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Zahnmediziner

Handwerk und Kunst

Wer technisches und handwerkliches Verständnis hat und sich für medizinische Fragen interessiert, ist in der Zahnmedizin gut aufgehoben. Die meisten Absolventen machen sich nach einigen Jahren mit einer eigenen Praxis selbstständig.

Christian Tennert steht an einem Mikroskop.

Christian Tennert studierte in Leipzig Zahnmedizin und machte seinen Doktor in den USA.

Foto: Privat

„Zahnmedizin ist wie Bildhauerei: Man verbindet Handwerkliches mit Künstlerischem.“ Das war der wichtigste Grund, warum Hobbymaler und -grafiker Christian Tennert sich für ein Studium der Zahnmedizin entschieden hat. Von 2001 bis 2007 studierte er in Leipzig, seine Doktorarbeit schrieb er in den USA. Hier fand er auch Spaß an der Forschung. „Ich habe während meines Auslandsaufenthaltes ein Jahr lang im Labor gearbeitet und fand die Forschungsaufgaben sehr spannend. Deshalb habe ich mich nach dem Studium für die Arbeit in einer Zahnklinik entschieden“, erzählt der 28-Jährige. Nach seiner zweijährigen Assistenzzeit an der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Freiburg ist er auch weiter dort beschäftigt. „Etwa zwei Drittel meiner Arbeitszeit behandle ich Patienten, die restliche Zeit verbringe ich mit Materialforschung, dem Testen von neuen Geräten und anderen Entwicklungen, die die Behandlung optimieren sollen.“ Darüber hinaus betreut der Arzt Studierende in praktischen Kursen.

Gute Chancen für qualifizierte Bewerber

Grafik zu den Abschlüssen inder Zahnmedizin.

Abschlüsse in Zahnmedizin

Quelle: BZÄK

Patienten, die zu Christian Tennert kommen, sind meist schwierige oder langwierige Fälle, die von ihren Zahnärzten zu ihm geschickt wurden – zum Beispiel für komplizierte Wurzelkanalbehandlungen. „Besonderen Spaß machen mir die ästhetisch anspruchsvollen Aufgaben wie etwa Frontzahnfüllungen“, erklärt der Zahnmediziner. Wer wie er in einer Klinik arbeiten und dort auch forschen möchte, muss seine Doktorarbeit abgeschlossen haben oder kurz davor stehen. Ein sehr gutes Examen und Erfahrungen in der Forschung sind weitere Voraussetzungen für eine Einstellung. „Die Fluktuation - also der Wechsel -  ist an den meisten Kliniken recht hoch, sodass qualifizierte Bewerber gute Chancen haben“, ist Christian Tennerts Eindruck.

Eine gute Lage kann auch Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit, bestätigen: „Der Arbeitsmarkt für angestellte Zahnärzte stellt sich gut dar. Die Beschäftigung steigt, die Arbeitslosigkeit geht trotz Wirtschaftskrise zurück, und die Nachfrage ist gegenüber dem Vorjahr angewachsen. Für Berufeinsteiger bieten sich also durchaus gute Chancen.“ Im Jahre 2009 wurden der Bundesagentur 320 freie Stellen für Zahnärzte gemeldet, nach 280 beziehungsweise 300 offenen Stellen in den beiden Vorjahren. Seit 2007 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Zahnärzte jährlich um jeweils 1.000 auf heute 9.000 gestiegen. Die angestellten Zahnärzte arbeiten beispielsweise in Zahnkliniken oder an Hochschulen. Laut dem Statistischen Bundesamt verlassen jährlich rund 2.500 Zahnmedizinabsolventen die Universitäten. Trotzdem meldet die Bundesagentur für 2009 gerade einmal 480 arbeitslose Zahnärzte.

Gründung von Gemeinschaftspraxen

Grafik zum Arbeitsmarkt Zahnmedizin.

Arbeitsmarkt Zahnmedizin

Quelle: BZÄK

Dies liegt unter anderen daran, das sich die große Mehrheit der Absolventen nach ihrem Studium und in der Regel nach einer zweijährigen Assistenzzeit selbstständig macht: Rund 90 Prozent der Absolventen eröffnen laut Angaben der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) eine eigene Praxis oder schließen sich mit Kollegen in einer Gemeinschaftspraxis zusammen. Die Zahl der niedergelassenen Zahnärzte ist dabei von knapp 54.000 im Jahr 2000 auf rund 57.000 im Jahr 2008 gestiegen.

Ein Vorteil der Selbstständigkeit ist die relativ freie Zeiteinteilung. Dies kommt auch den Frauen entgegen, die nach einer Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Köln künftig in der Mehrheit innerhalb ihrer Zunft sein werden: Von den rund 57.000 niedergelassenen Zahnärzte 2008 waren gut 22.000 weiblich. Bis zum Jahr 2030 wird sich dieses Verhältnis nach Aussagen des IDZ voraussichtlich stark ändern: Die Zahl männlicher Zahnärzte werde um 30 Prozent sinken, während sie bei den weiblichen Kollegen um 63 Prozent steigen soll. „Für Frauen mit Familien und Kindern werden vermehrt Teilzeitangebote und Jobsharingbedürfnisse entstehen“, so auch die Prognose von BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. Zahnmedizin biete sich für Frauen geradezu an, „denn der Beruf eines Zahnarztes kann in vielen verschiedenen Formen ausgeübt werden, die sowohl den Patientenbedürfnissen nach flexiblen Öffnungszeiten als auch den persönlichen Bedürfnissen der Behandler entsprechen“, so Peter Engel.

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