Erneuerbar aus allen Quellen
"100 Prozent erneuerbar": so heißt eine Kampagne, mit der sich die juwi-Gruppe in Wörrstadt für den Umstieg auf regenerative Energien einsetzt. Mit Erfolg: Die Ideen zur vollständig umweltfreundlichen Energieerzeugung haben dem Unternehmen bislang Preise und ein rasantes Wachstum eingebracht.
Der neue Firmensitz von juwi soll das energieeffizienteste Gebäude der Welt sein.
Foto: juwi AG
Die juwi-Gruppe ist ein Projektentwickler auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien. „Wir sind kein Industrieunternehmen, das produziert, sondern ein Dienstleister, der Anlagen errichtet, die wiederum Strom aus Wind-, Solar- und Bioenergie erzeugen. Dabei kümmern wir uns um alles, von der Standortsuche bis zur schlüsselfertigen Übergabe und noch darüber hinaus um den technischen und wirtschaftlichen Betrieb", beschreibt Pressesprecher Ralf Heidenreich die Aktivitäten.
Das rheinland-pfälzische Unternehmen plant, finanziert, und kauft die technischen Bestandteile ein. Es baut und betreibt Windkraft-, Photovoltaik- (also Solar-) und Bioenergieanlagen. Momentan bereitet der Projektentwickler außerdem ein erstes Wasserkraftwerk und eine Geothermie-Anlage (Erdwärme) vor, mit deren Realisierung juwi zum Komplettanbieter für erneuerbare Energieerzeugung wird. Und da erneuerbare Energien weltweit immer wichtiger werden, finden sich von juwi errichtete Anlagen nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch in Frankreich, Tschechien, Polen, Griechenland, Spanien, Italien, den USA, Costa Rica und Südkorea. Bislang hat das Unternehmen mehrere hundert Windkraft- und Photovoltaik- sowie einige Biogasanlagen gebaut. Dabei existiert es noch nicht einmal volle 13 Jahre.
Von zwei auf 500 in 13 Jahren
Die juwi-Gründer, Fred Jung und Matthias Willenbacher, lernten sich 1996 kennen, als beide auf den Bauernhöfen ihrer Eltern eine Windkraftanlage errichten wollten. Damals waren sie Mitte zwanzig. Die Chemie zwischen dem Agrarökonomen und dem Physiker stimmte einfach, so dass sie ein Ingenieurbüro gründeten - die Keimzelle von juwi. Aus dem Zwei-Mann-Betrieb ist inzwischen eine Unternehmensgruppe mit rund 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 400 Millionen Euro jährlich geworden. Und mit ehrgeizigen Plänen: Zum 15-jährigen Bestehen der Firma im Jahr 2011 sollen 1.000 Beschäftigte einen Umsatz von einer Milliarde Euro jährlich erwirtschaften, die Hälfte davon im Ausland.
Dass juwi ein junges Unternehmen auf einem jungen und stark wachsenden Markt ist, zeigt auch ein Blick auf die Mitarbeiterstatistik: Das Durchschnittsalter beträgt gerade einmal 34 Jahre. Entsprechend locker ist das Betriebsklima. Ein möglicher Grund dafür ist die häufige Projektarbeit, die gute Teams erfordert. Weil die Projekte nämlich sehr komplexe technische, wirtschaftliche und juristische Fragen enthalten, müssen die Teams immer wieder Hand in Hand mit Kollegen aus anderen Bereichen des Unternehmens zusammenarbeiten. So kennen und schätzen sie sich.
Aber Ralf Heidenreich fallen noch weitere Gründe für das auffällig offene Betriebsklima ein: „Wir sind ein inhabergeführtes Unternehmen und nicht auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtet", weist der Pressesprecher darauf hin, dass juwi nach wie vor von den Gründern und alleinigen Anteilseignern Jung und Willenbacher geführt wird. Obwohl das Unternehmen eine AG ist, werden die Aktien nämlich nicht an der Börse gehandelt, sondern sind komplett im Besitz der beiden Firmengründer. Und der Pressesprecher unterstreicht einen weiteren Einflussfaktor auf das Betriebsklima: „Wer hier anfängt, der will nicht nur Geld verdienen, sondern etwas bewegen und steht hinter unserer Kampagne ‚100 Prozent erneuerbar'."

