Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • bei XING empfehlen (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • bei LinkedIn empfehlen (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • bei Facebook empfehlen (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • bei Twitter empfehlen (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Karriere mit Kunststoff

Kunststoffe sind fester Bestandteil des heutigen Lebens.
Kunststoff soweit das Auge reicht: Ein Berufsfeld mit rosigen Zukunftsaussichten.
Foto: Striegl

Kunststoffindustrie

Karriere mit Kunststoff

Ohne Kunststoff könnte man sich ein Leben heutzutage gar nicht vorstellen. Wo auch immer man hinschaut: Wir sind von Produkten aus Plastik umgeben. Wer in die Kunststoffindustrie einsteigen will, den erwartet daher ein Berufsfeld mit guten Zukunftsaussichten.

Ein Rohr ist ein Rohr ist ein Rohr? Nicht bei egeplast, einem der europaweit führenden Hersteller von Kunststoffrohren. Seit 2010 ist Dirk Dreier bei dem mittelständischen Unternehmen aus dem münsterländischen Greven als Projektingenieur tätig. „Wenn ein Kunde ein bestimmtes Rohr benötigt oder wir eine Innovation auf den Markt bringen wollen, betreue ich die Entwicklung des Produkts von Anfang bis Ende“, erklärt der Diplom-Ingenieur, der an der Fachhochschule Osnabrück Maschinenbau mit Schwerpunkt Integrierte Produktentwicklung studiert hat. Eines seiner Wahlpflichtfächer war dabei Kunststofftechnik – eine gute Vorbereitung auf seine Arbeit bei egeplast. Ob ein Rohr für den Hochdruckeinsatz benötigt wird oder bestimmte gesetzliche Normen erfüllen muss: Der 29-Jährige weiß, welcher Kunststoff welche besonderen Eigenschaften hat. Geht es bei den Materialfragen um Details, kann er jederzeit auf weitere Spezialisten im Unternehmen zugreifen. Die beschäftigen sich bei egeplast mit Produkten für die gesamte unterirdische Leitungsinfrastruktur: Rohre für Trink- und Abwasser, für Gas oder auch für die Datenübertragung im Rahmen von Telekommunikationsanlagen.

Dirk Dreier studierte Maschinenbau und arbeitet heute als Projektingenieur.

Dirk Dreier studierte Maschinenbau mit Schwerpunkt Integrierte Produktentwicklung. Eines seiner Wahlpflichtfächer war Kunststofftechnik.

Foto: Privat

Dreiers Aufgaben bei egeplast sind vielfältig: „Bei einem Projekt analysiere ich zunächst die Anforderungen an das Produkt. Anschließend prüfe ich die Machbarkeit der neuen Idee, bin an der Vertriebsplanung und der Namensfindung beteiligt, arbeite mit den Kollegen der Produktion am Prototypen mit und teste die Rohre im Praxisversuch, bevor sie in die Serienfertigung gehen.“ Grundsätzlich gefallen dem Maschinenbauer die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kunststoff. Denn Rohre sind ja nur eines der unzähligen Produkte, die daraus hergestellt werden. Ob Mobiltelefone, die Innenverkleidung von Fahrzeugen, Tragetaschen oder Spielzeugartikel – fast in jeder Branche wird Kunststoff verarbeitet. Dabei gibt es eine große Anzahl an Materialien, zum Beispiel Polyamid, Polypropylen, Polycarbonat, Styrol, Epoxid oder Polyvinylchlorid (PVC). Man unterscheidet zwischen Standardkunststoffen (zum Beispiel für Joghurtbecher oder Tragetaschen), Technischen Kunststoffen (etwa als stabile Rohre oder Platten) und Hochleistungskunststoffen (extrem widerstandsfähig, beispielsweise für Autos oder Maschinen).

