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Interview

Kein bisschen wie Einstein

Dr. Lutz Schröter ist Vorstandsmitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. (DPG) und zuständig für die Bereiche Industrie, Wirtschaft und Berufsfragen. abi>> sprach mit ihm über die Arbeitsmarktchancen von Physikern und die Anforderungen, die an sie gestellt werden.

Foto von Dr. Lutz Schröter.

Dr. Lutz Schröter

Foto: Privat

abi>>: Wie stehen die Arbeitsmarktchancen für Physiker derzeit?

Lutz Schröter: In den letzten Jahren ist die Arbeitslosenquote unter den Physiker stetig gesunken. Derzeit wissen wir allerdings noch nicht, wie sich die augenblickliche Krise auswirkt. Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Erwerbslosigkeit bei Physikern dramatisch zunehmen wird. Forschung und Entwicklung sind nach wie vor die größten Einzelsektoren, in denen Physiker gesucht und eingestellt werden. In diesem Bereich bauen die Unternehmen keine Arbeitsplätze ab.

abi>>: Welche Anforderungen werden an Absolventen gestellt?

Lutz Schröter: Das Bild vom Physiker ist oft klischeehaft: Er ist ein bisschen wie Einstein, mit einem IQ über 130 und etwas zerstreut. Aber im Ernst: Studierende der Physik werden durch ein nach wie vor grundlagenorientiertes Studium auf breite Einsatzmöglichkeiten vorbereitet. In der Industrie werden heute Kompetenzen in der projektmäßigen Bearbeitung von Aufgaben benötigt. Die Fähigkeiten von Absolventen sind diesbezüglich aber häufig defizitär, also nur mangelhaft. Diese sollte man also bereits während des Studiums trainieren. Zum Einsatz von Bachelor-Absolventen gibt es kaum Erfahrungen, nachgefragt werden eher Master-Absolventen.

abi>>: Können Sie Absolventen Tipps für den Berufseinstieg geben?

Lutz Schröter: Wer in der Industrie arbeiten möchte, sollte bereits während des Studiums Praktika machen und auf diese Weise Kontakte zu Unternehmen knüpfen. Ratsam ist es, vor dem Berufseintritt spezifische Defizite auszugleichen, etwa, wenn ein Mangel an rhetorischen Fähigkeiten oder hinsichtlich von Präsentationstechniken besteht. Außerdem sollten Studierende im Studium die Chance nutzen, den Horizont zu erweitern. Also nicht nur in die Vorlesung zur Quantenfeldtheorie gehen, sondern sich auch einmal in eine Vorlesung in BWL oder Jura setzen. Solche Kenntnisse braucht man später im Beruf.

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