, Kollegen aufmerksam zuzuhören und Respekt zu zeigen. Anpassung ist deshalb in vielen Bereichen des Arbeitslebens unumgänglich. Das gilt auch für das Sprachniveau. Flapsige Bemerkungen sind tabu. In kaufmännischen Berufen etwa ist die Sprache geschliffener als in Handwerksberufen.
In den ersten Wochen war Alexandra Hurtz eher schüchtern. „Ich traf ständig neue Leute und wurde mit so vielen neuen Dingen konfrontiert.“ Oft traute sie sich nicht, nachzufragen, wenn sie etwas nicht sofort verstand. „Aber die Kollegen waren sehr hilfsbereit, erklärten mir den Arbeitsablauf und forderten mich dann auf, es selbst auszuprobieren.“ Tipps von Azubis, wie man mit Kollegen am besten klar kommt, erhältst du im Beitrag „ Keine falsche Angst vor Kollegen“.
Um die Kollegen nicht mehrmals das Gleiche zu fragen, machte sich die 22-Jährige zu jedem Arbeitsschritt Notizen. „Am Anfang bekommt man immer so Häppchen vom großen Kreislauf mit, aber nach und nach entwickelt man einen Blick dafür, wie alles zusammen passt.“ Ihr Fazit nach einem halben Lehrjahr: „Anfangs war ich noch steif und habe mich zu sehr in meine Arbeit verbissen. Ich wollte mich bloß nicht ablenken lassen, alles durchziehen und richtig machen. Aber mit der Zeit bin ich lockerer und gelassener geworden und auch ein Small Talk ist mal drin.“
Auch mit den Chefs will der Umgang gelernt sein. Von ihren Vorgesetzten wurde Alexandra Hurtz mit den Worten „Na siehst du, du kannst es doch“ immer wieder bestärkt. Denn wie der Titel des Beitrags „Der Chef – auch nur ein Mensch“ schon verrät, musst du da keine Angst haben. Wichtig ist, sich die Meinung des Chefs zu Herzen zu nehmen – deswegen haben wir auch Insidertipps für dich und haben Personaler befragt, was sie von den Neulingen erwarten.
Doch auch, wenn es Probleme geben sollte, ist das nicht der Anfang vom Ende. Denn Probleme kann man lösen – wie verrät Frank Markus Ziemer im Interview. Wer sich also an bestimmte Grundregeln im Miteinander hält, wird sicher einen guten Start in die Ausbildung haben – ohne größere Fettnäpfchen. Einen Überblick über die wichtigste Dos & Dont’s haben wir natürlich auch für dich. Viel Erfolg!







