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Grafik- und Kommunikationsdesigner

Gestalten und Layouten

Ob in Werbeagenturen, in Verlagen oder als Freiberufler: Grafik- und Kommunikationsdesigner brauchen nicht nur eine kreative Ader, sondern müssen angesichts neuer technischer Entwicklungen im Medienbereich auch ständig am Ball bleiben.

Grafik- und Kommunikationsdesigner arbeiten viel am Computer.

Foto: WillmyCC

Johannes Riffelmacher mag die Vielfalt in seinem Beruf. „Einen typischen Arbeitstag gibt es für mich nicht“, sagt der Diplom-Grafikdesigner. Seit knapp zwei Jahren arbeitet der 25-Jährige bei der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt. Gemeinsam mit einer Texterin entwickelt er für unterschiedliche Kunden und

Johannes Riffelmacher

Johannes Riffelmacher

Foto: Privat

Branchen Werbeideen, also beispielsweise Plakate, Flyer oder Anzeigen. „Zunächst erhalten wir ein Briefing mit einer Beschreibung, was sich der Kunde wünscht. Dann brainstormen wir gemeinsam, wie sich diese Vorstellungen umsetzen lassen. Meist geht es darum, den Adressaten von Werbung etwas Überraschendes zu bieten“, sagt Johannes Riffelmacher. Der Junior Art Director skizziert, mit welchen Bildern, Illustrationen und Schriften sich eine Idee visualisieren lässt. „Ich mache ein sogenanntes Scribble und stimme es mit meinem Vorgesetzten ab. Gefällt die Idee auch dem Kunden, wird sie gestalterisch umgesetzt.“ Der junge Kreative, der an einer privaten Münchener Akademie Grafik- und Kommunikationsdesign studiert hat, wurde bereits mit verschiedenen Design-Preisen ausgezeichnet. Der nächste Karriereschritt für einen Junior Art Director wie Johannes Riffelmacher wäre der Aufstieg zum Art Director. Diese Position ist in der Hierarchie einer Werbeagentur mit noch mehr Entscheidungsfreiheit in Sachen Gestaltung verbunden.

Werbeagenturen, Verlage, Messen

Werbung und Marketing sind nur ein Bereich, in dem Designer wie Johannes Riffelmacher tätig sind. Sie arbeiten beispielsweise auch bei Verlagen, Zeitungen und Zeitschriften, um Printprodukte zu layouten. Oder sie spezialisieren sich auf Online-Medien, Datenbanken, virtuelle Lernprogramme oder Webseiten. Gerade die rasanten Entwicklungen in den neuen Medien stellen besondere Anforderungen: „Eindeutig im Vorteil ist, wer als Kommunikationsdesigner Kenntnisse in Programmiersprachen mitbringt und etwas von der Informationsarchitektur von Websites versteht. Einblicke in diesen Bereich sind wichtig, wenn Designer und Programmierer zusammenarbeiten, um ein Design mit elektronischen Medien umzusetzen“, sagt Mirco Hecker vom Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA). „Es wird eine ständige Bereitschaft zur Weiterbildung erwartet. Das Medienverhalten ändert sich. Mobile Internetgeräte wie zum Beispiel das iPhone werden immer häufiger genutzt. Designer müssen am Ball bleiben und wissen, wie sich Informationen auf mobilen Endgeräten darstellen lassen.“

Aber egal ob für Print oder Online: Eine fundierte Ausbildung ist für alle Einsatzbereiche empfehlenswert. „Gutes Design braucht oftmals eine entsprechend gute Ausbildung, auch wenn es erfolgreiche Quereinsteiger gibt“, sagt Friederike Sobiech von der Allianz deutscher Designer (AGD). Eileen Hacker, Personalerin bei Jung von Matt, bestätigt das: „Für den Einstieg als Grafiker sollte man Ideen und ,handwerkliche‘ Erfahrungen mitbringen. Sprich: Eine abgeschlossene Ausbildung zum Mediengestalter oder einen erfolgreichen Studienabschluss an einer Hochschule für Gestaltung und erste Erfahrungen durch Praktika. Denn: Die gängigen Grafikprogramme müssen perfekt beherrscht werden, um die eigenen Ideen auch umsetzen zu können. Neben diesem Know-how zählen aber vor allem Neugier, kreatives Gespür, Cleverness, Teamgeist, Präzision, Ehrgeiz und natürlich Leidenschaft für außergewöhnliche und innovative Kommunikation.“

Durchhaltevermögen gefragt

2010 waren laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 42.000 bildende Künstler und Grafiker in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt, rund ein Drittel mehr als noch zur Jahrtausendwende. „In der Wirtschaftskrise stieg die Arbeitslosigkeit deutlich an und die Nachfrage ging zurück. Seit dem vergangenen Jahr erholt sich der Markt. Die Arbeitslosigkeit sinkt und ein Anstieg bei den gemeldeten Arbeitsstellen lässt positiv in die Zukunft schauen“, meint Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit. „Allerdings fällt der Berufseinstieg nicht immer leicht: Aufgrund großer Konkurrenz sollten sich Berufseinsteiger bewusst machen, dass Durchhaltevermögen und überdurchschnittliche Eigeninitiative für einen erfolgreichen Einstieg notwendig sind“, rät der Experte.

Doch als festangestellter Designer etwa in einer Agentur oder einem Verlag zu arbeiten, ist keinesfalls die Regel. „Das Berufsbild der Kommunikations- und Grafikdesigner ist geprägt durch einen hohen Anteil an Selbstständigen. Berufseinsteiger sollten demnach auch eine freiberufliche Tätigkeit ins Kalkül ziehen“, sagt Ralf Beckmann. Friederike Sobiech von der Allianz deutscher Designer rät deshalb, schon früh den Weg für die Selbstständigkeit zu ebnen : „Wer sich schon während des Design-Studiums zusätzlich mit der Welt der zukünftigen Kunden beschäftigt, hat später enorme Startvorteile, weil er dabei wertvolles unternehmerisches Knowhow für die eigene Existenzgründung sammelt. Praktika und Wahlfächer über die Gestaltungslehre hinaus empfehlen sich also.“ Ratsam sei es zudem, eine gute Vernetzung mit Kollegen aufzubauen. „Gemeinsam können Projekte oder Aufträge über das eigene Spezialgebiet hinaus gestemmt werden“, sagt Friederike Sobiech.

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