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Systems Engineering

Blick in die Zukunft

Nach einem dualen Studium in der Automobilindustrie wechselte Christine Buness (25) in die Energiebranche zum Unternehmen Vattenfall. Am Standort in Cottbus arbeitet sie an neuen Entwicklungen im Kohlebergbau mit. Das Ziel: Prozesse bei der Kohlegewinnung optimieren.

Auf dem Foto trägt Christine Buness einen gelben Helm und eine blaue Jacke mit dem Schriftzug Vattenfall.

Erst Automobilindustrie, dann Energiebranche: Christine Buness arbeitet bei Vattenfall.

Foto: Privat

Heute geht es für Christine Buness darum, einen neuen 3-D-fähigen Laserscanner für die Tagebaugeräte zu testen. Mit einem Jeep fährt sie zusammen mit den Kollegen über das ausgedehnte Tagebaugebiet, bis sie an einem der Tagebaugeräte ankommt. Der dort installierte 3-D-Scanner soll dem Geräteführer dabei helfen, den Abraum – nicht verwertbares Material wie Sand oder Ton, das bei der Förderung der Kohle zwangsläufig mitabgebaut wird – gleichmäßig auf dafür vorgesehene Flächen zu verteilen.

„Ich arbeite in der Strategieabteilung im Bereich Bergbau und Produktion“, erklärt Christine Buness. „Wir schauen sozusagen in die Zukunft der Kohlegewinnung für die Stromerzeugung.“ Jeder in ihrem Team ist für ein anderes Thema zuständig. Die 25-Jährige kümmert sich etwa um den Bereich Automatisierung und Netzwerke. „Dort arbeiten wir zum Beispiel mit intelligenten Kabeln, die sowohl Energie- als auch Prozessdaten übertragen. Dadurch werden Fehlfunktionen und Beschädigungen automatisch gemeldet.“ Oder aber sie testet technische Neuerungen wie etwa den 3-D-fähigen Laserscanner.

Auch das Thema Energiemanagement ist bei ihrer Arbeit sehr wichtig: „Der Tagebau ist ja nicht nur ein großer Energielieferant, sondern verbraucht gleichzeitig viel Energie. Daher überlegen wir ständig, wo wir Energie einsparen können, zum Beispiel indem wir je nach Prozess Anlagen auf Stand-by schalten.“

Ein Fan von großen Maschinen

Christine Buness hat am Standort Rüsselsheim der Hochschule RheinMain ein duales Studium der Fachrichtung Systems Engineering absolviert. Parallel dazu hat sie bei einem Autohersteller eine Ausbildung zur Mechatronikerin abgeschlossen. Das Ende ihrer Ausbildung fiel in die Zeit der Wirtschaftskrise, unter der vor allem die Autobranche gelitten hat. „Daher wollte ich die Branche wechseln“, erklärt die Diplom-Ingenieurin (FH). Sie entschied sich für die Energiewirtschaft, „weil das auf jeden Fall eine Zukunftsbranche ist: Energie werden wir immer brauchen“. Sie bewarb sich bei Vattenfall auf ein Traineeprogramm – mit Erfolg. Mit diesem beruflichen Weg ist sie sehr zufrieden, denn im Bereich Bergbau fühlt sie sich besonders wohl: „Ich bin ein Fan von großen Anlagen und Maschinen.“

Gut die Hälfte ihrer Arbeitszeit verbringt Christine Buness im Büro, um Studien zu geplanten Neuerungen vorzubereiten, um abzustimmen, wer bei welchen Projekten mitarbeitet oder informiert werden muss, und um die Zusammenarbeit mit Partnerfirmen vor- und nachzubereiten. Ansonsten ist sie vor Ort in einem der vier Tagebaue von Vattenfall, auf Fachmessen, bei Projektgesprächen oder Unternehmen, die Kabel, Anlagen oder Geräte für die Bergbauprojekte entwickeln und liefern.

„Man muss in diesem Job sehr selbstständig und strukturiert arbeiten“, so Christine Buness. „Einerseits hat man viele Freiheiten, aber man muss seinen Arbeitstag und seine Aufgaben oft auch selber organisieren.“ Da es in der sich wandelnden Energiebranche immer auch um Innovationen geht, sollte man die Bereitschaft zum ständigen Lernen mitbringen – und die Fähigkeit, mit den unterschiedlichsten Menschen umzugehen: „Ich muss mit dem rauen, aber herzlichen Ton vor Ort ebenso gut klarkommen wie mit der geschliffenen Konversation in einer Vertragsverhandlung“, sagt die Ingenieurin, die im Bergbau oft als einzige Frau in reinen Männerteams im Einsatz ist. Sie muss die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren und bereit sein, häufig auf Dienstreisen zu gehen. „Mir gefällt an meiner Arbeit vor allem die Vielseitigkeit. Ich habe heute mit Industrieelektronik im Außeneinsatz und morgen mit hochempfindlichen Glasfaserkabeln zu tun.“ Den Wechsel in die Energiebranche hat sie also auf keinen Fall bereut.

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