Bedeutender Wirtschaftszweig mit fast 300.000 Beschäftigten

Nach Angaben des Gesamtverbands der Kunststoffverarbeitenden Industrie (GKV) hat die Branche im Jahr 2011 rund 13,5 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, davon 4,3 Millionen Tonnen für Verpackungsmaterial sowie 2,8 Millionen Tonnen für technische Teile für Fahrzeuge, den Elektro- und Maschinenbau. Verpackungen machen etwa 35 Prozent aller Kunststoffprodukte aus. Insgesamt haben die rund 292.000 Beschäftigten der Kunststoffindustrie laut GKV-Angaben 2011 einen Umsatz von 55,9 Milliarden Euro erzielt. Mit über 2.700 Betrieben – die meisten von ihnen sind kleine oder mittelgroße Firmen – handelt es sich um einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Zur Branche zählen Hersteller von Kunststoffrohstoffen, Betriebe im Kunststoffmaschinenbau und Kunststoffverarbeiter – wobei letztgenannte den größten Anteil haben.

Der Arbeitsmarkt in der Kunststoffindustrie entwickelt sich positiv. „Allerdings ist diese Branche aufgrund der hohen Zulieferverflechtungen mit anderen Wirtschaftssektoren wie etwa der Automobilindustrie oder der Telekommunikation immer auch von der konjunkturellen Entwicklung der anderen Branchen abhängig: Geht es diesen schlecht, schlägt dies früher oder später auch auf die Kunststoffindustrie durch“, erklärt Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit. So habe es 2009 und 2010, bedingt durch die Wirtschaftskrise, Beschäftigungsverluste gegeben. „Mittlerweile sind diese aber nahezu wieder ausgeglichen“, so Wüllerich. Rund 9.300 Stellen wurden im Laufe des Jahres 2011 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Das waren 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und fast doppelt so viele wie 2009. Der Akademikeranteil ist im Vergleich zu anderen Branchen allerdings gering: „Nur 15.600 Beschäftigte, das sind fünf Prozent, verfügen in dieser Branche über einen Hochschulabschluss.“ Unter den Absolventen sind besonders Ingenieure für Kunststofftechnik, für Verpackungstechnik und für Werkstofftechnik sowie Maschinenbauingenieure, Ingenieure für Chemietechnik oder Polymerchemiker gefragt. Mögliche Ausbildungsberufe sind zum Beispiel Chemikanten/innen oder Chemisch-technische Assistent/innen.

Entsprechend breit ist auch die Berufspalette, die der Chemie- und Petrokonzern BASF im Unternehmensbereich „Performance Polymers“ anbietet. Hergestellt werden Rohstoffe für Autofelgen, Skibindungen, Dämmplatten für den Bausektor, Bodenbeläge für Sportstadien und vieles mehr. „Die Produkte, die aus unseren Kunststoffen für die verschiedensten Branchen gefertigt werden, sind sehr spannend – und wir deshalb für Absolventen besonders attraktiv“, sagt Cindy Hurley-Leister, in der Personalstelle für den Bereich „Performance Polymers“ tätig. „Gemeinsam mit den Kunden überlegen wir, wie die Produkte noch besser gemacht werden können. Unsere Mitarbeiter haben also direkten Bezug zu den Endprodukten.“ Da BASF viele Kunststoffe für die Automobilindustrie fertigt, ist es hilfreich, wenn die Absolventen – zum Beispiel Verfahrensingenieure oder Chemiker – nicht nur Kenntnisse in der Polymerforschung, sondern auch bereits Erfahrung in der Autobranche gesammelt haben. In der Forschung werden auch Chemikanten und Laboranten eingesetzt. Weitere Einsatzbereiche sind die Produktion und der Vertrieb. Darüber hinaus ergeben sich zentrale Funktionen etwa in der Personaleinheit, im Marketing oder im Controlling. Eins haben jedoch alle Mitarbeiter gemeinsam: Sie arbeiten in einer Branche mit Zukunft.

abi>> 16.05.2012

andere beiträge der rubrik

 

verwandte themen