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Elektroingenieurin

Sicher in der Spur

Seit drei Monaten ist es ernst. Regina Meier (23) arbeitet als Elektroingenieurin bei Audi in Ingolstadt. Sie hat das duale Studium absolviert und entwickelt nun Fahrerassistenzsysteme.

Ein Tacho

"Wie reagiert der Wagen beim Beschleunigen und beim Bremsen?" das analysiert eine Software, die Regina Meier mit entwickelt hat.

Foto: Rehm

In der vergangenen Woche war Regina Meier auf dem Testgelände - mit neuer Software, die sie kompiliert hat. Diese wurde in einen Pkw eingebaut und auf Asphalt getestet. So lassen sich die Daten bestimmter Fahrsituationen erfassen und anschließend analysieren. „Schleudern, da bin ich noch zu vorsichtig“, gesteht Regina Meier. Aber zunächst kommt es ohnehin auf ganz anderes an: Strecke zu fahren. Wie reagiert der Wagen beim Beschleunigen und beim Bremsen, wie in der Kurve?

Audi entwickelt – wie andere Hersteller auch – Fahrerassistenzsysteme. Sie unterstützen die Autolenker beispielsweise dabei, ihr Fahrzeug in der Spur zu halten oder das Tempolimit nicht zu überschreiten. Der „Audi active lane assist“ korrigiert die Lenkung, wenn der Fahrer unaufmerksam ist und das Auto die Fahrspur verlässt, die „Adaptive Cruise Control“ wacht über das Tempo, hält darüber hinaus gleichmäßigen Abstand zum vorausfahrenden Auto und signalisiert dem Fahrer, wann er bremsen muss.

Technik, von der man vor zehn und zwanzig Jahren nur geträumt hat. Ihre Anwendung basiert auf aufwändiger Forschung und Entwicklungsarbeit. Alle Größen – Geschwindigkeit, Abstand, Position des Fahrzeugs – müssen nicht nur mit Sensoren erfasst, sondern auch während laufender Fahrt intelligent verarbeitet und umgesetzt werden. Weder Regen noch Hitze dürfen die Systeme beeinflussen, sie müssen mit hunderten anderer elektronischer Kreisläufe in den modernen Fahrzeugen harmonieren.

Regina Meier

Foto: Privat

Regina Meier findet das spannend. Sehr sogar. Obwohl sie familiär nicht vorbelastet ist: weder Vater noch Mutter sind Ingenieure. Allerdings weckte ihr Bruder ihr Interesse an Maschinen. Er hatte erst ein Moped und dann ein Auto, an denen er viel gebastelt hat. Seine Schwester durfte ihm dabei helfen.

Auch nach dem Abitur wollte Regina Meier mit ihren Händen arbeiten: „Für das Abi habe ich eigentlich nur Theorie gepaukt, danach wollte ich was Praktisches machen.“ Das StEP-Programm bei Audi, das sie im September 2006 angefangen hat, war genau das Richtige. Im ersten Jahr stehen die Studierenden wie die übrigen Auszubildenden in der Werkstatt: Kundendienst machen, Bremsscheiben erneuern, Zahnriemen wechseln – kurz: das Auto kennenlernen. Nach zwölf Monaten ist Teil eins des Angebots dann beendet.

Autos in- und auswändig kennen

Auf die praktische Phase in der Werkstatt folgte nach einem Jahr ein reguläres Studium der Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Ingolstadt - sieben Semester mit dem Abschluss als Bachelor. Die Zeitersparnis beim dualen Modell gegenüber einer herkömmlichen Ausbildung mit anschließendem Studium, so wirbt Audi, beträgt zwei Jahre. Autos kennt Regina Meier nach dieser Zeit in- und auswändig. Ob sie schon einen Motor zusammensetzen kann? „Von jetzt auf gleich sicher nicht“, gibt Regina Meier zu und lacht. Aber irgendwann schon.  

So kommt’s, dass Regina Meier mit 23 Jahren als Ingenieurin arbeitet. Seit drei Monaten schon – und genau in ihrem Wunschfeld. „ich bin dort gelandet, wo ich hin wollte“, freut sie sich. Bei den Fahrerassistenzsystemen und im Fahrwerksbereich. In der vergangenen Woche hat sie neben den Fahrten auf dem Testgelände und der Datenauswertung vor allem Abstimmungsprozesse begleitet. Die Steuergeräte haben viele Schnittstellen mit anderen Fahrzeugkomponenten, so dass die Entwicklungsingenieure festlegen müssen, welche Signale sie austauschen sollen. Ein Job, der Regina Meier sichtlich Spaß macht: „Das Auto ist für mich sehr emotional. Ich weiß, wenn das, was ich heute entwickle, in drei Jahren in Serie geht, kann ich mit dem Wagen heimfahren und meinen Freunden zeigen, was ich gemacht habe.“

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