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Optische Technologien: Interview

"Beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt"

Als Vorstand im Branchenverband Spectaris e.V. kennt Ulrich Simon die Branchentrends ganz genau. Er weiß auch, worauf es ankommt, wenn man im Photonik-Bereich arbeiten möchte.

Laerwarnschild und eine Schutzbrille

Laser lassen sich vielseitig verwenden, beispielsweise für Augenoperationen oder Datenübertragung.

Foto: WillmyCC

abi>>: Warum gelten die optischen Technologien als Schlüsseltechnologien?

Ulrich Simon: Die optischen Technologien haben eine immense Hebelwirkung in andere Bereiche: So wird zum Beispiel jeder integrierte Chip in PCs, Smartphones und anderen Geräten mit Hilfe von optischen Technologien hergestellt. Daneben bietet die Photonik viele Chancen und Möglichkeiten, die globalen gesellschaftlichen Probleme zu lösen.

 

abi>>: Können Sie dies konkretisieren?

Ulrich Simon: Im Bereich Umwelt wird die Photonik dazu beitragen, durch innovative Technologien den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dazu gehören etwa moderne LEDs, die den Energieverbrauch senken oder die Solartechnik als Beispiel für regenerative Energien. Der Trend geht hin zu ressourceneffizienten Produktionstechnologien, wie bereits die Laserverfahren seit Jahren beweisen. Ein weiteres Thema ist die „Alternde Gesellschaft“. Der Bedarf an ausgeklügelter Medizintechnik und an diagnostischen Möglichkeiten wird steigen; die Photonik kann hier eine sehr wichtige Rolle spielen: So wurden zum Beispiel in der Ophthalmologie (Augenheilkunde) durch optische Technologien bereits große Fortschritte erzielt. Mit optischen Verfahren lassen sich etwa Kunstlinsen berechnen; Augenoperationen können mit dem Laserstrahl präzise durchgeführt werden.

 

abi>>: Gibt es noch andere Trends?

Ulrich Simon: Ja, wir leben in einer Wissensgesellschaft. Diese geht einher mit einer globalen Vernetzung, die immer größer und komplexer wird. Für die Photonik stellt dies eine große Herausforderung dar. Glasfasertechnik und Laserübertragung spielen hier eine entscheidende Rolle, um die immer größer werdenden Datenmengen zu transportieren. So sind etwa intelligente Laser gefragt, damit die Datenübertragung noch schneller stattfinden kann. Hier besteht ein großes Potenzial.

 

abi>>: Was sollte man mitbringen, wenn man im Bereich Photonik arbeiten möchte?

Ulrich Simon: Weil die Optischen Technologien Querschnittstechnologien sind, ist es wichtig, im interdisziplinären Team zu arbeiten und die „Sprache“ der jeweils anderen Spezialisten zu sprechen. Wir brauchen dabei vor allem Naturwissenschaftler in den unterschiedlichsten Disziplinen. Das heißt, man sollte breit aufgestellt sein und sich nicht auf eine eingleisige Ausbildung konzentrieren. Zudem legt die Branche großen Wert auf betriebswirtschaftliches Verständnis und analytische Fähigkeiten. Die Branche ist international und die Exportquote Deutschlands beträgt etwa 60 bis 85 Prozent: Dies bedeutet, dass man fließend Englisch sprechen muss. 80 Prozent aller Telefonate finden in englischer Sprache statt.

 

abi>>: Ihr Fazit?

Ulrich Simon: Wer heute in den Bereich Optische Technologien einsteigt, hat morgen die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Bedarf an qualifizieren Mitarbeitern wird nachhaltig hoch sein.

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