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Rubrik Lehrer und Eltern


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Arbeitsmarkt Gymnasiallehrer

Zurück in die Schule

Einige erinnern sich nur ungern an ihre eigene Schulzeit, andere kehren als Erwachsene freiwillig an die Schule zurück: Gymnasiallehrer ist ein gefragter Beruf.

Ein leeres Klassenzimmer mit zwei Tafeln.

Viele Gymnasien haben Bedarf an Lehrern, aber das heißt nicht automatisch, dass auch viele eingestellt werden.

Foto: Hippel

Die Schüler der zehnten Klasse haben sichtlich Spaß: Sie schreiben eine Seite des Romans, den sie gerade gelesen haben, zu einem Drehbuch um. Deutschlehrerin Vanessa Van Hecke hat ihnen die Besonderheiten des Drehbuchschreibens erklärt und ist nun gespannt auf die Ergebnisse ihrer Schüler, weil sie diese zur weiteren Interpretation des Romans nutzen will. „Es ist schön zu sehen, wie die jungen Leute sich beteiligen und ich von ihnen unmittelbar ein Feedback auf meinen Unterricht bekomme", sagt die 34-Jährige.

Vanessa Van Hecke ist zurzeit im Referendariat. Im rheinland-pfälzischen Koblenz unterrichtet sie zwei zehnte Klassen in den Fächern Deutsch und Englisch. „Ich habe während des Studiums an der Uni Mainz vielen Kindern Nachhilfe gegeben", erzählt sie. „Es hat mir großen Spaß gemacht, den Schülern bei ihren Lernschwierigkeiten zu helfen, ihnen Selbstbewusstsein zu geben und sie zu motivieren." Daher hat sie sich entschlossen, nach ihrem Diplomabschluss in Pädagogik noch ein Lehramtsstudium in Englisch und Deutsch anzuschließen.

Feedback nach Unterrichtsbesuchen

Seit eineinhalb Jahren ist die gebürtige Bonnerin nun im Referendariat. Im Sommer wird sie regulär in den Schuldienst eintreten. Die Nachmittage nutzt Vanessa Van Hecke, um die Schulstunden zu planen. Solange sie noch im Referendariat ist, wird ihre Leistung regelmäßig kontrolliert: „Besonders auf Unterrichtsbesuche sollte man sich gründlich vorbereiten", meint die angehende Lehrerin. „Hier gibt der Fachleiter uns Referendaren immer sehr hilfreiches Feedback." Zweimal im Halbjahr finden zudem Lehrproben statt, die von den Ausbildern benotet werden und deren Ergebnisse in die Endnote des zweiten Staatsexamens einfließen. Inzwischen wurde die Lehrerausbildung aber reformiert, statt Staatsexamen absolvieren die Studierenden in den meisten Bundesländern ein Bachelor - und Masterstudium. Aber auch zukünftig ist ein zweijähriges Referendariat Pflicht.

Vanessa Van Hecke

Vanessa Van Hecke unterrichtet Deutsch und Englisch.

Foto: Privat

Mehrmals in der Woche besucht Vanessa Van Hecke zudem das Studienseminar, wo die Referendare viel pädagogisches Wissen vermittelt bekommen: Wie bereitet man Schulstunden vor? Wie geht man mit den Schülern um? Wie verlaufen Elterngespräche? „Mir gefällt an meinem Beruf die Kombination", so die Referendarin begeistert. „Ich kann den Schülern Fachwissen vermitteln und gleichzeitig pädagogisch mit Kindern und Jugendlichen arbeiten."

Abhängig von Fächerwahl

Ob Vanessa Van Hecke ab Sommer eine feste Anstellung bekommt, steht noch nicht fest. Auch wenn viele Schulen Bedarf an Lehrern haben: Neueinstellungen gibt es deshalb nicht automatisch. Laut einer Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) werden im Zeitraum von 2009 bis 2015 rund 56.000 Absolventen ein Lehramtsstudium für den Sekundarbereich zwei oder das Gymnasium abschließen. (Der Sekundarbereich zwei bezeichnet die gesamte Oberstufe. Dazu gehören, neben der gymnasialen Oberstufe, beispielsweise auch die duale Ausbildung, ein Berufsvorbereitungsjahr, die Berufsfachschule und die Fachoberschule). Den jährlich rund 8.600 Absolventen steht laut KMK ein Einstellungsbedarf von etwa 6.900 Lehrern gegenüber.

Experten schätzen zwar, dass fast jeder zweite Lehrer, der heute im Schuldienst tätig ist, in den nächsten Jahren aus Altersgründen ausscheiden wird. Andererseits wird sich aber, laut Schülerzahlenprognose der Kultusministerkonferenz (KMK), die Schülerzahl von derzeit 12,3 Millionen bis zum Jahr 2020 auf unter 10,1 Millionen reduzieren. Deshalb wird nicht jede freigewordene Stelle neu besetzt werden. Auch eine Verkürzung der Schulzeit, eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit und ein späteres Austrittsalters der Lehrer könnten, laut Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt der Uni Duisburg Essen, den Einstellungsbedarf in Zukunft erheblich vermindern.

Die Arbeitsmarkt-Situation ist in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich und hängt unter anderem von der Fächerwahl ab. Dr. Horst Günther Klitzing, stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbands, weist auf einen Lehrermangel in Mathe, Physik und teilweise auch Latein hin. Allerdings nur in den alten Bundesländern. „In den neuen Bundesländern ist der Bedarf an Gymnasiallehrern aufgrund der sinkenden Schülerzahlen nicht ganz so groß."

 

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